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Der Israelit · 1896-11-16 · Heft 92 (16.11.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 92 (16.11.1896)
Date
1896-11-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVII. Jahrgang. M 92 Der Zsraelit. EtN Aentrat-Grgan für das orlhodoXe Iudenthum. Begründet von Dr. in Hainj. Montag, den 16. November 5657 (1896). Mne Mrrvk abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat Dezember auf den ,,Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Erpe-rtton des „Israelit". Leitender Artikel. Sin mertuuürDlger Mschmüg der jLdislheü llffeutliltzkü MeMnz. ii. Mainz, 13. November. Jede große Sache hat zuerst unmöglich oder phantastisch geschienen. Daß dies auch bei dem Dr. Herzl'fchen Plan eines Judenstaats der Fall ist, würde uns daher nicht bestimmen seine Verwirklichung in Frage zu stellen. Die große Mehrzahl derer, die es thun, und die ganze Angelegenheit als utopischen Traum behandeln, hat den großen Gedanken noch nicht einmal in allen Details mit der Hingebung und der Vertiefung nachgedacht, die er doch von jedem beanspruchen darf, der sich an der Discussion betheiligt. Es ist auch ganz naturgemäß, daß ein kühnes Projekt wie das vorliegende, zunächst von einem Einzelnen in seiner ganzen Totalität erfaßt wird, und daß lange Zeit darüber vergeht, bis dieser Gedanke auch vielen Einzelnen und dann den Massen geläufig wird. Aber so viel steht fest: Wenn dieser Plan lebensfähig ist, wenn wir selbst seine volle Verwirklichung erleben sollten, der Herzl'sche Judenstaat wird nicht die Realisirung des Ideals sein, das unsere Thora verkündet, unsere Propheten prophezeit und in dessen Erreichung die Sehnsucht des heißesten Lebenswunsches der jüdischen Diaspora seit Jahrtausenden aufgeht. Gewiß ist Sammlung das bewährteste Mittel gegen Zerstreuung, sowie gegen die Schwäche, die aus unserer Zerstreuung resultirt und uns allen Unbilden der Stärkeren preisgibt Es ist das so gewiß wahr, wie Schlaf das beste Mittel gegen Schlaflosigkeit ist. Man kann diesen Schlaf zwar durch Opiale künstlich erzeugen, aber es ist denn doch der natürliche Schlaf nicht, der uns fehlt. Einmal angenommen, daß man die Sammlung der Zerstreuten Israels künstlich nach dem Herzl'fchen Recept bewerkstelligen könne, so ist es doch aber die uns von Gott gewährleistete Sammlung nicht, der unser: „Neber's Jahr in Jerusalem!" gilt. Um das darzuthun, daß nämlich unsere Hoffnung und die Dr. Herz'sche sich wie Tag und Nacht, wie Sein und Nichtsein unterscheiden, bedarf es nur eines Blickes in unsere heiligen Urkunden, die Herr Dr. Herzl vollständig ignorirt. Der Geist, der aus diesen heiligen Urkunden unserer Bekenntnißschriften spricht, ist die Lebensseele der großen Massen, die für das große Werk gewonnen werden sollen. Schon deßhalb ist ihre Jgnorirnng ein verhängnißvoller Fehler. Da wird uns nun an verschiedenen Stellen unsere Zerstreuung als eine längst vorher verkündete göttliche Veranstaltung gelehrt. V. B. M., Cap. I V, V. 27 heißt es: „Zerstreuen wird Gott euch unter die Völker und ihr werdet in geringer Anzahl übrig bleiben unter den Nationen, wohin euch Gott führen wird." Ebenso V. B. M., Cap. 28, V. 64 und anderwärts. An den angeführten Stellen werden auch die Verirrungen eingehend aufgeführt, welche unsere Zerstreuungen veranlaßten. Auch wird uns verkündet, daß diese Zerstreuung ein-

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