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Der Israelit · 1896-10-12 · Heft 82 (12.10.1896) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 82 (12.10.1896)
Date
1896-10-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1570 Löschmitteln fehlte, in Brand, so daß nach mehreren Minuten schon über sechzig solcher Hütten lichterloh brannten. Von den Hütten sprang das Feuer auf die benachbarten, zumeist aus Holz erbauten Wohnhäuser über. Die Panik wurde um so größer, als anstoßend an das Juvenviertel ein Pulverthurm steht, der, wenn ein Funke in denselben gefallen wäre, sogleich in die Luft geflogen wäre und nicht nur das Judenviertel, sondern einen großen Theil der Stavt selbst zerstört hätte. Die Regierung schickte daher rasch 200 Askaris (Solvaten) auf den Brandplatz, die nun dort da- Feuer löschen halfen. Zwei jüdische Frauen haben in den Flammen ihren Tod gefunden, während mehr als achtzig Personen theils schwere, theils leichtere Brandwunden davontrugen. Das Hauptübel bestand darin, daß in Folge des beschränkten Raumes in ihrem Viertel die Juden diese Hütten nahe aneinander bauen, so daß die Flammen leicht Zugang zu denselben fanden. Palästina. Jerusalem. Der Vorsitzende der „Wissenschaftltchen Gesellschaft" zu Kairo, HerrE. Horror 6, ein geborener Brasilianer, welcher für wisienschaftliche und gemeinnützige Unternehmungen im Orient bereits sehr hohe Summen geopfert hat, beabsichtigt, in Jerusalem eine allgemeine Ausstellung der landwirthschaftlichen und gewerblichen Erzeugnisse Palästinas in's Leben zu rufen. Das Zustandekommen des Projekts gilt als gesichert, und die Vorarbeiten befinden sich bereits in vollem Gange. In das provisorische Comitö wurde als Vertreter der jüdischen Gemeinden Herr NissimBehar gewählt. Tie armen jüdischen Handwerker unserer Stadt freuen sich ungemein über die in Aussicht stehende reiche Arbeitsgelegenheit. (Oesterr. Wochenfchr.) Vermischtes. Paris. Die „Libre Parole" kündigt das demnächstige Erscheinen einer antisemitischen Fahne an. Sie soll bestehen aus der Trikolore mit einer Garbe und Kornblumen nebst dem Wahlspruch „Frankreich den Franzosen". Rew'Bork. In dem Blaubuch, welches das Ministe» riuni der auswärtigen Angelegenheiten dem Parlament in Washington vorgelegt, finden sich energische Proteste des Staatssekretärs der auswärtigen Angelegenheiten, Olney und deö Gesandten der Vereinigten Staaten in Petersburg gegen das Verfahren der russischen Konsuln, die sich weigern, die Pässe amerikanischer Bürger mit dem Visum zur Reise nach Rußland zu versehen, weil diese Juden sind. Von einem Protest anderer Mächte bat man bis jetzt nichts gehört. TexaS. Es gehört nicht zu den alltäglichen Dingen, daß eine Stadt ihren Namen nach einem Juden erhält. Castroville in Texas hat ihren Namen einem Juden, ihrem Gründer Henry Castro, zu verdanken. Der Prediger Henry Cohcn aus Texas hat ein interessantes Büchlein veröffentlicht „Henry Castro, Pioneer und Colonist". 1786 in Frankreich geboren, wandcrte Castro nach Amerika aus. 1844 brachte er 700, in den nächsten zwei Jahren noch über 4000 Colonisten aus Frankreich hinüber. Im Jahre 1844 wurde die Colonie, die zumeist aus Christen bestand, Castroville genannt. Castro gab 30.000 Gulden aus seiner Tasche für die Colonie her und gab jedem Colonisten ein Jahr lang umsonst Nahrung. Letzte Nachrichten. Paris, 9. October. Bei Gelegenheit des Besuchs des russischen Zarenpaares fand ein Festgottesdienst im isr. Tempel, nie de la Victoire, Dienstag Nachmittag 5 Uhr statt. Die Zeremonie hatte eine große Anzahl Andächtiger angezogen. Man bemerkte unter denselben mehrere Mitglieder des Central- Consistoriüms, des Consistoriums von Paris und von den Verwaltungen, sowie eine große Menge jüdischer Offiziere. Die russisch-jüdische Colonie war sehr stark vertreten. Herr Zadoc Kahn, Groß-Rabbiner von Frankreich, hielt bei dieser Gelegenheit eine seelenvolle Re)e, die von hohem Patriotismus durchdrungen, die Zuhörerschaft lebhaft bewegte. Ein Gebet für die russischen Majestäten schloß die erhebende Feier. Athen, 7. October. Die Muselmanen in Heraclion schändeten und zerstörten am Sonntag die christlichen und jüdischen Friedhöfe; 67 von 68 Grabdenkmälern wurden zerschlagen, die Gebeine umhergeworfen. Die Konsuln besuchten zusammen den Schauplatz, um Vorstellungen wegen derSchändlichkeiten zu machen. Vriefkafte« der Redaction. Die in Nr. 78/79 des „Israelit" veröffentlichte Korrespondenz aus Frankfurt a. M., die Jubiläumsfeier des Herrn Rabb. Dr. Marx in Darmstadt betr., rührt nicht von unserem ständigen L.-Mitarbeiter dort her. Alter Avonennt in B.r Wir glauben, daß Ihnen unser Korrespondent in Berlin, Herr Willy Bambus, Bilowstr. 89, über Ihre Anfrage nähere'Auskunft ertheilen kann. O. in B.: Der Judenstaat, Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage, von Dr. Theodor Herzl (III. Auflage), Verlag von M. Breitenstein, Wien, ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Preis 60 Kr. Vriefkafterr der Expedition. Ungenannt, München: Mk. 5 dankend erhalten und weiterbesördert. D. M. in Willingshausen: Bitte betr. der Annonce den Rainen anzugeben, da selbiger vergessen worden ist. Mit Poststempel Trier wurde uns ein Inserat einaesandt unter 8. IO, jedoch ohne Angabe der Adresse. Bitte dieselbe umgehend anzugeben._ Herren-8 toffe Biixkin doppeltbreit 4 M. 1.35 per Meter. Muster auf Verlangen franco in’s Haus. Cheviot doppelbreit ä M. 1.95 per Meter. Grosse Auswahl in Velours, Cheviots,Kammgarn, Hosenu. Paletotstoffen in soliden und guten Qualitäten, sowie modernste Dessins versenden in einzelnen Metern, sowie zu ganzen Anzügen franco OETTllfGEB & Co., Frankfurt am, /Main. Sepärat-Abtheilung für Damenkleiderg toffe von 2& "Ptg. an pr. Meter.

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