Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 99 (10.12.1896)
- Date
- 1896-12-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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'.v,'.1 111"?j| ■ y>. x.» - rr 'Tfrc XXXVH. Jahrgang, w**. Der Israelit. Ein Gentrak-Grgan für das orlhodore Zudenthum. Begründet von Dr. fe^maun in Msinz Donnerstag, de« 10. Dezernder 5657 (1SS6)._ In der Post-Zeitungspreisliste für 1897 ist der „Israelit^ unter Rr. 3605 vorgetragen. Leitender Artikel. Smstn Küptzirl Kirslh Md die IsrarliNsHkKelrstMrzesellsihist MFmksttt «.W. Von Director Dr. Mendel Hirsch. XIV. Als Beispiel einer solchen, aus reiner freiwilliger Hingebung entstandenen utld, im Gegensätze zu den„Z w a n g sgemeinden," nur auf freiwill iger Hingebung bestehenden Gemeinde konnte er auf die Israelitische Neligionsgesellschaft in Frankfurt a. M. und ihre Schöpfungen Hinweisen, die, von elf Männern gegründet, nun, nach dreiundzwanzigjährigem Bestände, zwei schuldenfreie Schulhäuser besitze, ferner eine schuldenfreie Synagoge, die eben jetzt, 1674, zu tausend Sitzstellen erweitert werde, zu welchem Erweiterungsbau das verhältnißmäßig immerhin kleine Häuflein in drei Tagen 50 000 fl. zusammengelegt, ein Quellbad, drei Fleischschirnen, ein jährliches Budget für Cultuszwecke von 21 580 fl. und als Kind ihrer hingebungsvollsten Pflege eine Real- und höhere Mädchenschule mit einem jährlichen Budget von 30 000 fl. (gegenwärtig 113,000 Mk.) — und durfte wohl mit froher Genugthuung daran erinnern: wie an allen diesen Schöpfungen kein Fiscalzwang Antheil habe! Sodann berichtigt er Makower gegenüber eine andere Behauptung, deren Richtigstellung auch jetzt noch von Interesse sein dürfte. Makower hatte vorgeschlagen, daß den dissentirenden Mitgliedern derjenige Theil ihrer Beiträge zurückvergütet werde, den sie für ihren eigenen Gottesdienst bezahlten und hatte diese Quote auf ein Drittel des Gemeindebeitrags geschätzt, wozu bei eigenem Begräbnißplatze noch ein Achtel kommen solle, also höchstens Weiter könne man nicht gehen, denn die bestehenden Synagogengemeinden hätten außerdem noch „zahllose" wohlthätige Institute und gemeinsame Aufgaben zu erfüllen. Darauf erwiderte Samson Raphael Hirsch, diese Schätzung, bei der übrigens schon die Religionsschule in Wegfall gekommen, sei gleichwohl noch günstig, wenn diese Behauptung richtig wäre, daß die Gemeinden noch „zahllose" Institute und gemeinsame Aufgaben zu erfüllen hätten, die von der Verschiedenheit der religiösen Ueberzeugung nicht berührt würden, und zu welchen daher wie bisher Alle beizutragen gezwungen bleiben sollten. Diese ganze Auseinandersetzung sei jedoch vollständig irrig. Jüdische Religionsgemeinden, so führte er aus, sind eben nichts, als Religionsgemeinden und haben als solche keine anderen als religiöse Institutionen gemeinsam zu gründen und religiöse Aufgaben gemeinsam zu lösen. Haben sie gemeinsame Armen-, Versorgungs- und Wohlthätigkeitsanstalten, so sind dies dem Staate gegenüber nur zufällig noch mit ihnen zusammenhängende Institute. Allein die ganze Vorstellung von den zahllosen anderen Instituten und Aufgaben, gegen welche die eigentlichen religiösen Institute und Aufgaben sich wie 8 zu 24 oder wie 11 zu 24 verhielten, sei ja ein unbegreiflicher Jrrthum. „Synagoge, ReligionSfchule, Quellbad, Schächtanstalt, Koscher- und Mazzah-Bäckerei, das und ihre Angestellten: Rabbiner, Vorsänger, Synagogendiener, Lehrer, Schächter, und