Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 97 (3.12.1896)
- Date
- 1896-12-03
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448608-2448697--42946-2491972- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aus Bayern. Der in Nr. 95 dieser Blätter beregle Uebelftand bezüglich des Beginnes des Gottesdienstes zu "»> rfap und tob* *o ist leider auch in Süddeutschland recht häufig zu treffen. Oft ist Unwissenheit die Veranlassung. Die ehrw. H. H. Rabbinen könnten hier vielleicht durch präzise Angabe der betr. Zeitpunkte in den Tagesblättern Abhilfe schaffen, wie dies vom ehrw. Rabbinate Würzburg (auch Mainz und Frankfurt a. M. Red.) bereits längst geübt wird. Die im „Israelit" ja auch stets angegebene Zeit ist für Bayern nicht überall zutreffend. Leider liegt der Grund aber auch oft darin, daß man glaubt, dem hl. Sabbate unbedingt ein möglichst großes Stück für das Gewerbsleben noch abzwacken zu muffen, anstatt bv bno «pio pn zu sein. Hier kann nur die größte Energie seitens der Rabbinen, Lehrer und Vorsteher einen me> verhüten. Mit Beharrlichkeit und Entschiedenheit ist aber solches möglich, denn es finden sich wohl überall gutgesinnte Mitglieder, die dem, der das Rechte vertheidigt und hochhält, helfend zur Seite stehen. Gochsheim. Als Gegenstück zu der kürzlrch in diesen Blättern erwähnten Dörnigheimer Affaire — der dortige Pfarrer wollte die Aufstellung einer Gedächtnißtafel in der Kirche nicht zugeben, weil auf derselben auch jüdische Veteranen der deutschfranzösischen Krieger 1870/71 verzeichnet waren — möge folgende Thatsache aus unserem, ehemals reichsfreien Dorfe an dieser Stelle registriert werden. Auch die hiesige Gemeindeverwaltung errichtete zu Ehren ihrer Veteranen ein prachtvolles Denkmal in Form eines Obelisken mit dem Reichsadler gekrönt. Unter den Namen der auf dem Sockel verzeichneten Krieger figuriert auch ein Jude, der Metzgermeister Nathan Heldmann. Derselbe erhält sogar als Kriegsinvalide eine entsprechende Pension ausgezahlt. Zur Ergänzung der im verfloffenen Jahre erschienenen Krieger- und Veteranenliste sei noch erwähnt, daß die 3 Gebrüder Schuster von Nordheim v. Rhön im Kriegsjahre unter den Waffen standen und zwei derselben die Kämpfe in Frankreich mitmachten; der älteste Bruder ist übrigens schon Kriegsveteran aus dem Jahre 1866. —A.— Ofthoffen i. Elsaß, 18. Nov. Am 17. wurden die irdischen Ueberreste unseres alten Chasans und Predigers L. Levy nach dem alten, ehrwürdigen Friedhof in Rosenweiler, dessen Abbildung Ihr gesch. Blatt in diesem Jahrgang brachte, überführt. Der Verblichene lebte 50 Jahre in unserer Gemeinde. Vor 35 Jahren legte er sein Amt als Vorsänger unserer Gemeinde nieder, setzte aber seine Wirksamkeit als Lehrer und Bekehrer fort. Seine schönen Vorträge fanden allgemeinen, ungetheilten Beifall und wurde es ihm seitens des Rabbinats in Quatzenheim, zu dessen Anexen Osthoffen zählt, gerne bewilligt, dasselbe bei Gelegenheit zu vertreten. Wenige Minuten, ehe er seine reine Seele aushauchte, forderte er seinen einzigen Sohn auf, das Sterbegemach zu verlaßen, da ihm sonst das Scheiden schwerfalle. Alsdann bat er die versammelte Gemeinde, die xnw zu sagen, die er selbst mit kräftiger, lauter Stimme mitsagte. Mit dem v'pbrr xn n auf den Lippen verschied er. Seine nmat für seinen einzigen Sohn zeigt eine solche Summe von nni', daß sie mit den andere mi» rra den herrlichsten Rahmen zu seinem idealen Erdenwallen bilden. rraxan. -£• Vermischtes Warschau, 30. Nov Ein interessanter Prozeß kam dieser Tage vor dem hiesigen Eivilrichter zum Austrag Ein christlicher Hausbesitzer klagte gegen seine jüdischen Miether wegen Verletzung des Eigenthumsrechts, weil dieselben im Hofe acht Tage eine Sukkah ausgerichtet hatten. Der erste Richter verurtheilte die Angeklagten zur Zahlung von 80 Rubeln an den „Geschädigten"; aber auf eingelegte Revision wurde dieses Uriheil in zweiter Instanz aufgehoben mit der Begründung, daß die Juden mit der Errichtung der Laubhütte nur einer religiösen Pflicht genügt haben, und daß dieser Brauch hierzulande so allgemein bekannt sei, daß jeder Hauswirth beim Bermiethen an einen Juden stillschweigend die Errichtung jener Hütte bewilligt. Briefkasten der Redaktion. Ab München kam uns eine Korrespondenzkarte, nur mit Adresse versehen, zu; wir machen den Absender hierdurch auf seinen Jrrthum aufmerksam. Betreffs unserer Briefkastennotiz A. in M. geht uns von einer hiesigen Eognacbrennerei folgende Berichtigung zu: Ihr Fachmann kommt zu dem richtigen Schluß, daß nach seiner Methode fabrizirte Maare nicht “itco ist; macht aber den Fehler, bezeichnet«: Zusammenstellung Cognac zu nennen. Die von den meisten deutschen Cognacfabriken gelieferte Maare ist ein wirkliches Destillat aus Mein und Weinrück stäildcn und wird, um eine billigere Waa e herzustellen, mit Weinsprit verschnitten. Es ist demnach sämmtlicher deutscher Cognac alsdhd zu betrachten. Fabrikationen in der von Ihrem Fachmann angegebenen Weise werden in keiner Bahnhofrestauration. noch sonst in irgend einer besseren Restauration ausgeschenkt und sind dies nur Spezialitäten der Berliner Weißbierstuben und ähnlicher Etablissements. N. K i" C.r In dieser Sache finden wir in der Thai verschiedene Ansichten bei den größten Autoritäten. Bei uns hat sich die Praxis fast allgemein dahin ausgebildet, daß wohl in der Synagoge vor J’iPTTl entzünden wird, zu Hause aber man zuerst man macht, und dann das Chanukalicht anzündet. Dr. I., Frankfurt a. M : Bericht über den dortigen Hilfsverein wegen Raummangel, erst in nächster Nu i mer. ZinttMzit Kid l Mmbm 6 Metsr Beifort Winterstoff . . zum Kleid für M. 2.40 Pfennige, 6 „ Damentuch, solider Qualität „ „ B 3.30 „ 7 „ L^vantlne (garant, waschächt) „ „ „ 2.80 „ 6 „ Flanell, bedruckt. „ „ „ 4.80 „ 6 „ Cheviots Diagonal solider Qualität „ „ „ 4.50 „ Gelegenheit*käufe in Wolf- und WaschstofFeil I —i ■■ zu reduzlrten Preisen ■■ [versenden in einzelnen Metern, Roben, sowie ganzen Stücken franco I in’s Haus, Muster auf Verlangen umgehend I OETTlSWER A t’o., Frankfurt am Main. | Abtheilung für Herrenkleideratoffe: rBuxkin z. ganz, Anzug f. M. 4.05 P . Cheviots z. ganz. Anzug f. M. S.86 Pf.