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Der Israelit · 1896-11-19 · Heft 93 (19.11.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 93 (19.11.1896)
Date
1896-11-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1780 Bersonatieu. Linnich, 9. Nov. (Jubelfeier des Herrn Lehrers Sassen.) Die schöne Feier begann Morgens 11 Uhr im Hause des Jubilars. Eine Deputation der isr. Gemeinde, darunter der stellvertretende Borste her, überreichte im Flamen der Gemeinde ein werthvollcs Geschenk (eine goldene Uhr). Bei dieser Gelegenheit nahm derselbe Veranlassung durch eine Ansprache die Verdienste des bewährten Lehrers als Eizieher der Jugend sowohl, wie als Seelsorger der Gemeinde hervo zuheben. Er betonte, wie derselbe es verstanden, den Frieden u d die Eintracht in der Gemeinde zu fördern, Gottesfurcht und Tugend zu erhalten, sowie sich die Achtung und Liebe sämmtlicher Bürger der Stadt ohne Unterschied des Glaubens zu erringen gewußt Hobe. Unterdessen hatten sich die Kinder in der nebenan gelegenen Schule versammelt, um auch ihrerseits ihren Lehrer an dem seltenen Festtage durch passende Lieder und Gedichte zu erfreuen. Jeder der Kleinen trug ein Gedicht vor, worauf sich der Jubilar iu der herzlichsten Weise bedankte. Mit warnreir Worten betonte er, wie sehr ihm die Kleinen arr's Herz gewachsen und versprach, so wie bisher, auch fernerhin mit frischem Muthc all' seine Kraft einsetzen zu wollen, um sie zu nützlichen und brauchbaren Menschen der Gesellschaft heranzubilden. Sämmtliche Gemcindemitglieder brachten fobfinu ihre Glückwünsche an. Reiche Bluinenspenden, innige Gratulationen von der ganzen Bürgerschaft, dem städtischen Ober Haupte, von früheren Schülern aus Fern und Nab, sogar von jenseits desOccans häuften sich zur Freude des Jubilars iu stattlicher Anzahl an. Abends versammelte sich die ganze Gemeinde mit ihrem Lebrcr nebst Familie im Lokale Hintes, woselbst von einem früheren Schüler des Jubilars, Herrn Jakobi, ein Prolog gesprochen wurde. Sodann brachten eine ganze Anzahl ehemaliger Schüler und Schülerinnen, welche durch frühere Veranstaltungen als Theatcr-Dlllctantcn bereits von ihrer Thätigkeit ein vortbeithaftes Zeugniß abgelegt, mehrere Theaterstücke zur Aufführung. Wiederum haben sie cs voll und ganz verstanden, die Anwesenden bis zur späten Stunde prächtig zu unterhalten. Sichtlich gerührt bedankte sich der Jubilar in einer längeren Rede für alles das, was zu seiner Ehre geschehen, rmd fand die Feier mit einem dreifachen Hoch auf Kaiser und Reich einen erhabenen Abschluß. Möge es dem Jubilar vergönnt stiu, noch lange Jahre in uugcschwächter Gesundheit zu unterrichten. Roch zu erwähnen sei, daß dem pflichttreuen LGrer eine große Zahl Depeschen nebst vielen ansehnlichen Geschenken zugegangen sind. Lehrer Froh mann. -Vermischtes. < Berlin (Treitschke als Bileam.) In einer interessanten Studie: „Heinrich v. Treitschkes Lehr- und Wanderjahre" im „Rigaer Tagblatt" wird von dem verstorbenen Historiker folgendes mitgetheilt: Zu seinen Freunden gehörten unter anderem die Brüder Rokk, der Jurist Martin (jetzt Obcrlcmdesgerichtsrath in Hamburg) und Alphons Oppenheim, Naturforscher und Jude, aber von Treitschc tief ins Herz geschlossen. Als er starb, schrieb Treitschke einem Freunde: „Ein liebevolleres Herz habe ich unter Männern nie gesunden, mir geht mit ih n ein Stück Leben verloren;" und als er viele Jahre später seine heftig angegriffene Schrift über die Judenfrage erscheinen ließ, stand Oppenheims Bild ihm vor Augen. „Als ich jenen Aufsatz schrieb, mußte ich unwillkürlich an einen verstoiberren Jugendfreund denken, einen guten Deutsche» jüdischer Abstammung, einen der treuesten, liebevollsten und uneigennützigsten Menschen, die ich je gekannt;.ich richtete meine Worte so ein, als ob ich mit ihm spräche, und hoffte auf die Zustimmung jener Juden, die sich ohne Vorbehalt als Deutsche fühlen". Wir wußten gar nicht, daß Herr v Treitschke — so kurzsichtig gewesen ist. Arattkenthal (Pfalz). Die feierliche Einführung des neu gewählten Eantors, L. Levi, fand am vergangenen Freitag Abend statt. Die israelitische Eultusgemeinde war fast vollzählig in der Synagoge erschienen. Als Gäste waren zugegen: Vertreter der Stadt, der königl. Rektor des Pro„ymuasiums, der Direetor der Handelsschule, Lehrer beider christlichen Eoufessiouc». sowie eine Anzahl Personen christttchen Bekenntnisses. Die gesanglichen Leistungen, sowie die herzliche Ansprache dcs Herrn Levi. machten aus alle Anwesenden einen äußerst günstigen Eindruck. Möge Herr Levi iu seinem W rken sich balo die Sympathie erwerben, die man seinem Vorgänger, dem fei Herrn Isak Singer, iu so reichem Maße von allen Seiten eutgegengebracht hatte. Wesel, 10. Nov. Zum Geburtstage Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin hatte der hier wohnende Journalist, Herr S Frankfurter, Allerhochdersclben ein von ihm verfaßtes Glückwunsch-Gedicht übersandt. Heute nun wurde derselbe hieNür durch ein Dankschreiben aus dem Eabinet Ihrer Majestät geehrt. — Bereits zu mehreren Malen sind aus ähnlichen Anlässen dem Herrn Frankfurter von 3t)vcv Majestät der Kaiserin Friedrich und Sr. Kgl Hoheit dem deutschen Kronprinzen so'che Auszeichnungen zu Theil geworden. Wien. (110 Jahre al t). Anfangs Januarkoiiiiuettden Jahres begeht der älteste Mann von Wien, der in Währing wohnhafte M. E. Kohn seinen 110. Geburtstag. Trotzdem der Greis erst vor Kurzem eine dreiwöchentliche Krankheit übcrstand, fühlt er sich wieder so frisch und muner wie zuvor. Es war dies überhaupt die ziveite ernstliche Erkrankung während seines Lebens Die erste Krankheit bestand er unmittelbar nach dem Ueberschreiteu seines 100. Lebensjahres. Man sieht dem Mann sein Patriarchenalter nicht an, weil das von schneeweißen Ba t- und Haupthaar eingeruhmte Gesicht st st gar keine Runzeln ausweist. Ein ordnungsmäßig vom Notar und dem Sekretär der Gemeinde Fraukircken (Wieselburger Komitat) ausgestellter Heimatsschein bestätigt, daß der Mann daselbst im Jahre 1787 geboren wurde. Kohn war 91 Jahre alt, als er init feiner zweiten Frau, einer 74 jährigen Matrone, von Frankst chen zu seinen in Wien lebenden Kindern übcisiedelte. Der Greis spricht noch ganz vernünftig und verständlich. Sein Auge ist noch so gut, daß er in seinem gtoßgediuckten Gebetbuche ohne Brille lesen kann. Bewundernswerth ist das Gedacht; niß des Greises, das noch so manche Episode aus der Franzosenzeit treu bewährt bat. Kohn lebt von Unteriiützungeii, die ihm seine Familie — diese ist selbst unbemittelt — und Wohlthäter augedeihcn lassen. Paris. Zum Dircctor der Pariser Sternwarte wurde Professor Moriz Löwy. ein gebürtiger Wiener, ernannt. imUmin Stoße liir Festpctte 7 Meter Noppen-Bocker .... zum Kleid für M. 1.50 Pfennige, 7 „ Waschstoff (garant, waschächt) „ „ „ 1.5 4 „ 7 „ Levantlne „ „ „ „ „ 2.80 „ 6 * Damentuch, solider Qualität „ „ „ 3.30 „ 6 „ Veloutine, „ „ „ „ „ 3.90 „ Ge legen heit» kaut« in Wolf- und Waschstoffen - zu reduzlrten Preisen - versenden in einzelne i Metern, Roben, sowie ganzen Stücken franoo in’s Haus, Muster auf Verlangen umgehend OETTlKliER & Co., Frankfurt am Main. Abtheilung für Herrenkleiderstoffe: Buxkin z. ganz. Anzug f.M. 4.05 Pi, Cheviot z. ganz. Apzug f. M. 5.Ö.5 Pf.

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