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Der Israelit · 1896-11-12 · Heft 91 (12.11.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 91 (12.11.1896)
Date
1896-11-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVII. Jahrgang. £ 91 Ei» Der Israelit Gentrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dp. Lehmann in M^tnz Donnerstag, den 12. Leitender Artikel. Samson Dvtzarl Hirsch nnd die I5rielitischeNelIsiolisgeskl>schist!uFrMMa.W. Von Director Dr. Mendel Hirsch. IX. Nach dieser kurzen Abschweisung kehren wir noch mit einigen Worten zu der Schilderung der bei der Gründung der Religionsgesellschaft herrschenden Zustände und der von ihr zu überwindenden Schwierigkeiten zurück. Wir beabsichtigen ja keineswegs hier eine Geschichte der Religions-Gesellschaft zu geben und beschränken uns deshalb darauf, nur noch von dem bereits oben angedeuteten Versuche zu berichten, mit welchem der Inhaber der Gemeindekauzel noch einmal den Angriff unternahm, der dem Leiter der Gemeiudeschute so kläglich mißglückt war. Nur in Parenthese möchte ich zugleich darauf Hinweisen, daß in dem prinzipiellen Gegensätze zwischen der „Israelitischen Gemeinde" und der „Israelitischen Neligionsgesellschaft" sich seit den Zeiten, von denen wir hier berichten, nichts geändert hat. Die Kanzel der Hauptsynagoge und die Realschule der Gemeinde stehen ausgesprochen im Dienste des entschiedensten Abfalls vom Gottesgesetze, jetzt wie damals. Und deshalb sind die Darlegungen unseres Rückblickes in vielen Beziehungen von entschiedenstem aktuellen Interesse. Mit der in unserem 7. Artikel mitgetheilten Erwiderung von Samson Raphael Hirsch waren die Wolken verscheucht, die von außen die Schule bei ihrer Eröffnung bedroht hatten. Den schlagendsten Beweis für ihre Rothwendigkeit hatte namentlich die zweite Erklärung des Leiters der Gemeindeschule für November 5657 (1896)._ alle geliefert, die ihre Kinder nicht in den von der competentesten Seite dargelegten Prinzipien dieser Anstalt erziehen laffen wollten. Was zur Untergrabung dienen sollte, das gereichte, wie so oft, in Wirklichkeit zur Consolidirung. Gleichwohl wurde im Kreise der Religionsgesellschaft mit großer Spannung der ersten öffentlichen Prüfung eutgegengesehen. So groß war der Respect vor der Gemeindeschule. Bei gar manchem war es auch ein Rest kleinmüthiger Verzagtheit, ob denn wirklich „fromnre" Lehrer so Tüchtiges leisten könnten, wie die Herren vom Philanthropin. Mag man nun auch den Werth solcher Prüfungen im allgemeinen mit Recht nicht hoch anschlagen: die Art, wie sie eine ganze Reihe von Jahren hindurch bei uns abgehalten wurden, gestaltete sehr wohl, namentlich dem Sachverständigen, einen Einblick in den Unterrichtsbetrieb und ein Urtheil über die Leistungen. Die wackeren Lehrer hatten mit treuer Hingebung gearbeitet. Der Erfolg war ein glänzender. Eine große Zahl von Lehrern der Realschule der israelitischen Gemeinde waren gegenwärtig — die Prüfung dauerte die ganze Woche und sämmtliche Gegenstände wurden in sämmtlichen Klaffen vorgenommen. — Diese College», das sei ihnen noch nach Jahren dankbar gedacht, erklärten im Kreise der Gemeinde die Leistungen für vorzüglich, ganz abgesehen vom Hebräischen, werde auch in den Gegenständen der allgemeinen Bildung bei ihnen nicht mehr geleistet. Dieses gewiß unverdächtige Zeugniß bestätigte nur den unmitttelbar gewonnenen Eindruck. Der Ruf der Schule war damit gegründet. Gegen diese Ehrlichkeit der Eollegen sticht in erschreckender Weife ab die würdelose Unaufrichtigkeit, mit der der damalige Gemeinderabbiner nunmehr vorgeht. Jener ungeahnte Erfolg raubte, wie es scheint, ihm den Schlaf. Das Undenkbare war Ereigniß geworden, die Orthodorie hatte sichtlich in

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