Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 78-79 (1.10.1896)
- Date
- 1896-10-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1498 Angelegenheit in Verbindung mit den übrigen Gemeindeverbänden Deutschlands in die Wege leiten sollen. Ist es doch eine der Hauptaufgaben des Verbandes, dafür zu sorgen — und daß dafür nach bestem Willen, auch mit sehr beschränkten Mitteln, gesorgt wird, dafür bürgt die Person des edlen, überaus ehren- und gewissenhaften Vorsitzenden des Verbandes — daß die religiösen Einrichtungen der kleinen Gemeinde, die theilweise auf dem Aussterbeetat stehen, erhalten bleiben und die Kinder selbst der zerstreut auf dem Lande lebenden Israeliten Religionsunterricht empfangen. Der Geschäftsbericht des VerbandSausschuffeS hatte eine ganze Anzahl kleiner und armer Gemeinden und spezifisch israelitischer Wohlthätigkeitsanstalten sowie auch eine Anzahl armer Schüler auf dem Lande, welche nach dieser Richtung hin Unterstützungen empfangen, namhaft gemacht Nach langen Erörterungen von Gemeindeintereffen, geschäftlichen Angelegenheiten, nach Neuwahl resp. Wiederwahl des Ausschußes und Schiedsgerichts, welches letztere gar häufig bei Streitigkeiten in den Gemeinden in Thätigkeit kommt, schloß nach 3 Uhr die Thätigkeit der Hauptversammlung. Aus Württemberg, 15. Sept. Wie der „Ulmer Ztg." berichtet wird, kam bei den diesjährigen Manövern die Batterie eines Artillerie-Regiments nach Laupheim ins Quartier. Drei Offiziere dieser Batterie stellten an die Quartierkommission das Begehr, man solle sie „ja nicht bei Juden" einquartiren. Nun leben dort von jeher Katholiken, Juden und Protestanten im schönsten bürgerlichen Einvernehmen und es ist insbesondere nie irgend eine Klage über die Quartiere bei unseren jüdischen Mitbürgern geklagt worden. Die Quartierkommission machte deßhalb kurzen Prozeß und erklärte den drei Herren: entweder bezieht Ihr die Quartiere, die wir Euch angewiesen haben, oder Ihr sucht Euch selbst ein Unterkommen. Die Herren zogen das Erstere vor, und siehe da, zwei von ihnen hatten das Unglück, bei Juden einquartirt zu sein (die jedoch von dem geäußerten Wunsche noch nichts wußten). Merkwürdigerweise soll den Herren von der „savanten Waffe" das Judenquartier gar nicht übel behagt und sie mögen hinterher mit Bileam, dem alten Kavalleristen, auSgerufen haben: „Wie schön sind Deine Zelte, Jakob, Deine Wohnungen, Israel!" Rußland. Odessa. Aus ziemlich unbekannter Ursache kehren fortwährend jüdische Kolonisten der Hirsch'schen Kolonien in Argentinien nach Rußland zurück oder suchen zurückzukehren. Vor 14 Tagen landeten 70 solcher jüdischer Auswanderer in Konftantinopel. Die Behörden zwangen ste, außerhalb der Stadt zu kampiren. Die Armen hatten keinen Pfennig. Die Hirsch'sche Agentur versuchte, ihnen die Fahrt nach Odessa zu verschaffen. Die Kapitäne der russischen Dampfer aber weigerten sich, sie an Bord zu nehmen, bevor ihre Pässe nicht vom russischen Konsul visirt worden wären. Der russische Konsul stellte ihnen aber kein Visum aus, weil ihnen die Auswanderung aus Rußland nur unter der Bedingung gestattet worden war, daß sie niemals zurückkehren würden. Die Aus- resp. Einwanderer wandten sich darauf an das russische Ministerium und beriefen sich auf das kaiserliche Reskript vom 14. August, welches allen russischen Unterthanen. einschließlich Flüchtlingen und Fälschern, gestattet, nach ihrer Heimath zurückzukehren. Bis jetzt hat das Ministerium noch nicht geantwortet. Die 70 argentinischen Juden leben von der Mildthätigkeit ihrer Glaubeusgenoffen und wohnen in einer Außenvorftadt von Konstantinopel. England. London, im Sept. Der in allen Kreisen rühmlichst bekannte Dr Stern heim gründete hier drei Religionsschulen, in den nördlichen, nordöstlichen und östlichen Stadttheilen, die sämmtlich von Kindern aller Klaffen der jüdischen Bevölkerung besucht werden und segensreiche Resultate erzeugen. Im östlichen Viertel (Spital Square) wurde sogar dein eifrigen Herrn Doktor die Synagoge als Unterrichtslokal zur Verfügung gestellt. Transvaal. Johannesburg. Daß auch die hiesigen Juden die altjüdische Tugend der Wohlthätigkeit noch nicht vergeffen haben, davon zeugt das Bestehen so vieler Wohlthätigkeitsvereine. Wir wollen von diesem nur die schon 1888 gegründete Witwatersraiid Jewish Helping Hand and Burial Society hervorheben, die sich das größte Verdienst erworben hat, um unsere Verhältnisse im allgemeinen und ganz speziell um die Hilfeleistung für die neu Eingewanderten. Gerade diese Art der Unterstützung ist hiesigen Ortes von größter Bedeutung. Vermischtes. Siogapvre. Ein holländisch-jüdischer Kaufmann unserer Stadt, Mr. E. Ali Cohen, hat von der französischen Regierung die Titel eines Offiziers der Akademie und des öffentlichen Unterrichts erhalten. W inter-Kleiderstoffe. DamentllCh doppeltbr.,halbwoll. I. modernsten Farben ä 60 Pfg. p.Mtr. 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