Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 85 (22.10.1896)
- Date
- 1896-10-22
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXVn, Jahrgang. Iweite Beilage M M 85 -es „Israelit". Literarischer Merichi. Literarischer Palästina - Almanach für das Jahr 5657—1896/97. Mit 3 Holzschnitten. Herausgegeben von A. M. L u n c z. Herr A. M. Luncr, der Herausgeber des Jahrbuches „Jerusalem", hat den zweiten Jahrgang seines literarischen Palästina «Almanachs erscheinen lasten. In diesem Merkchen hat sich der Verfasser die größte Mühe gegeben, das Nützliche mit dem Interessenten zu verbinden. Es zerfällt in zwei Haupltheile mit 170 Seiten. Der erste, praktische Theil besteht aus einem ausführlichen Kalender nebst Angabe aller Bräuche und einiger geschichtlichen Daten Palästinas. An die interestanten Miltheilungen über Größe und Bevölkerung der Städte des heil. Landes reihen sich praktische Anweisungen über das hiesige Münzen-, Post- und Telegraphenwesen. Im literarischen Theile des Almanachs führt uns der Veisaster in einer novellistischen Erzählung (mit 2 Holzschnitten: Der Tempelplatz und Umgebung und das Absaloms-Denkmal), um die Stadt Jerusalem und belehrt uns kurz, aber klar und übersichtlich über alle alten denkwürdigen Stätten, indem er fast alles Wissenswerthe aus diesem Gebiete erschöpft, sowie über die Entstehung der zahlreichen jüdischen Ansiedelungen außerhalb der Stadtmauer. Auf einen interessanten Aussatz über die Fürsten und Helden Arabiens folgt eine ausführliche biographische Skizze des Rabbiner Zwi Hirsch Kalischer s. A. nebst seinem Porträt. Außer einer Besprechung der in Jerusalem erschienenen Bücher und aufgefundenen Manuscripte. liefert uns der Verfaffer zuverlässige Notizen über den Ex- und Import des heiligen Landes sowie eine Reihe neuer formvollendeter hebräischer Gedichte. Ein Jahres-Rückblick endlich führt uns den Fortschritt der Kolonisation und des jüdischen Lebens in Palästina vor Augen. — Das Buch hat sowohl einen praktischen, als auch einen wissenschaftlichen Werth, und kann es dem Laien wie dem Gelehrten von Nutzen sein. Zu einer Zeit, wo einerseits das Interests für Palästina bei allen edeldenkenden Juden im Steigen begriffen ist, andererseits aber die Liebe für die hebr. Sprache und das Studium derselben erfreuliche Fortschritte macht, können wir einen in Jerusalem erschienenen und in gutem Hebräisch abgefaßten Almanach mit Freude begrüßen, und sollte jeder, der nur einigermaßen Hebräisch versteht, durch Anschaffung dieses Buches den Verfaffer zur Wiederherausgabe destelben im nächsten und in den folgenden Jahren ernruthigen. Pf. Zeitungsnachrichten und Correfpoudenzen. Deutschland. Gießen. Eine seltene Feier beging am 14. October Herr Rabbiner i. P. Dr. B. L e v i, nämlich den Tag, wo er in das 90. Lebensjahr getreten ist. Nur wenig Sterblichen ist es beschieden, wenn überhaupt, so bei körperlicher Rüstigkeit und Geistesfrische, wie es bei dem Jubilar der Fall, ein so hohes Alter zu erreichen. Mit dem 23. Lebensjahr wurde Herrn Dr. Leoi die Stelle als Rabbiner in Gießen übertragen. Von Seiten unserer Hochschule wurde Herrn Dr. Levi am 7. Nov. 1878 das Doktorviplom erneuert und nach weiteren 10 Jahren wurde ihm eine ehrende Gratulationstafel ausgehändigt. Den Geburtstag verlebte der Jubilar im Kreise seiner Familie und Freunde. Am Vormittag sprachen Herr Oberbürgermeister Gn a uth, sowie noch verschiedene Spitzen der Behörden ihre Glückwünsche aus. Der Vorstand der israel. Gemeinde erschien in corpore und überraschten ihren greisen Seelsorger mit einem sehr schönen Geschenk. Aus Darmstadt, Mainz und Worms waren die Herren Rabb. Dr. Selver, Dr. Salfeld und D r. Stein gekommen, um ihren Amtsbruder persönlich zu beglückwünschen. Die Stadtverordneten sandten dem Jubilar ihre Glückwünsche auf schriftlichem Wege. Türkei. Constantinopel. Der Sultan hat dem Vereine Or Hachajim gestattet, alle für den Bau des neuen israelitischen Krankenhauses nöthigen Materialien und Einrichtungsgegenftände ohne Zoll einführen zu dürfen. In dieser Vergünstigung hat der Sultan dem genannten Vereine ein großes Geschenk gemacht. Seit Jahren hat die Insel Rhodos einen Juden zum politischen Director. Jetzt ist auch der Präsident des Gemeinderathes der Stadt ein Glaubensgenoste; denn Herr Boas Effendi Menassc, der einer der ältesten und geachtetsten Familie von Rhodos angehört und sich ganz der Achtung und des Vertrauens seiner Mitbürger erfreut, ist neulich zu diesem ehrenvollen Amte ernannt worden. > Fersonatien. Purgstall Der Eantor und Religionslehrer Adolf Lederer dahier, feierte am 18. d. M. mit seiner Gattin, gcb. Hahn, die silberne Hochzeit. Zürich. Am Sonntag, den 20. September ist hier Frau Fanny Wyler, Gattin des Herrn Salomon W y l e v , Präsident der hiesigen NttfHP nach langem schweren Leiden aus dem Leben geschieden. Mit ihrem tief-