Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1896-10-29 · Heft 87 (29.10.1896) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 87 (29.10.1896)
Date
1896-10-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2448608-2448687--42743-2491759
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1663 200 M. an Herrn Benjamin Wolf. Vorsitzender der Socidte mutuelle zu Mülhausen; 100 M. an Frau Wittme Marchand zu Metz; 100 Mark an Frau Wittwe Jablouska zu Schalbach. Wien. (F u n d j ü d i s ch e r Grabstein e). Ein Archäologe schreibt der Neuen Freien Presse: Gelegentlich der Dcmolirung des Hauses Spiegelgasse Nr. 0 kamen im Keller eingeniauerte Bausteine mit Resten von vier alten hebräischen Grabinschriften zum Vorscheine, die sich derzeit noch in der Bauhütte des Reubaus befinden. Es sind im Ganzen sechs Fragmente, von denen drei zusammcngehören. Allerdings fehlt bei allen vier Inschriften eine Zeitangabe, doch läßt schon die Buchstabenform auf ihr sehr Hobes Alter schließen. Die Fragmente sind wenig umfangreich °. das eine meist nur die rechte schön prosilirte Ecke eines Grabsteines mit drei in zwei Zeilen erhaltenen Buchstaben auf, zwei andere erinnern an die in hebräischen Grabinschriften geläufige Formel: „Möge seine (ihre) Seele vereint sein im Bunde der (ewig) Lebenden" — in einem scheint der Rame Jehud erkennbar zu sein. Die Fragmente des vielten Grabsteines, der sich durch besonders scharfe und tiefe Schrift auszeichnet, dürften das Epitaph einer Frau Magdalena — auf dem Steine: Magdalena. Tochter oder Frau eines Joseph - gewesen sein. Trotz des spärlichen und historisch unwesentlichen Inhaltes entbehren diese jüdischen Grabinschriften nicht eines besonderen Interesses. Wann zum erstenmale sich Juden in Wien ongesiedelt baden, läßt fick nicht mit Sicherheit feststellcu Camesina nimmt an, obwohl dafür keine Belege beigebracht werden können, daß schon zur Zeit der Nömerherrschast Juden hier ihre Wohnsitze aufgeschlagen haben. Urkundlich beglaubigt ist nach Wolf der älteste jüdische Friedhof vor dem Kärtnerthore (U)><» verkaufen Illrich Bader und seine Erben ihre Badstube, gelegen vor dein Kärtnerthore zunächst dem Judenfriedhofe >. Diese Grabstätte dürfte bis zum Jahre 1421 bestanden haben; von dort stammen wohl die neu gefun enen Fragmente, und dieselben gehören somit spätestens dem Anfänge des fünfzehnten, wahrscheinlich jedoch einem früheren Jahrhunderte an. Die Auffindung des interessanten Fundes wird der Achtsamkeit des Herrn Nowalski de Lilia verdankt, der mit rühmcuswerthenr Eifer gel gent lich der jetzigen großen Baubewegung in der inneren Stadt den Spuren alter Reste nachgeht und schon manche schöne Entdeckung gemacht hat. London. Auf die Adresse der Anglo Jewisli Association hat der junge Schah von Persien durch seinen englischen Geschäftsträger ein herzliches Dankschreiben erlassen, in dem er erklärte, daß „er das Glück und die Wohlfahrt aller seiner Unterthanen, ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens, zu befördern wünsche." London- Bor dem Thames Polizeigericht spielte wiederum ein Prozeß gegen einen jüdischen Handwerker wegen Sonntagsentheiligung. Ein jüdischer Schneider war angeklagt, weil er, obschon ihm nach dem Gesetz zwar freisteht jüdische Arbeiter zu beschäftigen, seinen Laden aber geschlossen halten müßte, diesen letzteren aber doch geöffnet hatte. Seine Entschuldigung, es sei dies nur geschehen, um die abzuliefernden Waren der außer dem Hause beschäftigten Arbeiter in Empfang zu nehnten, wurde für ungenügend befunden, weil durch diesen Verkehr die Sonntagsruhe gestört worden war. Der Richter erklärt, daß das Recht des jüdischen Meisters respektive Gesellen am Sonntag zu arbeiten, keineswegs angetastet werden solle, daß sich aber sicher ein Modus finden lasse, um dabei öffentliche Störungen der Sonnatagsruhe zu vermeiden. Der Angeklagte Schneider Mark Leon wurde zu der niedrigsten gesetzmäßigen Strafe von einem Schilling verurtheilt. W inter-Kleiderstoffe. OsmCntdCh Ooppeltbr.. halbwoll. i. modernsten Farben & 60 Pfg-, p. Mtr. Flanell reine Wolle, solide Qualität ä 95 Pf. per Meter Master auf Verlangen franco in’s Haus. Ml Cheviots reine Wolle,doppeltbreit ä 95 Pf. per Meter schwarze Stoffe doppeltbrelt. reine Wolle ä 75 Pfg. pr. Meter. versenden in einzelnen Metern franco ins Haus. Modebilder gratis. OETTlN9£B & Co., Frankfurt am Main. 8eparat-Abthellung für Herrenkleiderstoffe. Buxkin v. M. 1.35 Pfg., Cheviots v. M. 1.95 Pfg. an pr. Meter Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich Herrath. Ges. f. e. geb., hübsches j. Mädch. mit geschäftl. reichen Erfahrungen, aus best berufenster Familie, 18 bis 20 Mille Mitgift, e. lücht., relig. Mann, am liebsten Geschäftsinhaber eines rentablen Gesch. aus dem Lande in Süddeutschl. Off. erb. unt. A. 5662 an d. Geschäftsstelle d. BI. Krnstgem. Antrag:* Suche f. m. Sohn, der str. rel., Pnvaibeamter mir fl. 1500 Jahreseink., e. streng rcl. fein erzog, hübsch. Mädchen, nicht üb. 24 I. alt, m. entsprech. Berm. Ernstgem. Anträge sammt Phot, u. M. 5669 a. d. Exp. d. Bl. ITficktige Vertreter z. Verkaufe a. l>etail-1 listen a. alten Ortew Deutschland» gesucht. | Mischen Avlireru und sonstigen Personen kann überaus lohnender Nebenverdienst zngewiesen werden. Offerten unter Nr. 5672 an d. Exped. d. Bl. erb. Wunder von 4 bis 13 Jahren werden unentgeltlich aufgenommen im israelitischen Kinderkrankenhaus in Frankfurt a. M., Röderberg 109 Keirath. Für einen jg. Mann, 27 Jahre, Theilhaber eines großen Manufakiurwaarengeschäftet en detail, suche ich eine Dame aus streng-relig Familie, mit einer Mitgift von 25,U<JO Mark. Offerten unter A. R. 5658 an die Exp. dsS. Bl. Aür mein Waarengefchäft, an ü Samstagen und Feiertags,l geschlossen, suche ein. Lehrling mit guter Schulbildung und auL guter Familie. Kost und Logis im Haufe. S. Gottlieb, 5663) Neuhof bei Fulda.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.