Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 81 (8.10.1896)
- Date
- 1896-10-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXVH. Jahrgang. Zweite Beilage ju M 81 -es „Israelit". Leitender Artikel. Paris, Braunschweig, Arad?) Ein Myrungsproreß im Kchovße der jüd. steform vom Anfänge vis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Historisch dargesiellt von m» hnö p. (Nachdruck verboten.) In der zweiten Sitzung (29. Juli) überreichten die drei kaiserlichen Kommissäre feierlich zwölf Fragen, welche die Versammlung gewissenhaft beantworten sollte?) Mol« hielt hierbei eine äußerst kühle und zum Theil verletzende Anrede. Der Inhalt war ungefähr: „Die Klagen, welche gegen verschiedene Juden erhoben worden, seien begründet; der Kaiser habe sich indcß nicht begnügt die Fortsetzung des Nebels zu hemmen, er wolle die Mittel zur Abhilfe von den Deputirten vernehmen. Auf die ihnen vorgelegten Fragen sollten sie die Wahrheit ganz und vollständig geben. Der K a i s e r gewähre ihren Berathungen volle Freiheit (!); aber er wünsche, daß sie Franzosen seien und bedenken mögen,daß sie dieser Ehre entsagen würden, wenn sie sich ihrer nicht würdig zeigten." Die Versa in mlungwußte nun woran ste war. Sie war vor eine Alter- *) Vergl. Nr. 69. d. Jsr. Neu eingetretene Abonnenten erhalten auf Verlangen die Anfänge dieses Artikels so weit der Vorrath reicht, Gebühren- und Kostenfrei nachgeliefert. 8) Alex Braun a. a. O. HI, 54; — Ferd. Schubert Gesch., Relig.-Grundfätze z:. d. Juden (Köln 1820) wos. P. 90 die in Bezug auf gemischte Ehen ertheilte Antwort der Notabl.-Vers. reproducirt ist. — Jost a. a. Op. 12 < f. — (f. a. Riester a. a. £).): Die 1 2 Fragen lauteten: I. Dürfen die Juden mehrere Frauen heirathen:-') 2. Ist nach jüd. Gesetzen die Eb-scheidung statthaft? — Ist die Scheidung ohne eingeh^ltes gerichtliches Erkenntnis und nach solchen Vorschriften dre dem französischen Gesetze zuwideelaufen, giltig? — 3. Könnnen Juden mit Christen sich ehelich verbinden, oder dürfen Juden nur unter einander heirathen? —4. Werden Franzosen von den Juden als Fremde oder Brüder betrachtet? - 5 Wie haben sich dre Juden gesetzlich gegen Franzosen zu verhalten? — 6. galten die in Frankreich geborenen Juden dies Land für rbr Vaterland und sich für verpflichtet dies zu vertheidlgen? — Srnd sie den Landesgesetzen und dem Landesrechte Gehorsam schuldig? — 7. Wer ernennt die Rabbinen? — 8. Welche Gerichtsbarkeit steht den Rabbinen zu? — 9. Sind die Wahlen ter Rabbinen und ihre Gewalt im Gesetz oder im Herkommen begründet? — 10. Giebt es Gewerbe, welche die Juden nicht treiben dürfen? — II. Ist den Juden der Wucher gegen Juden gesetzlich verboten? — 12. Ist ihnen erlaubt oder verboten, mit Fremden Wucher zu treibm? §) §) Brzügl. der letzteren Fragepunlte empfehle ich die Schrift „Judenhaß und Nächstenliebe?" V. Dr. Kroner (Eisenach 1878) zu leien. native gestellt, zwischen Verzichtleisten aus die Gleichberechtigung und Schädigung des Judenthirrns.io) Dte Beantwortung der Fragen wurde einer Kommission überwiesen, welche dieselbe vom 30. Juli brs 3. August erledigte. Zur besseren Orientirung wollen wir dte beantragten 12 Fragen in drei Gruppen thetlen. 1—3 beziehen sich auf Ehegesetze, 7—9 Stellung der Rabbinen, und alle Uebrtge« 9) Ad vocem regstrire ich hier eine geistreiche Hypothese M. B. Friedenthals (geb. 1781, gest. 8. Dec. 1859): „Durch die eine Rippe, welche Gott dem Adam nahm, um die Frau daraus zu bilden, ist schon bildlich dre Emheit der Frau, die Monogamie, dargestellt. (Lbl. d. Dr. 610/840) — Ewald (Heinr. v. geb. 16. Nov. 1803, gest. 4. Mai 1875) bemerkt: Die Schöpfungsgeschichte §] vellt btc „alles überdauernde Wahrheit der Einehe, als das einzig würdige Vorbild" auf. (Die Alterthümer d. israelit. Volkes p. 177). §] Ew. hatte nicht blos die „eine Rippe", sondern auch Genes. I, 27; II, 18, 20, 24 im Auge. — Vielleicht begegne ich dem Interesse mancher Leser mit der nachfolgenden Zusammenstellung von Belegen dafür, daß die Monogamie zur Zeit des Talmud Brauch und Sitte war: ps (:tb r^n) 'di mm insw nnnn 'di d-tn ^>3N> OAyv y'D pmo) nnyn^ n?n nns nrw* pw mtiw n?n no dtn din irvn "ins rvvsD nnnn pN (N"nn P nn üip^ rOD) ‘D n^N pJTTTÖ PN (D"J ö"3) P3I£D N^N p"3) miN 1'7NTH7 intt'N ’pDy . . . lyT N3BP ’NJD3N ('3 ’Dv P '?& mtPN3 TN> dnt n‘:m nni dn . (3"L nmnn t"d nmnn) *oi iöijd m»N (rn t"d vo) ’Wjh p?"y ,P pttmp) in-mo msPN Tiny TnL'N (Tn rnnnn n'P — '3 NDV) inttfN IT in»3 (. ö"3) ‘DT HIDp *]H^N (n"3 3"j pm n“’p nnty — nn N7N »n»N tkpn? nnp Nt> ’o*o .3"d niö3’) 'di mttfN nN 3mNn poyi etn D"y nn ethdt innn-P n* "töni Ninn . 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