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Der Israelit · 1896-11-09 · Heft 90 (9.11.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 90 (9.11.1896)
Date
1896-11-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1722 Italien. (n) Rom, 27. October. Das Neuvermählte kronprinzilche Paar empfing heute den Schriftsteller Cesare Augusto Levi in Privataudienz und dankte ihm für die schöne Aufmerksamkeit, die er dadurck erwies, daß er zur Hochzeit des erlauchten Paares ein Werk über Montenegro, der Heimath der Prinzessin Helena, veröffentlichte. Der Kronprinz erzählte dann dem Schriftsteller auch von seinem zweimaligen Aufenthalte in Montenegro und entließ ihn nach einer herzlichen Verabschiedung. M a r o c c o. (fl) Tanger, 28. October. Es gereicht mir zur Fr ude Ihnen mittheilen zu können, daß Bacon Willy v. Rothschild in Frankfurt a. M, wahrscheinlich angeregt durch meine im „Israelit" v. 8. d. M. veröffenilichte Correspondenz über das große Brandunglück, von dem das Judenviertel in Fez, während des vergangenen Sukkothfestes heimgesucht wurde, dem deutschen Gesandten hier den Betrag von zehntausend Mark mit der Bitte übermittelt hat, diesebe freundlichst an die Judengemeinde in genannter Stadt zur Verkeilung an die durch den Brand Beschädigten senden zu wollen. Der deutsche Gesandte hat sogleich diesen Gelobeirag an seinen Agenten in Fez übersendet. Ohne der jüd. Gemeinde in Fez und ihren Rabbinern, die schon wiffen werden, wie sie für diese große Spende ihren Dank abzustatten haben, vorgreifen zu wollen, wünsche ich dem edlen Spender, daß wasps wwtsn rar "i . K"T3 c^trrn p's «21-1:3 mx-if? iron ptruoi -7- Personalien, -fr Tauberrettersheim. Vorige Woche verschied der in weiten Kreisen bekannte Hajam ^ulzbacher nach kurzem schweren Leiden im Alter von 71 Jahren. Von Nah und Fern waren Verwandte und Bekannte herbeigeeilt, um dem theueren Verblichenen das letzte Geleit zu geben. Das große Leichenbegängniß gab von der Achtung, die ihm allenthalben zu Theil wurde, beredtes Zeugniß. Sein Haus stand den Armen immer offen. Weit und breit war er auch durch sein Wohlwollen bekannt. Aber nicht im Wohlthun allein suchte er seine Religion zu bethätigen, sondern auch in der Ausübung jeder mao. So gering dieselben auch scheinen mochten, war er stets eifrig vemüht, dieselbe ganz zu vollführen. Sein ganzes Sinnen und Streben war darauf gerichtet, ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen. Neben der Ausübung der jüdischen Pflichten, war er bis fast zu seinem Ende in seinem Geschäfte eifrigst bemüht. Seine strenge Neelität und wahre Rechtschaffenheit gaben ihm bei Glaubensgenossen und Andersgläubigen großes Ansehen. Am Grabe sprach der Lehrer der dortigen Gemeiude über die herrlichen Tugenden des Verblichenen. vermischtes. Ar»S dem Großherzogthitm Hessen Unsere Regierung hat wiederum gezeigt, daß sie jüdische Lehrer, wo es möglich ist, gerne anstellt. So wurde dieser Tage Herr Samuel Joseph au der erweiterten Volksschule zu Wörrstadr angestellt. Berlin. Nach einer Mittheilung aus der letzten Sitzung des Vorstandes der Jüd. Lesehalle befinden sich unter 1755 im Katalog verzeichneten Werken 243 Belletristica, 216 Hebraica. 185 Philosemitica, 95 Erbauungsschriften, 87 Talmudica, 73 Bibl Litteratur, 45 Biographien. Die übrigen 811 Bände verteilen sich auf folgende Rubriken: Kultur und Litteraturgeschickte, Philosophie und Pädagogik, Kultus und Ritus, Zeitschriften, Kalender, Berichte und Antisemitica. Während des vergangenen Sommerhalbjahres entliehen 120 Damen und Herren Bücher; die tägliche Besucherzahl schwankte zwischen 50—60 Lesern, am Freitag, Samstag und Sonntag belief sie sich auf das Doppelte. Vom 1. November ab ist die Lesehalle auch in den Abendstunden von 8—10 Uhr am Sonnabend, Montag und Donnerstag geöffnet. Dem Vorstand wird die Anerkennung nicht versagt werden können, daß er dem thatsächlich vorhandenen Bedürfn ß nach Existenz einer jüdischen Lesehalle nach Kräften abzuhelfen bemüht gewesen ist und einer größeren Anzahl von Lesern, die sich aus allen Berufen zusammensetzen, eine Stätte bereitet hat, in der sie unsere jüdischen Blätter leien und Kenntnisse in jüdischer Litteratur und Geschichte durch eigenes Studium erwerben, befestigen und vertiefen können. Berlin. Wegen Beleidigung des Frhrn v. Mirbach, Oberhofmeisters der Kaiserin, ist gegen den Schriftsteller Ludwig Schwennhagen und den Verleger des antisemitischen „Dtsch. Generalanz." Karl Sedlatzeck Anklage erhoben worden Beanstandet ist ein Artikel in Nr 42 des Blattes vom 24. Mai 1896, betitelt: Der Judengeldsammler für die Berliner Kirchenbauten", als dessen Verfasser Herr Schwennhagen ermittelt wurde. Jchenftansen, 4. Nov. Verflossenen Samstag Abend erfreute uns ein Kunstgenuß, der um so höher anzuschlagen ist, als er uns von einem streng-frommen Jehudi bereitet wurde, und der deshalb verdient, in diesem Blatte bekannt gemacht zu werden. — Herr Concertsängcr Max Rothschild aus Karlsruhe gab auf Verlangen hiesiger Musikfreunde ein Eoncert, in welchem er Lieder von Schubert, Löwe, Lortzing, eine Arie aus Josua von Händel rc. zu Gehör brachte. — Herrn Rothschilds Stimme zeichnet sich durch Wohllaut, großen Umfang und sehr deutliche Aussprache aus. Auch in seinem hier gegebenen, sehr gut besuchten Eoncerte erntete er mit seinen Vorträgen sehr großen Beifall, so daß ihm wohl bald wieder Gelegenheit geboten werden dürfte, uns durch seine herrlichen Lieder zu erfreuen. — Das Accompagnement der Gesänge hatte Herr Lehrer Brader übernommen und in meisterhafter Weise durchgeführt. — Besonders rühmend verdient noch hervorgchoben zu werden, daß der hiesige erste christliche Lehrer Herr Mayrhofer, ein ausgezeichneter Violinspieler, bei diesem Eoncert in liberalster Weise mitwirkte. Er spielte mit Herrn Lehrer Brader Stücke von Beriot und Dancla und ernteten beide Herren den größten Beifall ob ihres trefflichen Zusammenspiels. (Herrn Max Rothschild, unserem lieben Freunde und Landsmann, der nicht nur, wie der Herr Correspondent meint, ein „streng-frommer Jehudi", sondern em -pa im wahrsten Sinne des Wortes ist, wünschen auch wir ferner die besten Erfolge auf seiner Künstlerlaufbahn. Red. d. Jsr.) ArrS Bade«. Der Vorstand des isr. Asyls für Sieche, „Friedrichsheim" genannt, ist zur Zeit mit der Auswahl des Ortes beschäftigt, an welchem dasselbe errichtet werden soll. Es kommen in Betracht die Orte: Kippenheim,

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