Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 87 (29.10.1896)
- Date
- 1896-10-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXVII Jahrgang. '•7-ie». \’***. M &?. Der Israelit. Em Gentrat-Hrgan für das orthodore Iudentkum. Begründet von Dr ITefnuatm in Mttinz Donner ft ag, den^ 2S. O eto v er 5657 (1896). 8-r rrrvei Mnvlr abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate . November nnd Dezember arDdrn „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Expedition des „Israelit". L«tt««ver Artikel. SMon Mml Kirsch nnd die IrrarlitischeKellgionszestllschisi jufrnntifurt n.M. Von Director Dr. Mendel Hirsch. VII. Die Erwiderung erregte ungeheures Aufsehen. Solche Worte waren in Vertretung des gesctzestreuen Judenthums in Frankfurt noch nicht vernommen worden. Gehobenen Hauptes erschienen nunmehr die Mitglieder der Religionsgesellschaft in der Mitte der andersdenkenden Brüder, jetzt empfanden sie, was es heiße, einen Vertreter ihrer Prinzipien zu besitzen und nicht mehr wehrlos den Angriffen der Gegner ausgesetzt zu sein. Auch die ärgsten Spötter konnten sich dem Eindruck nicht entziehen und waren kleinlaut geworden. Namenlose Wuth und grenzenlose Verlegenheit aber herrschten im Lager der Angreifer, deren Champion mit solcher Eleganz aus dem Sattel gehoben worden war. Im Hochgefühl seines vermeintlichen Sieges hatte er sich nämlich etwas voreilig, sofort nach der Veröffentlichung seines Flugblattes, im Kreise seiner Anhänger bereits seiner Autorschaft gerühmt gehabt. Und nun sollte er, der langjährige Apostel der Aufklärung, die Segel streichen, und noch dazu vor dem Führer der Orthodoxie, und diesem das letzte Wo t lassen! Unmöglich. Jlrm blieb daher keine Wahl, jetzt mußte er mit seinem Namen auch öffentlich hervortreten. Er that dies in der Nr. 02 des Frankfurter Jntelligenzblattes vom 19. April 1853. In diesem Schmähartikel, der die Ueberschrift trägt: „Das pharisäische Judenthum und das sociale Leben" erklärt er gerade heraus, die Ankündigung der Schule der Israelitischen Religionsgesellschaft, bezw. was in ihrem Programm über die Beziehungen des socialen Wiffens und Lebens zu dem religiösen Wiffen und Leben gesagt sei, enthalte eine solche Täuschung des großen Publikums, daß er, als langjähriger Vertreter des geläuterten, reformirten Judenthums, ihr habe mtgegentreten muffen. Deßhalb habe er, mit Uebergehung der socialen Moralprinzipien des Pharisäismus einige Proben des pharisäischen Ceremonialwesens und zwar aus dem Religionslehrbuche des Herrn Hirsch mitgetheilt. Er erklärt sodann, die Bibel allerdings nicht durch die Brille des Pharisäismus anzusehen, also Vieles nicht darin zu finden, was der Pharisäismus hineindichte. So sei z. B. durch das Verbot des Feueranzündens keineswegs verboten, eine Cigarre am Sabbathzu rauchen, durch das Chamezverbot nicht verboten,;. B. Bier am Peßach zu trinken; in dem biblischen Verbote des Blutes, des Unschlitts oder zerrissener Thiere finde er gar nichts von den pharisäischen Vorschriften des Salzens re., über die Art des Schächtens rc. Nachdem er ferner die Wirksamkeit der vier Rabbinerversammlungen gefeiert hat, führt er schließlich noch einige im Chaurew enthaltenen Paragraphen des Schulchan-Aruch an, die er für besonders wirksam hält, um das gesetzestreue Judenthum dem allgemeinen Gelächter