Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 81 (8.10.1896)
- Date
- 1896-10-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1546 Deutsche sei. Der deutsche Beamte rieth ihnen diese Bedingungen abzulehnen und abzuwarten, bis die Einzelheiten des Falles durch eine Untersuchung sestgkstellt seien. An demselben Tage noch wurde das Mädchen befreit und von erneut Kawasien des deutschen Eonsulats nach Kairo zu ihren Eltern zurückgesührt. Es ergab sich, daß sie durch Vermittelung eines französischen Franziskaners nach Alexandrien gebracht worden war. Dieser Mönch schrieb ihr täglich Briefe, um sie aufzufordern, im katholischen Glauben zu beharren. Der Fall wird in der egnvtischen Presie lebhaft erörtert; die französischen Blätter vertreten dabei die Interessen der Klöster. Vermischtes. Stuttgart, 5. Okt.(Israel. Jüu glings-Ve ve in.) Vergangenen Samstag-Abend fand im Festsaale des Euro päischcn Hofes unter zahlreicher Bcthciligung die Simcbns Thorafeier statt, die hinsichtlich ihres wohlgeluugeneu Verlaufs sich der Bedeutung des Festes würdig anschloß. Teil Reigen der Vorträge evöffnctc Herr E. Prick mit einem von ihm verfaßten Prolog, dessen Inhalt die Lendenz des Vereins durchleuchten ließ. Besonderes Lob gebührt den mitwirkenden Damen, Fräulein (5. Wallerstcin und Fräulein A. Rothschild. Herr .nirchenrath Dr. Kroner, Ehrenmitglied des Vereins, gedachte in geistvoller, mit feinem Humor gewürzter Rede, der Verdienste des Vereins und der Bedeutung des Festes. Ebenso Vorzügliches leisteten die Herren: Schwarzschild, ENingcr, Hanauer, Strauß, Süßkind, Weil und Mayer. Die Elavierbcgleitung hatte Fräulein Jakob gütigst übernommen. Der schöne Abend schloß zur Zufriedenheit aller Theilnehmer. Aus Elaß-Lothrrngen Die Ortschaft Bischheim bei Straßbnrg besitzt Gemeindeland (Allmend), zu dessen Nutz nießung bisher fäniintliche Bürger mit Ausnahme der jüdischen berechtigt waren. Dieser Zopf der Rechtsungteichheit, der unglaublicher Weise die Acra der sran,zösischen Revolutioil überdauerte, soll jetzt beseitigt werden, seitens einiger Gemeinderäthe wurde der Antrag gestellt, die Israeliten mit den beiden anderen Konfessionen bei Bertheilung er Riedloose gleichzustelleu. Gleiwitz Tie in Leipzig verstorbenene. früher hier wohnhaft gewesene Frau Lina Lustig, ged. Schlessingee, hat der riesigen Synagogen-Gemeinde ein Kapital von 100 000 Mark mit der Bestimmung vermacht, daß aus den .Zinsen bedürftige der jüdischen Religion angehörige Personen unterstützt werden. Die Stistnng soll den Namen: „Wilhelm und Lina Lnst'sche Stiftung" tragen. Wien. Die Ortsgemeinde Kopitz hat die Stelle eines Kommunalarztes ausgeschrieben und in dein .Konkurse die Bedingung ausgestellt, daß nur „christlich-katholische und deutsch-nationale Bewerber" berücksichtigt werden. Gegen diese dtonknrsansschreibung wurde von der israelitischen Kultusgemeindc die Beschwerde an die Bezirkshanptmannschast ueleitet. Tie Bczirkshauptmannschast hat nun den diesbezüglichen Beschluß der Gemeindevertretung von Kopitz wegen der erwähnten Bedingungen, die eine Verletzung der Slaatsgrundgesetze involviren, sistirt und die Ausschreibung eines neuen Konkurses angcordnet. Pest. , Ein neuer jüdisch-magyarischer Magnat zieht demnächst ins ungarische Oberbaus ein. Das Amtsblatt pnblicirt die Ernennung von vier neuen Mitgliedern des Maguatenhauses. Zu den neuen Pairs gehöre auch der Chefredacteur des Neuen Pester Journal, Dr. Siegmund Brody, der sich auf dem Gebiete der Publicistik und der Humanität ansehnliche Verdienste erworben. Paris. Madame Edmond Leon ist hier gestorben. Ihr erster Gatte war Michel Levy, der Gründer der weitbekannten Verlagsfirma. Madame Leon hat ein großes Vermögen Hintertassen, von denr sie einen beträchttichen Theil jüdischen WohUhätigkeitsnustalten in ihrer Vaterstadt in Bordeaux hinterlassen hat. Auch Pariser Rabbiner und solche im Departement der Gironde (von welchem Bordeaux die Hauptstadt ist), wurden in ihrem Testamente bedacht. Petersburg (Die jüdischen Ackerbaueolonicu in stk uß I a n d.) Im russischen Ackerbauministerium ist der Beschluß gefaßt worden, ernstliche Maßregeln zu treffen, um den Ackerbau in den jüdischen Eolouien zu heben. Der erste Schritt nach dieser Richtung ist die Errichtung einer Ackerbauschule in einer der südrussischen Eolouien, und zwar soll, wie der „Woschod" berichtet, die Eolonie Bobrow-Kut (im Gouvernement Ehe,so») der Sitz der Schule sein. Ein hoher Beamter des Ackerbauin nisterinms hat vor Kurzem diese Eolonie inspieirt. (>(ach diesem Besuche beschlossen die Eoloiristeu von Bobrow-.rtul, alljährlich eine beträchtliche Summe zrir Erhaltung der Schule beizutrageu. Bielsk. In Folge der vielen Brände, die in Rußland Vorkommen, gründen jetzt die Juden in vielen Plätzen eine freiwillige Feuerwehr. So auch in hiesiger Stadt. Von bcu 00 Mitgliedern der Feuerwehr sind 00Juden und 10 Ehristen. Warschau. Seit mehreren Jahren wird jetzt ivieder zum ersten Male einzelnen jüdischen Familien die russische Naturalisation bewilligt. Kalkutta. In deur indischen Vasallcustaate Janj'ira fand zum ersten Male eine Prüfung der Mädchenschule und eine Bertheilung von Preisen statt. Bei dieser Gelegenheit wurde von der Begum, der Fürstin, die Begründerin des Mädchenunterrichts, Airs. Schaloam Bapriji mit den höchsten Ehren überhäuft. Mrs. Bapriji ist die Wittwe des früheren Premierministers und eine Jüdin, von den Ben' Israel. Tanger. Das Iudenviertcl iir Fez ist niedergcbrannt. Verschiedene Bewohner kanren in den Flammen um und viele wurden schwer verletzt. 000 Menschen, nothdürstig gekleidet, slüchtcleu in's freie Feld Erklärung! _ In 'Jlv. 70 dieses Blattes ist eine Aeußerung des M. Samson Weiß enthalten, nach rvelcher „die Orthodoren einen Haß hegen gegen die andersgesinnten Glaubensgenossen." Herr Weiß nimmt das Wort „Haß" hierdurch zurück und hieraus der Verfasser des Artikels „Ein Iugendbund" seinerseits die Bezeichnung „verlogene Aeußerung". Dieselbe war selbstredend nicht persönlich gemeiitt, sondern sollte nur die Sache betreffen. (0010 Haiubu rg, j. Oktober 1.S00. Michcl Jacobsen Samson Weitz. Herbst- und WinterstofFe. ' Trofort (lojipcltbveil, solider <j»:>Iitiii h 25 I>e, Meter. Veloutine Damentuch solider Qualität neuster*;vuf Veylflllg'eil ■iloi>peitbreit1lialbwolIeii Farben > krsnoo in's Usus.1 niodernste Farben -r T5 m. per Meter L 60 kk. per Meter Conde Cheviots Diagonal (Gelegenneitskaufj ä 95 Pfg. pr. 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