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Der Israelit · 1896-10-19 · Heft 84 (19.10.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 84 (19.10.1896)
Date
1896-10-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1605 seiner Leitung eine gründliche Renovation des Tempels vorgenommen, eine massive Mauer um den Friedhof angelegt, die Religionsschule organisirt. Feibelsohn hat es auch verstanden den Frieden in der Gemeinde selbst und mit den Gemeindebeamten 511 erhalten, insbesondere durch sein ruhiges, besonnenes, dabei aber doch nlannhaft energisches Auftreten. Wir schließen mit dem Wunsche, daß es Herrn Feibelsohn in Breslau recht wohl ergehe, daß er dort noch recht viele Jahre der wohlverdienten Ruhe sich erfreuen möge. O e st e r r.-U n g a r. Monarchie. Wien, 15. Okt. (Synagogenbauverein für Wieden und Margarethen). Einige angesehene und einflußreiche Männer, welche in den genannten Bezirken ansässig sind, an deren Spitze sich der Fabrikant Herr Adolf Ostersetzer stellte, haben vor längerer Zeit den Beschluß gefaßt, zur würdigen Begehung des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers ein im modernen Style entworfenes Gotteshails zu erbauen. Zu diesem Zwecke haben sic einen Verein gebildet, desserl eonstituirende Generalversammlung unter Vorsitz des Redacteurs Adolf Lichtblau dieser Tage stattfand. Die lebhafte Betheiligung an dieser Versammlung sowie die zahlreich einlaufenden Anmeldungen zum Eintritte in den Verein und die reichlich zufließenden Spenden zeugen voll der Begeisterung, von welcher die in Betracht komnleilden Kreise für das Unternehmell beseelt sind, und lassen es als bestimmt voraussetzen, daß die Einweihung und Eröffnung der Synagoge am 18. August 1898, dem Geburtstage im Jubiläumsjahre des Kaisers, erfolgen kann. In beit Vorstand des Vereines iourden gewählt zirm Präsidenten Redaeteur Adolf Lichtblau, zu Vicepräsidenten Architekt Wilhelm Fraenkel und Kaufmann Adolf Hoffmann, zum Cassier Fabrikant Moritz Hacker, zu Schriftführern M.-U.-Dr. Max Stransky und Fabrikant Franz Frankl, zunl Cvntroleur Zeitungseigenthümer Sigmund Spitz, zu Vorständell ilnd Ersatzmännern Adolf Ostcrsetzer, Fabrikant Mar Spitzer, Kaufmann, Leopold Walter. Fabrikant, Sigmund Wiesner, Kaufrnalln und P. Frankfurter Private. Wien, 9 Okt. Der Gemeinderath war heute Abend der Schauplatz des größten aller bisher dagewesenen Skandale. Der Antisemit Gregorig erklärte anläßlich der Fleischvertheuerungsdebatte, die liberale Partei habe alles Schamgefühl verloren. Der Führer der Minorität, Dr. Vogler, forderte den Ordnungsruf, worauf Bürgermeister Strobach erwiederte, Gregorig habe nur seine Privatmeinung geäußert und die könne man ihm nicht nehmen. Uebrigens theile die Wiener Bevölkerung die Ansicht Gregorig's. Hiergegen erhebt sich lebhafter Widerspruch links und der Liberale Dr. Mittler sagt mit lauter Stimme: „Da beleidigende Privatmeinungen ungestraft geäußert werden können, werde auch ich meine Privatansicht äußern: diese geht dahin, daß die Majorität niemals Schamgefühl besessen!" Diesen Worten folgte eine unbeschreiblich wüste Szene. Die Antisemiten stürzen mit geballten Fäusten auf Mittler ju und beschimpfen ihn mit den Zurufen: „Hund!" „Iud"! „Schuft!" x. Der Bürgermeister läßt Alles gewähren. Der Skandal wüthet 20 Minuten, dann erst legt sich der Lärm und es ergreifen mehrere Antisemiten das Wort, um gegen Mittler's Ausfall zu protestiren. Holland. (tt>) Rotterdam, 8. Oktober. Tie Blätter der indischen Insel Sumatra, welche Insel bekanntlich zum Königreich Holland gehört, bringen die intereffante Meldung, daß in der Nähe der Stadt Rejang daselbst Steine mit phönicischen Inschriften gefunden worden sind. Dies würde deutlich beweisen, daß die Phönicier (o\:s?;r), diese Engländer des Allerthums, auf ihren weiten Seefahrten sogar die in der Nähe von Australien gelegenen indischen Inseln besucht haben, um auf denselben Handel zu treiben. Da unsere Voreltern, wie die Bücher der Könige (e'25&) und der Chroniken (wv'n nm) erzählen, mit Indien in einem lebhaften Verkehre standen — im Sanserit, der altindischen Sprache, heißt noch heute der Affe Koppi (v'Np) und der Pfau wieder Tokki (c”=n), und da es doch, wie diesen Büchern gleichfalls zu entnehmen ist, damals nichts Seltenes war, daß Israeliten und Phönicier zusammen eine Seefahrt machten, so ist es wahrscheinlich, daß auch die Israeliten die indischen Inseln zu Handelszwecken besucht haben. Uebrigens ist es lange noch nicht erwiesen, daß das Ophir (reis) der Bibel in Indien lag, da eine goloreiche Gegend in diesem Lande gar nicht bekannt ist, und dürften sogar jene Forscher Recht haben, welche Ophir für identisch mit dem in Südamerika gelegenen Staate Peru, besten Goldreichthum noch heute nicht erschöpft ist, halten. Auch der biblische Ausdruck trns sm würde vermuthen lasten, daß bte großen Goldladungen, die König Salomo erhielt, eigentlich aus Peru und nicht aus Indien kamen. Unsere Vorfahren dürften daher im Vereine mit den Phöniciern vorerst Indien, wo sie große Handelsniederlastungen hatten, und dann auch die indischen Inseln besucht haben, um dann von dort aus, nach dem jenseits des großen Weltmeeres über genannten Inseln gegenüber gelegenen Peru gefahren sein, um die dortigen unerschöpflichen Goldgruben auszubeuten. Man hat ja bekanntlich vor einigen Jahren erst in Nordamerika Grabsteine mit phönicianischen Inschriften entdeckt. Auch die Dauer der Reise unserer Voreltern nach Indien, die stets drei Jahre währte, läßt vermuthen, daß sie von Indien aus auch noch

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