Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 74-75 (15.9.1896)
- Date
- 1896-09-15
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
- Jever 1× ep/1047966
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1446 für die Vergangenheit zur Hebung der Krankheiten und zur Genesung von den Leiden und Er verschreibt uns ein Heilmittel, und das Rezept, das Er uns gibt, enthält die 3 heilsamen Kräuter np-n r6wi ronwi. Aber auch als Arzt, wie anders ist da der wahrhafte, himmlische Arzt, denn der irdische! Bei den Rathschlägen, die Er für die Zukunft erlheilt, bei dem ectrr:, dem Verfahren, das Er für uns aufstellt und in das Er uns hineinstellt, den Verhaltsmaßregeln, die Er uns gibt, läßt Er uns hintreten in unsrer Ganzheit und als zugehörig zu dem unübersehbaren Reiche aller Wesen auf Erden bs svbv. Der irdische Arzt untersucht den Leib; vermag er auch in's Herz, in die Seele zu bocken? Liegt auch vor ihm offen die geheime Wechselwirkung, der tiefe Zusammenhang und die unberechenbare Beeinfluffung, welche sie gegenseitig auf einander üben? Der irdische Arzt paßt seine Rathschläge dem Leiden an; kennt er auch und berücksichtigt genügend unsere äußeren Verhältnisse, ob diese die Befolgung jener Maßregeln gestatten, und hat er die Kraft oder den Willen, sie so zu ändern, daß sein Patient ihur auch völlig gehorchen könne? Der irdische Arzt, der irdische Richter, sieht nur die einzelnen Leidenden vor sich. Weiß er, welche Rücksichten dieser auf Andere, auf seine Umgebung zu nehmen hat, kennt er den Antheil, den die Gesammtmenschheit, die Weltlage an deni Zustande der Einzelnen hat? Aber Er, der Weltenrichter und Weltenarzt beordert um sich mar bs, jeden Einzelnen in seinem ganzen Wesen, in allen Beziehungen und die Einzelnen allesammt in ihrer Verbrüderung und Wechselwirkung, und versetzt Jeden in die Lage und gestaltet so den Lauf der Menschheitsentwicklung, daß Jeder befolgen kann und befolgen muß, die für Alle gleichen und gleich heilsamen Anordnungen. — So wie Er alle Menschen nach demselben Bilde geschaffen, das Angesicht Aller mit demselben Stempel gesiegelt, und dennoch Jever der Millionen u. Milliarden Wesen sein besonderes Gepräge erhalten, sein deutlich erkennbares und zu unterscheidendes Gesicht trägt; so wie Alle mit der gleich geformten Kehle sprechen und dennoch der Laut und der Ton des Einen sich wesentlich unterscheidet von dem aller Anderen; so ruft Er, der Weltenarzt, mit demselben ir^-Tone und derselben Abwechselung in den Tönen alle die Leidenden und Kranken und Gebrochenen um sich herum und ertheilt ihnen in eben diesen Tönen seine Lehren, Jedem in seiner Weise und zu seinem besondern Gebrauche. Er hat ein gutes Gedächtniß, Er kennt genau die Krankheitsgeschichte jedes Einzelnen, weiß, welche Gebrechen ererbte Fehler (b b :v -sit nrx), welche aus Kosten der Zeitrichtung, der. Allgemeinheit zu setzen sind, und für welche jeder Einzelne ganz allein verantwortlich ist. Wohl uns, wenn auch wir ein bischen unser Gedächtniß anstrengen, wenn auch wir der Weltereignisse, der Geschulte unseres Volkes, der eignen Erlebnissen gedenken und unsere Handlungen einer prüfenden Erinnerung unterziehen, und durch solche Erinnerung gestärkt den -iLiv-Ruf hören und verstehen "di mm •nrs Heil dem Volke, welches den gebrochenen Ton des Schofars versteht; sie werden wandeln im Lichte Deines Angesichts, o Gott! Amen! Zeitungsnachrichten rrrrv Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 10. Sept. In dem neuen Verzeichniß der Vorlesungen, welche an der hiesigen Universität im nächsten Semester gehalten tverden, findet sich auch Vieles, was für uns von Interesse ist. Zunächst wird an der Universität das Bibelstudium eifriger und eingehender betriebet! als an sämmtlichen Seminarien. Es lesen Professor Strack uub Prof. Bäthgen: Einleitung in das Alte Testament, der Erstere außerdenl noch: Hebräische Grammatik, Erklärung der Psalmen, Einleitung in den Talmud und Erklärung der „Sprüche der Väter", der Letztere noch: Kanon und Text des Alten Testamentes und Erklärung des Jesaja, ferner Lie. Prof. Gunkel: Erklärung der Genesis, biblische Theologie des Alten Testamentes, leichtere historische Texte, Pros. Kleinert: Erklärung des Hosea. Außerdem Prof. Psleiderer: Religionsphitosophie. In der philosophischen Fakultät lesen Dr. Winkler: Geschichte des alten Orients und Israels, Uebungeil zur Textkritik des Alten Testaments, Dr. C. F. Lehmann: Babylonisch-assyrische Geschichte, die babylonische Kultur und ihre Verbreitung, Prof. Kiepert: Landes- und Völkerkunde von Kleinasien, Prof. Oppert: Ueber die Ureinwohner Indiens, Prof. Barth: Arabische Syntax und Erklärung einer arabischen Chrestomatie, Prof. Sachau: Syrische Grammatik, Dr. Winkler: Aethiopische Grammatik. Höchberg (Beyern). Dem Jahresbericht der Lazarus-Oltensoser-Stiftung für die Israelitische Präparandenschule (Talmud-Thora), Höchberg (Bayern) für 1895 entnehmen wir: Auch im abgclausenen Jahre fanden wir anläßlich der Beibringung non Spenden und Legaten mehrfache Unterstützung. Es sei hiemit allen denen, welche sowohl aus eigenen Mittel unser Werk zu fördern bestrebt waren, als auch denen, welche andere zur Zuwendung von Gaben veranlaßten, der innigste Dank zum Ausdruck gebracht. Möge ihnen der Allgütige ihr gutes Werk lohnen. Eine falsche Anschauung richtig zu stellen, fühlen wir uns jedoch veranlaßt. Es sind nämlich viele der Meinung, daß unsere Stiftung einer Unterstützung nicht in so reichem Maße bedürftig sei, weil dieselbe