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Der Israelit · 1896-12-10 · Heft 99 (10.12.1896) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 99 (10.12.1896)
Date
1896-12-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Mrthodoxe ^uderrthum-Ä l-O-M 0 S £ S v_r [91*. 17 10. Dez. 1896.] mM * v. Wtt _>Mf I > WWW ^riegsgrsltzilhtril des alten Maflheh Pctfoit. Nacherzählt von Arnold Maim (Fortsetzung Es war an einem Freitag-Abend, dem zweiten, seitdem die Einquartirung im Dorfe lag. Dina hatte eben die Tesilla, aus welcher sie das Abendgebet verrichtet, auf den Deckel geküßt und in das kleine Regal, das an der Wan) hing, zu den übrigen heiligen Büchern zurückgestellt. Es sah am Freitag- Abend still und traulich aus in der Wohnstube David Nosenstocks. Ein schneeweißes Linnen bedeckte den kreisrunden Tisch, der vor einem Sopha mit schwarzem Lederbezug stand. Zwei Gedecke waren säuberlich aufgelegt, auf deren einem die mobn bestreuten Berches, von einem rothsammtcnen Tüchlein bedeckt, friedlich nebeneinander lagen. Von der Decke hing mitten über dem Tisch die sechsarmige Sabbailampe herab, deren Messingglieder im Glanze der kleinen Lichtlein freundlich strahlten. Dina war allein zu Hause, der Vater eben zur Synagoge gegangen. Mancherlei Gedanken zogen dem Mädchen durch den Sinn. Sie gedachte der sonstigen Freitag-Abende, die sie, allein mit dem Vater, so still und friedlich verbracht. Jetzt war es anders, ach, ganz anders! Jetzt war der Sturm in ihr Inneres gekehrt uud wüy!1e seine TiJen auf. Der fremde Mann hatte ihr die Ruhe geraubt, und wie jetzt da oben die kleinen Sabbatlichter, so zitterte und flackerte ihre Seele hin und her, bald von seliger Hoffnung erfüllt, bald verzagend in einsamer Traurigkeit! und Schluß.) Das Geräusch der sich öffnenden HauSthüre schreckte Dina aus ihren Träumen empor-der Vater konnte das noch nicht sein-also wohl er — nun, er wird wohl nach oben gehen, in die Wohnstube seines Wirlhes war er bis jetzt noch nicht getreten-doch nein — fein Schritt stockt — — er klopft! Dina schlug das Herz zum Zerspringen. Kaum hatte sie Kraft, „Herein" zu rufen; da stand er schon im Nahmen der Thüre, schlank und groß, in seiner ganzen ritterlichen Schönheit! „Guten Abend," sagte er, die Thüre hinter sich schließend und nähertretend, „ganz allein? Das wußt ich nicht und dacht' es auch nicht!" „Vater ist zur Synagoge, der Sabbat geht jetzt an; doch wollen Sie nicht Platz nehmen?" Sie rückte den Tisch ein wenig zur Seite, UtN Bettendorf den Weg zum Sopha frei zu machen. „Komme soeben vom Abendessen im Löwen," sagte er dann, indem er sichs in der Sopha-Ecke bequem machte, „und hatte, offen gestanden, den Wunsch, jetzt auch Ihren Vater hier zu treffen. Bekam gerade Lust, einiwemg mit ihmT'zu plaudern. Man kann mit ihm reden, das Hab'ich wohl gemerkt, gleich am ersten Tage!" Dina hatte dem Lieutenant gegenüber aus einem der hölzernen Lehnstühle Platz genommen. Es war ihr eigenthümlich zu Muthe, da sie ihn zum ersten

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