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Der Israelit · 1896-09-21 · Heft 76-77 (21.9.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 76-77 (21.9.1896)
Date
1896-09-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1462 Wanderern zu. Ter 1896er Bericht des Pariser jüdischen Armenrathes liegt uns vor. Die Finanzlage dieser Körperschaft ist eine befriedigende, da die Ausgaben 435.000 Francs, die Einnahmen 437 000 Frs. 57.000 Francs inehr als im Vorjahre, betragen. Freilich beklagt sich das Comite de Bienfaisance Israelite de Paris, daß die Einnahmen irr keinem Verhältnisse stehen zum Reichthum der Gemeinde, die im Ganzen 28.500 Francs beisteuert; davon aber kommen auf die Rothschilds allein 3400 Francs. Die Thätigkeit des Pariser Armenrathes ist eine sehr mannigfache. Er sorgt dafür, daß die Fremden weiterbefördert oder in die Heimat zurückgeschickt werden; Waisenhäuser, Spitäler und Gesägnisse werden von den M tgliedern desselben besucht, ein Versorgungshautz für alte Frauen und Einwanderer wird von ihm erhalten und im Winter wird armen Schulkindern ein warmes Mittagessen verabreichte Die zwei Volksküchen in der Rue Ördener und Rue de Juifs folgten 664 000 Portionen aus, was 72.000 Francs kostete. Eine vorzügliche Einrichtung ist der Verkauf von Marken an wohlthätige Mitglieder der Gemeinden. Ein Armer, der sich an einen Privatmann um Almosen wendet, bekommt in erster Reihe eine solche Marke, die er dann dem Comite vorzuweistn hat, und dieses honorirt diesen eigenartigen Wechsel erst dann, wenn der Arme sich als würdig erweist. Diese Methode concentrirt die Wohlthätigkeit und verhindert gewerbsmäßige Bettelei. vermischtes. R. Alzey Dieser Tage wurde dahier Herr Theodor Wolf wiederholt zum ersten Bürgermeisterei-Beigeordneten gewählt. Düsseldorf, 16. September. Bezüglich des Umsturzes von Grabsteinen auf dem hiesigen israelitischen Friedhöfe hat die Untersuchung ergeben, daß die Beschädigung der Grabsteine nicht, wie vorher angenommen wurde, aut einmal und von erwachsenen Personen l usgeführt worden ist, sondern daß sie zu ve schiedenen Zeiten von Schulkindern verübt wurde. Um auf dem Friedhofe zu spielen, überstiegen die jugendlichen Thäter die Mauer und traten von dort aus ans einen der Grabsteine, welcher der fortgesetzten Erschütterung nicht gewachsen war und umsiel. Dadurch wurde bei den Knaben die Last am Zerstörungswerke geweckt, welche nunmehr dazu übergingen, noch mehrere Grabsteine umzustürzen. Das am Thatorte Vorgefundene Briefchen mit der Unterschrift „Antisemit" rührt von jenem halberwachsenen Burschen her (welcher wahrscheinlich damit den Verdacht der Thäterschaft nach eineranderen Seite lenken wollte), was auch schon der in kam Wor.e enthaltene Schreibfehler als glaubhaft erscheinen läßt. Der Antisemitismus hat mit dem Unfuge, welcher an den Grabsteinen verübt wurde, nichts zu thun. Um ähnlichen Vorkommnissen für die Zukunft vorznbcugrn, hat die israelitische Gemeinde die Umfassungsmauern des Friedhofes erhöhen und äns.^eNsclttn, Glasscheiben.^nbringcn lassen. Tf'-’ 'SWWftSfte' %jit AtkÄverfüngen jüd scher Ausländer dauern unausgesetzt fort. Unter den zum „unverzüglichen" Verlassen des preußischen Staatsgebietes Anfgefordcrtci, besinnde sich leider auch Männer, die eine zahlreiche Fannlie zu versorgen haben und mit dieser auf solche Weise an den Bettelstab gebracht werden. Wer steckt, so fragt die , Frei). Ztg.," hinter diesen Ausweisungsbefehlen? Etwa der neue Minister des Innern? oder Graf Wilhelm Bismarck? Mühlheim a. Ruhr. Herr Bankier Leo Hanau hat anläßlich einer an einem seiner Kinder vorgeuomuuncn Operation eine Summe von 20 000 Mt. gestiftet, deren Zinsen alljährlich dazu verwendet werden sollen, armen leidenden Kindern den Aufenthalt in einer Sommerfrische .zu ermöglichen. R. Mosbach (Baden). Das zehnjährige Söhnchcu des hiesigen Landgerichts-Diretlors. Herrn Zentner, wurde dieser Tage durch das muthige Eingreifen des Handelsmannes, Herrn G n sta v W n rz b u r g er, vom Tode gerettet. Nürnberg. Seitens des Justizministeriums ist Herr Justizrath Josepbtal zum 'Vorsitzenden des Anfsichtsrathcs des Zelleiigestingnisses ernannt worden. Insterburg. Die Allswandernng der russischen Juden scheint in diesem Jahre kein Ende zu nehmen. Man kann fast jednr Morgen in dein gegen 4 Uhr von Eiidttiilmen hier ankominendeil Zuge mein ei e Wagen mit diesen Reisenden bemcl-keii, welche mit Kind und Kegel ihrer Heimat!, den Rücken kehren. Die Auswanderer haben sich an der Grenze einer Desinfektion z,l nntc,ziehen, bevor sie zur (sisci,balmfahrt ziigclasseii werden. Da auch viele dieser Leute über Tilsit iiach Insterburg kommen, müssen sie von Insterburg nach Elidtkuhnen behufs Desinfektion zurückgcschickt weiden. Um diese Ilnbegue,„lichtesten zu vermeide», lvird in Insterburg eine Desnisektwrisanstalt erbaut, welche soweit vorgeschritten ist, daß dieselbe in nächster Zeit in Betrieb genommen werden kann. Berichtigung In einem?>>eiie der Anstm,« unseres BlntteS ist durch Irrtliuiu des 2rvers daS Tcitnin deS ersten Leitartikels mit i‘-i. stall 20. Meuternder imy gegeben. Atz- M KMill Kioffe. zum ganzen Anzug I für M. 4 05 Pfennige.] Grosse Auswahl in Velours, Cheviots, Hosenu. PaletolstofFen in soliden und guten Qualitäten, sowie modernen Dessins versenden in einzelnen Metern franco ins Haus. OKTTIJfftÄER A Vo., Frankfurt, am Main. Separat-Abtheilung für Damenkleiderstoffe von 25 J’fg. an pr. Meter. Muster (CliOVlOt auf Verl aii» on franco in’s Haus. zum ganzen Anzua für M. 5.85 Pfennig Lebensverficherungs-Gefeafchaft zu Leipzig, auf Gegcnseitigkeitgegr. 1860(alteLeipziger).Es sind vom 1.Januar bis Ende Anglist 1896 426l Versicherungen über 81 689 3!X) Mt. beantragt worden, 618 850 Mk. mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Als gestorben wurden in derselben Zeit aiigemcldct 584 Mitglieder, die mit 0 994 800 Mk. versichert waren. Der Versichern,igsbcstand stellte sich Ende August 1696 ans 00 000 Personen mit 475 Millionen Mk. Versichern,igssn,in,,e. das Vermögen ans 142 Millionen Mk. Für fällig gewordene Versicherniigssnmmcn sind bis jetzt ausgezahlt 96 Millionen Pik., als Dividenden an die Versicherten gewährt 48 Millionen Mk; Dividendenreserven in Höhe von 23 Millionen Mk. liegen zur wcstcrcn Bcrtheilung an die Versicherten bereit. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gegenseitigkeitsanstatt ist, fließen alle Ucberschüsse den Versicherten wieder zu. Die Dividende der letzteren beträgt für die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen im laufenden Jahre 42% der ordentlichen Jahresprämie und bei abgekürzten Versicherungen außerdem 1V» % -er Summe der gezahlten Zusatzprämien.

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