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Der Israelit · 1896-12-17 · Heft 101 (17.12.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 101 (17.12.1896)
Date
1896-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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mm Jahrgang. M lOi Der Israelit. Ein Kenlrak-Hrgan für das orthodoxe Audenthurn. Begründet von »r. LphrnNNN in HMttinr Donnerstag, den 17. Dezember 5657 (1896). An der Post-ZeitungspreiSliste kür 1897 ist der „Israelit" unter Nr. 360S vorgetragen. Da mit dem 1. Januar 1897 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten daraus ausmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1897 eingetragett unter Nr. 3665. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postguittung) erhalten unser Blatt bis Ende Dezember gratis. Leitende Artikel. 3um WulliAelßWen Jahrgang. Mainz, 15. Dezember. In wenigen Tagen wird sich ein neuer Ring an die Jahreskette fügen, welche den „Israelit" mit seinen über alle Theile der Erde zerstreuten Lesern verbindet. Wenn wir das Auge über die siebenunddreißig Jahre geleiten lassen, die zwischen der Gründung des „Israelit" und dem heutigen Tage liegen, so ringt ein solcher Blick uns zuallererst heißen Dank gegen Gott für das Vergangene und die innige Bitte für die Zukunst ab. nwn bv nte bv nx-iri. Wir haben vor wenigen Wochen Gelegenheit gehabt an einzelnen bestimmten Anlässen den erfreulichen Umschwung zu konstatiren, der sich in der jüdischen öffentlichen Meinung vollzogen hat. Ein Ueberblick über den Zeitraum von noch nicht vier Jahrzehnten zeigt jedoch, wie diese Wandelung sich nicht auf einzelne Fälle beschränkt, sondern wie es fast kein spezifisch jüdisches Anliegen gibt, das nicht nachhaltige Spuren dieser Wendung zum Befieren bekundet. Das einzige, wahre, von unseren Vätern überlieferte, historische Judenthum hatten junge Stürmer in sogen. Rabbinerversammlungen, Synoden, neologen Zeitungen und sonstigen Schriften, für veraltet erklärt und suchten der Welt die Nothwendigkeit einer Verjüngung und Erneuung, kurz die Reform dös Judenthums plausibel zu machen. Eine Gemeinde nach der anderen war der Sucht nach Neuerungen verfallen. Man wählte, als die alten, gottergebenen thorabeflifienen Rabbinen den Schauplatz ihrer irdischen Thätigkeit verließen, neuerungssüchtige Nachfolger an deren Stelle, so daß Kanzel und Schule, das Leben innerhalb und außerhalb der Synagoge m den Dienst der Reform traten und ganze Generationen dafür gewonnen wurden. Verbotene Ehen wurden von diesen Rabbinen geschloffen, die Helligkeit der Ehe entweiht, den jüdischen Gotteshäusern wurde durch Einführung unjüdischer Embleme das Kainszeichen des Abfalls ausgeprägt, und die Jugend wuchs in Unkenntniß der Thora heran. An Stelle der Thora traten Religionsbücher und jüdische Katechismen, die Barmizwa wurde durch Nachäffung der Confirmation verdrängt, unbeschnittene Knaben eingesegnet, das überlieferte, historische Judenthum und seine großen Träger wurden in Schrrst und Wort der Verachtung preisgegeben, an die Stelle unserer heiligen Tefilla führte man deutsche, nichtssagende Gebete ein, die alten, gehaltvollen Teraschoth wurden durch wäfferige, in Form und Inhalt mit anderen Culten coquettirende Predigten verdrängt, der Sabbat, die Speisegesetze, die Gesetze der jüdischen Keuschheit und Lebensheiligkeit wurden skrupellos öffentlich übertreten und die Summe dieses weitschichtigen Abfalls, nannte man nicht ein Sacrilegium, einen Frevel an Gott und seinem Gesetz, sondern — Reform des Judenthums. Daß man die Göttlichkeit des Judenthums schon durch die bloße Thalsache seiner

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