Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 92 (16.11.1896)
- Date
- 1896-11-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1765 loren, welche sich einmüthig verbinden muffen, um gegen den Aberglauben zu Felde zu ziehen, und die jüdische Religion brauche das Licht nicht zu scheuen. Die interessanten Ausführungen des Redners, welche wir hier nur flüchtig andenten können', erregten das Interesse der Zuhörer in hohem Grade und wurde dem Redner am Schluffe seines Vortrages reicher Beifall zu Theil. Vermischtes. Berlin. (W a r e n die K i n b c v Israel in Aegypten?) Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Aufsatz von Ludwig Rieß, Professor an der Universität zu Tokio, in den „Preußischen Jahrbüchern". Rieß wendet sich in erster Reihe gegen die F-orschungsresultate der beiden fachmännischen Autoriiäten, Prof. Stade-Gießen und Pros. Ed. Meyer-Breslau, die dahin gehen, daß die Kinder Israels niemals in Aegypten gewesen seien. Nicß hält entschieden daran fest, daß die Tradition im „Alten Testament" Wahrheit sei. Nach seiner Auffassung verhält sich der historische Vorgang etwa folgendermaßen: Bald nach der Vertreibung der Hyksos eroberten die ägyptischen Könige einen g'oßen Theil Snriens: während dieser Eroberung hatten die Israeliten im nordöstlichen Aegypten im Lande Gosen Aufnahme gefunden. In der Mitte des 15. Jahrhunderts bedrohten jedoch die Ehetiter vom Norden her die ägyptische Herrschaft in Palästina, so daß sich die Aegypter hinter den Isthmus von Suez zurückziehen mußten. Da Gosen eine Grenzprovinz war, so erklären sich die in der Bibel erwähnten Bauten der Vorrathsstädte Pitholn und Ramses aus znilitärischen Erwägungen und die harten Fronarbeiten der Hebräer aus der ägyptischen Landesverfassung. Es brachen aber nomadische Stämme von Osten und Westen ein, wodurch kriegerische Verwickelungen in Aegypten entstanden. In deren Verlauf müssen die Israeliten zunächst nach Suez Red.) in südöstlicher Richtung gezogen sein. Auf der Halbinsel Sinai im Osten des Busens von Suez werden dann die Israeliten gezeltet haben, was mit der biblischen Darstellung übereinstiMMt. Die höchste Beweiskraft schreibt Prof. Rieß dem im 15. Kapitel des Exodus eingeschalteten Lobgesang Moses' zu. Prof. Rieß argumentirt auch gegen die oben erwähnten deutschen Autoritäten mit dem Hinweis darauf, daß das Fehlen von jeglicher Erwähnung der Hebräer an den in Aegypten aufgefundenen Denkmälern noch lange nichts gegen die biblische Erzählung beweise. München. Frau Baronin von Hirsch in Planegg hat, wie die „M. N. Nachr.^ hören, als Beitrag für die erste Volksheilstätte bei Mariaeich, deren Grundsteinlegung seitens des ^Vereins für die Errichtung von Volksheilftätteu in Gegenwart des Prinzen Ludwig von Bayern stattfand, Mk. 100,000 gespendet. Prag. Das Prager Amtsblatt verlautbart zwei Stiftuugserledigungeu, welche der Zufall unmittelbar aufeinander stellte. Es wird im ersten Concurse bte MUDr. Johann Tabor'sche Wittwenstiftung und in: zweiten eine gleiche Dr. Isidor Jeiteles'sche Wittwenstiftung ausgeschrieben. Die erste für katholische Petenten, die zweite ohne Unterschied der Confession zugänglich. Gleichzeitig werden jetzt in der Sim. von Lämmel'schen Anstalt von den 25. christl. Freiwohnungen, wegen Ablebens drei treue christliche Parteien ausgenommen. Den Pendant hierzu', bildet die Besetzung circa 50 Freiplätzcn m der städt. Olivaanstalt für verlassene Kinder, Bedingung vt christliche Eonfession. Und so gehts ins Unendliche mit all:n Stiftungen trotzdem bei der Stabt und bei der isr. Eultusgemeinde eine Anzahl jüdischer Stiftungen für Christen oder für alle Confessionen bestehen z. B. Frankl'sche, Frcund'sche, Bunzl'sche, Elbogeu'sche, Reach'sche u. A. Rom. Unter den anläßlich der Vermählung des Kronprinzen von Italien nenernannten Senatoren befindet sich and) der Ministerialdirektor Malvano. Briefkasten der Expedition. N. 67, 69 und 73 vom Jahrgang 1896 werden von der Expedition des Israelit znrückgekauft. Letzte Nachrichten. Main;, den 16. November. Heute Nacht verschied der älteste Bruder unserer Mutter, der älteste Sohn von Rabbi Samuel Bondi Herr Jonas Bondi im vollendeten 79. Lebensjahre, Vorstand der hiesigen isr. Religionsgesellschaft und nn ’z: in weitern Kreisen unter dem Namen „Rabbi Jonah" bekannt. Die Beerdigung findet morgen, Dienstag, den 17. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr, statt. Einem letzten Wunsche des Dahingeschiedenen entsprechend, soll jede 'Nachrede, sowie jedes Lob auf denselben unterbleiben. Auch soll man ihm den Titel Morenu nicht beilegen. rr3r:n. Ättjeige Für den folgenden Theil ist die Nedaction nicht veraWortlich süchtiger Geschäftsmann wüttschtz sich mit einer verttiög.Wittwezu verheirathen Oyeiten urt.r 8. 5900 on die Geschäftsstelle d. Bl. cr>ieVorbeter. Schächter & und ReligionSlehrerstelle in hiesiger Gemeinde ist zu besetzen. Gesammteinkommen 750 M. 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