Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 94 (23.11.1896)
- Date
- 1896-11-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448608-2448694--42876-2491899- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXXVII. Jahrgang. M 04. Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von »r. Wzfymantt in Mainz Montag, den 23. November 5657 (1896). In -er Pofl-Zeitungspreisliste für 1897 ist der »Israelis unter Nr. 3605 vor-etrage«. sür Eine Mnvlr abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat Dezember auf den Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zettungsschalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Are Expedition des „Israelit". Leitende Artikel. Die modernen Makkabäer. Eine Charmlmbetrachtimg von Rabbiner De. A. Ackermann, Brandenburg a. H. Israel, das kleine, schwache Israel — atjr, Israel, das in Zelten wohnte, in leichten, gebrechlichen Zelten, die es, ach, so oft blutenden Herzens abreißen mußte, um sie voll Zuversicht in ferner Gegend wieder aufzubauen — wer wollte es glauben, daß dieses Israel auch das Schwert um die Lenden zu gürten vermag, daß es entgegen zu ziehen wagt den Schrecknissen des Krieges, um jenes grausige Handwerk auszuüben, das schon so viel des Schlimmen gestiftet hat? Und dennoch dringet aus grauer Vorzeit so mannigfach der Ruf zu uns herüber, der einst das schwache Volk in den Krieg gelockt, dennoch gab es Schlachten, in welchen Israeliten als Israeliten kämpften, dennoch erzählt uns die Geschichte auch von jüdischen Heldenthaten. So trügt uns Chanuka, das liebliche Lichterfeft, mit der Kttnde vom Gotteswunder im Tempel, vom Gotteswunder, durch welches das Oel im Krüglein, das nur für einen Tag zu reichen schien, für volle acht Tage reichte, rnit der Kunde von diesem Wunder trägt uns das Fest auch die Kunde zu, daß Israels Söhne in blutiger Feldschlacht des Feindes vielfache Ueberzahl besiegt und durch den eigenen Opfertod das Heiligthum des Herrn von den entsetzlichen Gräu.eln gereinigt haben, mit denen des Bedrängers Hand es besudelt hatte. Wir sind es gewöhnt, Chanuka als eine laute Versicherung dessen zu betrachten, daß nur der Geist wahrhaft siegt und nicht die große Zahl und nicht die äußere Kraft, als eine lebendige Mahnung, daß wir — mitten im Drange des festtagarmen Winters mit seiner erhöhten Arbeitsamkeit — des Väter glaubens und der Vätertreue nicht vergeffen und das trübe Dunkel unserer körperlichen und geschäftlichen Interessen zu erwärmen und zu erleuchten suchen durch des Gedankens Licht! Todt ist und bleibt unsere Arbeit, wenn nicht der Geist des Göttlichen sie belebt : Das Schwert des Syrerkönigs war nicht spröder geschmiedet und nicht schlechter geschärft, es war nicht aus morschem Stahle gefertigt und stack nicht stolzer im Heft, als das Heldenschwert Juda Makkabi's; und dennoch unterlag der Tyrann, denn der Geist erst, der die Waffe schwingt, er läßt aus ihr jene Funken sprühen, die wahrhaft zünden! Und in der That, böte uns das Fest nur diesen einen Gedanken dar, daß ein Kampf für eine wahrhaft große und wahrhaft gerechte. Sache immer und überall des Sieges gewiß ist, erzöge uns das Fest mit diesem Gedanken zu Menschen, die den Kampf um's Dasein, den wir alle nun einmal zu kämpfen haben, veredeln und verschönern durch die leuchtenden Strahlen des Himmels, wahrlich, das Fest böte uns damit genug des Segens; freudig und bewegten Herzens könnten wir ihm entgegenrusen: Tpz) nm 'pbuv 7c rmn 'h 372 „Süßer und herrlicher sind mir Deines Mundes