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Der Israelit · 1896-10-29 · Heft 87 (29.10.1896) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 87 (29.10.1896)
Date
1896-10-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
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JEBer Israelit. Central-Organ für das orthodoxe Judcnthum. Mlütier für die israel. Schule. 29. Ott. 1»9«.^ Mk. «. / Israrlitlslhel Kehmorrkill fftc das ßöiligreily Ayern. Siebzehnte Keneratversammtung. (Amtlicher Bericht.) Der isr. Lehrerverein für das Königreich Bayern hielt am 3. August zu München im Berathungssaale der Kuttusgemeinde seine 17. Generalversammlung ab. Als Vertreter der isr. Kultusgemeinde waren erschienen: Der 1. Vorstand, Herr Louis Schwab und das Vorstandsmitglied Herr Kommerzienrat!) Kirchdörfer. Ferner beehrte die Versammlung Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu. Während der Versammlung liefen mehrere Begrüßungstelegramme ein, darunter von Herrn Rabbiner Dr. Werner iu München, der s. Z. in der Sommerfrische weilte. Nach Eröffnung der Versammlung begrüßte Herr Louis Schwab die Versammlnng in herzlicher Weise. Er führte aus, daß die Kultusverwaltung gern ihren Berathungssaal der Lehrerversamnrlung überlasten habe, denn sie wiste den Werth des Lehrerstandes zu ermessen. Sie habe das Glück, in ihren Lehrern vorzügliche Kräfte zu besitzen. Der Lehrer habe einen schweren und verantwortungsvollen Beruf, der nur dadurch gemildert werde, daß es ihm vergönnt sei, in die jungen Herzen der künftigen Generation die ersten Gedanken der Sittlichkeit, der Religion und der Moral zu legen. Dieser Beruf sei jederzeit hoch zu halten und sei bei uns und in unserer Religion jederzeit hochgehalten worden, sei aber namentlich hochzuhalten in unserer so tiefbewegten Zeit, wo die Fluten von allen Seiten aneinander schlagen, wo Thron und Vaterland, Religion und alles, was der gesitteten Menschheit heilig sei und heilig sein muß, so verschiedenen Angriffen ausgesetzt ist, wie wir das ja täglich leider mitzuerleben haben. Für den Juden ist es ja doppelt nothwendig, daß ihm die Vaterlandsliebe und die Liebe zum Nächsten eingeprägt werde, wie das unsere heilige Religion ja ganz von selbst vorschreibt. In diesem Berufe wird der Lehrer seine Befriedigung finden, er wird stets bestrebt sein, den Geist unserer Religion iu den Kindern lebendig zu machen. In diesem Sinne bitte er zu wirken, damit eine Generation heranwachse, die das Judenthum nicht als eine Last betrachte, vielmehr in demselben einen Schatz mit Liebe vertheidige. Dann könne der Lehrer stolz sein auf seinen edlen und schönen Beruf. Rach diesen Richtpunkten bittet er einznleiten und zu verhandeln, indem er versichere, den Bestrebungen des Vereins größte Sympathien zuzuwenden jetzt und allezeit. (Lebhafter Beifall): Hieraus erhielt Herr Kollege Heinrich Frey— München, das Wort zur Begrüßung: Nachdem der erste Vorstand der isr. Kultusgemeinde in so herzlicher und beredter Weise die Versammlung empfangen und begrüßt habe, so gestatte er sich als dienstältester Lehrer des Münchener Lehrerkollegiums einige Worte den werthen Kollegen zu widmen. Als zur Blüthezeit oer jüoischen Nation, die mit den Erstlingsfrüchten zum Feste Wallenden den Thoren Jerusalems sich nahten und die Kunde von ihrer Ankunft in der Stadt sich verbreitete, eilten, getrieben von edlem Wetteifer und inniger Liebe zu den Stammesgenoffen, die Bewohner der Stadt hinaus, um ihre lieben Gäste mit freundlichem Gruße zu bewillkommen. So rufe auch er allen werthen Kollegen aus Nah und Fern, aus Dorf und Stadt ein herzliches Willkommen zu! Zum ersten Male seit Bestehen des Vereins seien

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