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Der Israelit · 1896-11-19 · Heft 93 (19.11.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 93 (19.11.1896)
Date
1896-11-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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KtXTII JatzrgmiS. M 98. Ein Der Israelit Kentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. in Wtsrnz Do««erstag, de« 19. Nov emder 5657 (18S6). sür Eine abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat Dezember aus den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter deS Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Dir Erprditio» des „Israelit". Leitender Artikel. Samson Ronhakl Hirsch und dir Israelitische Rellgioasgeskllschaft j« Franks«« a.M. Bon Director Dr. Mendel Hirsch. X. Wir führen noch zwei Stellen aus dieser herrlichen Schrift an. Einmal die köstliche Jllustrirung des „Prinzips": die Religion im Bunde mit dem Fortschritt (S. 11 f.) und sodann die kernigen, von heiligem Zorne durch bebten Schlußworte, S. 38 ff. „Ob wir das Prinzip auch recht verstanden? Od wir in den gezogenen Consequenzen iym nicht zu nahe gethan? — Sehen wir's in concreter Wirklichkeit an. Das Buch der jüdischen Religion, die nur im Bunde mit dem Fortschritte gelten soll, spricht scharf und klar ihre Anforderungen aus, z. B.: „Du und Deine Nachkommen bewahret mein Bündniß für alle eure Geschlechter zum ewigen Bunde, acht Tage alt soll jeder deiner Söhne beschnitten werden, und das sei mein Bündniß an eurem Leibe zum ewigen Bunde! Wer die Beschneidung unterläßt, wird vernichtet aus seines Volkes Reihen, mein Bündniß hat er zerstört," — spricht die Religion. Die Mutter, eine Dame des Fortschrittes, spricht: Welche Barbarei, ein neugeborenes Kind zu verwunden! — und ist humaner gegen ihr Kind, als Gott, der Schöpfer, dem sie das Kind verdankt. Der Vater, ein Mann des Fortschrittes, spricht: Die Civilisation will Verschmelzung aller Menschenracen und verträgt nicht mehr solche sondernve Abzeichen! — und ist weiser und des Menschenziels bewußter, als Gott, der Schöpfer und Gründer der. Menschheitentwickelung, der doch in seiner Weisheit, obgleich Er selber die künftige Einigung aller Menschengeschlechter als Ziel aller Zeitentwicklung enthüllt, doch es in seiner Weisheit für gut gefunden, ein Volk, eben als Vehikel dieser Einigung, auszusondern. Vater und Mutter sprichts, die Religion muß schweigen, — und der Diener der Religion spricht mit himmelgewandtem Auge seinen Segen dazu. „Für alle ihre Geschlechter zum ewigen Bunde sollen Israels Söhne den Sabbath halten." „Der 7. Tag ist Sabbath dem Herrn deinem Gotte, keinerlei Arbeit darfst du dann verrichten." „Ihr sollt kein Feuer anzünden am Sabbath- Tage," — so das Buch der Religion. Aber der „F o r t s ch r i 11" spricht: Will man den Sabbath halten, muß man so manchem Gewerbe, so manchem Industriezweige, so manchem Geschäfte, so manchem Berufe entsagen, die Cwilisaüon mit ihren gesteigerten Communications- und Verkehrsmitteln duldet nicht das Rasten eines ganzen TrgeS von sieben; — auch der brennende Tabaksstengel gehört zur Civilisation; — die Civilisation forvert's, der Fortschritt gebielet's, der Sabbath fällt, der Fortschritt siegt-und der Diener der Religion drückt den Weihestempel auf eine Sabbathfeier ohne Sabbathruhe, weihet mit Orgelklang den geschändeten Sabbath

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