Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 101 (17.12.1896)
- Date
- 1896-12-17
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
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1946 das Zeichen zum Halten, doch der Lärm des einherbrausenden Zuges verschlang jedes Zeichen. Mit fast übermenschlicher Anstrengung hatte der Netter es versucht, die Bäuerin unter dem Trittbrette heraus zu sich empor zu ziehen; zweimal gelang ihm das Wagniß zum Theil, aber jedesmal rissen die Stöße des Zuges die Frau wieder zurück, die in ihrer Todesangst sich so krampfhaft an den Arm ihres Retters geklammert hatte, daß ihre Nägel ihm in das Fleisch drangen. Endlich gelang ed durch die Nothleine den Maschinenführer zu verständigen, der Zug hielt und Netter und Bäuerin konnten aus ihrer qualvollen Lage befreit werden. Der Frau waren die Kleider buchstäblich vom Leibe gerissen und der Körper bedeckt mit schmerzhaften aber nicht gefährlichen Wunden. Sie wurde in ein nahe gelegenes Gehöft gebracht. Der Retter, ein Herr Moriz Schlesinger, wurde in Folge des ausgestandenen Schreckens und der Anstrengung wiederholt von Ohnmachtsanfällen heimgesucht und mußte mittels Wagens nach Hause gebracht werden. •» vermischtes. •*- Düsseldorf (Ein antisemitischer Theaterdirector.) Bis allhcr glaubte man, daß auf dem Gebiete der Kunst nur die Kunst, > icht aber auch der Religionsunterschied zu entscheiden habe. Dem scheint nicht so zu sein, wenigstens nach der Thatsache zu schließen, daß das Judenthum und „jüdisches Aussehen" einen jüdischen Sänger um ein Engagement am hiesigen Theater gebracht hat Der be m Prager kunstsinnigen Publicum noch in bester Erinnerung stehende lyrische Tenor Adolf Perlus, der neun Jahre lang am deutschen Landcstheater zu den verwendbarsten und tüchtigsten Kräften desselben zählte, wurde nämlich vorn Direktor des Düsseldorfer Theaters Eugen Staegmann nur deshalb nicht cugagrert, weil er „Jude sei und ein jüdisches Aussehen habe." Anzeigen. 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