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Der Israelit · 1896-10-12 · Heft 82 (12.10.1896) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 82 (12.10.1896)
Date
1896-10-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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v''^«S^T'-k?^^--^;''irs>zrr^.r^r^p* ^z:'*--**?}2?%r**tv 1565 sonstige Ausstattung des kleinen Buches schon zusammengedacht. Die vier kleinen Bildchen nehmen zwar in dem radirten Werke Rembrandt's keine hervorragende Stelle ein: unzweifelhaft aber besitzen die Blätter einen dämonischen Zauber; das Visionenhafte der Erscheinung kommt zum frappantesten Ausdruck. Und Rembrandt selbst übte, durch diesen eigenthümlichen Reiz der dargestellten Scenen bestimmt, an diesen Bildern wiederholt und wiederholt seine ihm eigenen Künste des Abdrucks, in dem er sie bald mit lichtdurchströmter Nacht, bald mit blendender Helle zauberisch erscheinen ließ. Wer treibt noch heutzutage ein Exemplar der pedra gloriosa auf mit den vier Nadirungen Rembrandt's? Findet sich auch noch das kleine Büchlein, so sind sicher die kostbaren Bilder herausgeschnitten. Schon in den nächsten Tagen hatte Rembrandt die Arbeit fertig, und Manasses vollen Beifall fanden die großartigen einfachen Blätter, die in den wunderschönen Abdrücken von Rembrandt's eigener Hand erst recht sein Entzücken waren. „Rembrandt!" rief der dankbare Gelehrte: „Eure Kunst ist von Gott, und sie ist herrlich und geheimnißvoll, und Euere Kunst meint der Psalmist, wenn es heißt: „Und spräche ich: ja, die Finsterniß wird mich umfassen, so wird die Nacht leicht um mich. Selbst die Finsterniß verfinstert nicht vor Dir, und Nacht leuchtet wie der Tag, das Dunkel gleich der Helle!" „Was findet ihr Gelehrte nicht Alles in der Bibel?" lächelte darauf der Maler. Nach Beendigung der großen Feiertage vom 25.—31. Oktober 1655 unternahm Manasse die Reise, schweren Herzens, voll Erwartung und Beklemmung. In seiner Begleitung war der gelehrte und an den Verkehr mit hochgestellten Personen gewöhnte Jacob Sasportas, früher Rabbiner in afrikanischen Städten. In einer Audienz überreichte Manasse dem Protektor eine sorgfältig ausgearbeitete Bittschrift, worin er geschickt den Gedanken ausführte und mit Stellen aus der Bibel und dem Talmud belegte, daß Macht und Herrschaft von Gott nach seinem Willen ertheilt werde; Gott belohne und bestrafe auch die Regenten der Erde; diese habe sich besonders in der jüdischen Geschichte bewährt. Große Monarchen, welche Israel betrübt haben, hätten ein unglückliches Ende erfahren, wie Pharao, Nebukadnezar, Antiochus Epiphanes, Pombejus und andere. Hingegen hätten Wohlthäter der jüdischen Nation auch hienieden Glück ehabt, so daß sich der Gottesspruch an Abraham uchstäblich erfüllt habe. Zu gleicher Zeit hatte Manafie eine Gedenkschrist durch den Druck verbreiten laffen, welche dazu dienen sollte, die Gründe für die Zulassung der Juden auseinander zu setzen und die Gegengründe, sowie die Vorurtheile zu entkräften. Cromwell war entschieden der Aufnahme der Juden geneigt, ob nun das Handelsinteresse bei ihnr maßgebend war, oder die puritanische Idee, die Juden dem Christenthum zu gewinnen, damit die Zeit von einem Hirten und einer Heerde einkehrte. Am 4. Dezember 1655 trat die von Cromwell beauftragte Commission im Schlosse Whitehall zusammen. Die Aufregung in London bei der Verhandlung war groß und man stritt im Volke dafür und dawider. Cromwell selbst hatte zwei seiner eifrigsten Independenten dafür arbeiten lassen: den Geistlichen Hugh Peters, seinen Sekretär, und das feurige Mitglied des Staatsrathes Harry Martens. In der Schlußberathung präsidirte Cromwell selbst; unzufrieden mit dem Gang der Verhandlung, ließ er zuerst die theologischen Einwendungen der Gegner durch Manasse ben Israel widerlegen, dann sprach er selbst mit vieler Wärme uud schalt die Geistlichen aus. Er habe gehofft, von ihnen eine Aufklärung für sein Gewissen zu erhalten, statt dessen hätten sie die Frage noch dunkler gemacht. Man müsse den Juden das reine Evangelium predigen, um sie für die Kirche zu gewinnen, das war seine Ansicht: „Können wir eS ihnen aber predigen, wenn wir sie nicht unter uns dulden wollen?" Cromwell schloß darauf die Berathung und wollte nach eigenem Ermessen entscheiden. Die tolle Aufregung des Volkes schürten einige Pamphletschreiber. Die holländische Regierung selbst hegte Argwohn gegen die Bemühungen Manasse ben Israels, als ob die Amsterdamer Juden mit ihren Kapitalen sämmtlich nach England auswandern würden, so daß er den holländischen Gesandten in einer Unterredung beruhigen mußte durch die Versicherung, nicht den holländischen Juden gelte seine Bemühung, sondern den von Argusaugen beobachteten Marannen in Spanien und Portugal, denen er ein Asyl in England verschaffen wolle. Manasse ben Israel wartete bereits ein halbes Jahr in London, um von Cromwell einen günstigen Bescheid zu erhallen. Der Protektor hatte keine Muße für die Judenangelegenheit. Manasse's Begleiter, welche die Hoffnung auf Erfolg aufgegeben hatten, verließen London; andere, welche aus der pyrenäischen Halbinsel entflohen waren und auf dem Wege dorthin, kehrten um und ließen sich in Italien oder Genf nieder. Jetzt veranlaßte eine hochgestellte Persönlichkeit Manasse ben Israel eine kleine, aber umfassende Schrift zur Vertheidigung der Juden zu veröffentlichen. So entstand die berühmte „Schutzschrift". Darin hören wir aber nicht mehr den edlen Schwär-

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