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Der Israelit · 1896-11-05 · Heft 89 (5.11.1896) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 89 (5.11.1896)
Date
1896-11-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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in der Lage sind das Kaddischgebet zu verrichten, ohne Inhalt und Bedeutung desselben zu verstehen, werden das Schristchen mir Freuden begrüßen. Wenn das Thema auch nicht nach allen Seiten erschöpfend behandelt wird, so ist doch Vas Gebotene derart dargestellt, daß es seinem Zweck völlig genügen dürfte. — Wir haben uns bei der Lektüre an der Art und Weise gestoßen, mit welchem der rrnx bv 22? in deutscher Sprache wiedergegeben wird. Es ist dies wohl dem Beispiele Jellineks zuzuschreiben, der dem Verfasier auch sonst als homiletisches Vorbild gibt. Davon abgesehen, können wir unseren Lesern, die sich über die Bedeutung des Kaddisch belehren möchten, das Büchelchen bestens empfehlen. 1)8. Fürth, im Marcheschwan 5657. In der jüngsten Zeit, wo sich theils unter dem Druck immer erschwerten Lebenshaltung, theils unter dem Einfluß geistiger Zerfahrenheit, die Beschäftigung mit der Thora auch in den frömmsten Kreisen auf ein einsames Stündchen zurückgezogen hat und der einst so lebendige Quell des Talmudstudiums fast zu versiegen droht, muthet es uns wie ein Gruß aus der alten, liebgewordenen Heimat an, wenn wir jenen Quell doch einmal wieder sprudeln hören, und dankbar wollen wir jedem sein, der uns daraus einen erfrischenden Trunk reicht. Diesesmal ist es ein Gelehrter aus russischer Schule, aber längst bei uns eingebürgert, Rabbi Hirsch Kahan, ein Schüler der einst so berühmten, jetzt leider aufgelösten Jeschiba zu Wolosin, der uns in seinem Werke '23; nax eine Fülle von B'ttnrn zunächst auf ry rsso bietet, die uns durch ihren Scharfsinn, oft auch durch ihre die Praxis berührenden Ergebnisse erfreuen. Man vergleiche z. B. die treffliche Erklärung zu n;p2 rrre 's 5p, oder die lichtvolle Bemerkung zu der Anordnung im Texte der xrsntP’X“: xr>'2i rr-nn zy y -p ‘z: (auch bezüglich von von praktischer Bedeutung), oder o -p die Erörterung von nrp "32x2 N2'2?v — lauter Untersuchungen, die durch ihre Einfachheit ansprechen und zu sicheren Resultaten führen. — Da so manches gedruckt wird, was besser im Verborgenen geblieben wäre und man daher gegen neue Erscheinungen auf dem Gebiete der talmudischen Litteratur oft mit Recht mißtrauisch geworden, so halte ich es für angemessen, auf dieses Werk '22: *ncx aufmerksam zu machen, in der Ueberzeugung, daß es jeden Sachverständigen befriedigen und manchem einen hohen Genuß oereiten wird. Die Fortsetzung zu diesen O'Lni'n, vorläufig auf pm» und mso befindet sich bereits im Druck, doch wird die Vollendung erst durch die Theilnahme möglich werden, welche der vorliegende erste Theil findet *). Möge jeder, der noch Sinn für *) Derselbe ist vom Verfasser selbst um mäßigen Preis zu beziehen. mim noar hat, im Kreise seiner Freunde für die Verbreitung dieses Werkes bemüht sein, das die ungetheilte Anerkennung der bedeutendsten Autoritäten, u. a. der Qberrabbiner von Jerusalem und des Qberrabbiners von Lemberg gefunden hat. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Altona, 30. Ort. Gestern Abend versammelten sich die Mitglieder der „Klaus", um in dem festlich erleuchteten Bman r?2 einen evd aus c?E?-p isc zu feiern. Der 89jährige Klausrabbiner Doneen pnn |*"2 2pr Tina beendete mit sehr schönen Erläuterungen ~-2, worauf Herr Rabbinatsassessvr E. Munk die Gäste begrüßte, und den Uebergang von mnt:8 curip von r,y-:b narr erklärte. Herr Oberrabbiner Dr. Lerner hob den Werth der Klaus und Klausner zur Verbreitung von ner-pn hervor, woraus Herr Klausrabbiner E. Duckesz mit tiefemvfundenen Worten das große Verdienst der erstgenannten Klausrabbiner als wahre nnn ’;pi feierte. Herr W. Möller dankte im Namen des Vorstandes und schloß mit dem Wunsche, daß der echt jüdische Geist und -ncP mr. in unserer Gemeinde auch ferner erhalten bleibe. Vermischtes. Berlin. Die antisemitische „Staatsbürgerzeitung" ist jetzt zum zweiten Male beschlagnahmt worden. Die erste Beschlagnahme erfolgte bekanntlich wegen eines den Staatssekretär des Auswärtigen Frhrn. v. Marschall beleidigenden Artikels, wegen dessen vom Herrn Reichskanzler Strafanzeige gegen das Blatt erstattet worden ist. Die zweite Konfiskation erfolgte wegen der Veröffentlichung des Beschlusses des Amtsgerichts über die erste Beschlagnahme. Berlin. Eine neue antisemitische Vereinsgründung ist unter dem Namen „Germanischer Volksbund" ins Leben gerufen worden als Ersatz für die Ahlwardt-Bückel'sche „Antisemitische Volkspartei", welche sich aufgelöst hat. Schwarz, Roth, Gold sind als „Bundeslarben" gewählt. Der Bund will sich nun ein neu revidirtes Programm, das auf einem demnächst abzuhaltenden „Bundestage" berathen werden soll, zulegen. Lemberg. Seit dem 1. d. M. kann unsere Gemeinde ein neues humanitäres Institut ihr eigen nennen; an diesem Tage erfolgte nämlich in Gegenwart des Gemeindevorstandes und des Rabbinates die feierliche Einweihung des durch die Munificenz des dahingeschiedenen Herrn Heschels erbauten Armenhauses. Der Sohn des Stifters war zur Feier aus Wien erschienen. In seiner Festrede rühmte der Cultuspräses Herr Horowitz den Wohlthätigkeitssinn des Spenders und den Eifer des Abg. Dr. Byk um das Zustandekommen dieses Werkes. Es sprachen dann die Herren Rabbiner Schmelkes und Prediger Dr. Caro und zum Schlüsse Herr Dr. Byk erhebende Worte.

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