Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 73 (11.9.1896)
- Date
- 1896-09-11
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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1407 berücksichtigt, praktische Arbeiten nehmen aber natürlich den weitesten Raum ein. Die Schule besitzt einen Bestand von 12 Kühen, vollständig und reichlich eingerichteten Geflügelhof und 3 Treibhäuser, von denen das eine für Obst, das zweite für Gemüse, das dritte für Blumen eingerichtet ist. Am Gelve fehlt es nicht, es ist den Bemühungen von Dr. Krauskopf gelungen, geeignete finanzielle Unterstützung zu beschaffen. Indien. (Hi.) Bombay, im August. Das arabische Blatt „El-Achba" („Die Nachrichten'") veröffentlicht unter der Ueberschrift „Lissan el-hal tva-el Iehud" („Die nationale Sprache und die Juden") ein Artikelchen, in dem es die besondere vaterländische Anhänglichkeit der nach Indien eingewanderten Inden aus Arabien und Mesopotamien hervorhebt, die, obgleich heute das Englische und nicht mehr das Arabische ihre Umgangs- und Handelssprache ist, sie Letzteres dennoch mit großer Vorliebe pflegen, und dasselbe auch in ihren Gotteshäusern beim Gebete und bei ihren Predigterl benützen. — Obgleich nun die Anzahl der Inden in Indien noch immer eine minimale ist, da deren Zahl kaurn noch sünftatlsend beträgt (die Bene Israel ziehe ich nicht in Betracht), so gibt es hierzulande doch nahem ein halbes Dutzend ircn er, deren Mitglieder [* einige Male tu der Woche versammeln, unt dem Talmudstudium obzuliegen. Solche Chcwroth eristirert hier, dann in Kalkutta, Mulmeiir und Mendalay. Wie nun aus Kalkutta gemeldet wird, wollen die dorthin eingewanderten polnischen Juden gleichfalls solche Chewroth gründen. - 'Wie Depeschen unserer Tages blätter aus Europa melden, trifft das Königreich Portugal schon Vorbereitungen, um im Juli kommendell Jahres, 1897, den 4>»>. Jahrestag der Entdeckung des Seeweges nach Indien, durch Vasco de Gama besonders festlich zu begehen. Hoffentlich werden die Herretl Portugiesen noch so viel Gerechtigkeitsgefühl besitzen, daß sie sich auch der Dienste erinnern werden, die ihnen die Juden bei ihrer ersten Ankunft in Indien geleistet haben. Als nämlich Vaseo de Gama mit feinen drei Schiffen im Hafen von CSaUent (nicht zu verwechseln mit der jetzigen Hauptstadt Kalkutta) an der Malabarküste landete, da konnte er sich mit der dortigen Bevölkerung nur schwer verständigen, beim feine ans Portugal mitgenommenen Dolmetscher verstanden wohl das Arabische, aber keinen der zahlreichen indischen Dialeete. Zufällig hörte Vaseo de Gama, daß in der benachbarten Hafenstadt Suret Juden (Bene Israel) leben, und er bat nun diese, ihm einige auch des Indischen kundige Dolmetscher zu senden, was auch geschah. Vaseo ist daher sein Lebelang ein Freund der Juden geblieben und ließ er mehr als ein Geschäft durch dieselben besorgen. Vermischtes. Mainz, 4. Tischri. Aut dem hiesigen, jüdischen Friedhöfe wurden durch Nachgrabungen wiederum eine Reihe uralter jüdischer Grabsteine gefunden. Einer derselben soll nach Ansicht der Gelehrten derjenige Amram's, Verfasser des Unessane Tankes sein. Wir werden auf den interessanten Fund später noch zurückkommen. Kelsterbach a« M. Am 21. August fand unter Betheiligung fämmtlicher Eonfessioiien des Ortes die Einweihung unserer ucuerbauteu Simagoge statt. Zur Abhaltung der Feier war Nabb. Herr Dr. Setver, Darmstadt crschiencu, zur Abhaltung des Festgottesdienstes Herr Lehrer Pooß ans Rüsselsheim. Um 5 Uhr Nachmittags wurden die hl. Thorarollen aus dem alten Bethause abgeholt, dann zog man unter Gesang in das neue Gotteshaus ein. Hierauf wurden die üblichen Gesänge intomrt, wonach Herr Dr. Welver die Weiheredc hielt. Auch Lehrer Vooß entledigte sich seines Amtes zur größten Zufriedenheit. Bemerkcuswerth ist es, daß auch alle Nichtjuden sich an diesem Feste sehr stark dcthciligten, da der Ort nicht nur auf's schönste geschmückt war, sondern auch alle Honorationcn beim Zuge sowohl wie auch beim Gottesdienste vertreten wäreein Beweis, daß au uuserm Orte das schönste Einverständniß unter den verschiedenen Eoufessioucn herrscht. Berlin. Eine Steuer ans die Pietät erhebt der Vorstand der israelitischen Gemeinde zu Krojarrke; das mußte der Berliner Rechtsanwalt TU. zu seiner Verwunderung ersithreu, als er di Grabstätte seines Vaters in Krojanke besuche» wollte. Von auswärtigen Friedhofsbesucheru wurde eine Steuer von l>> M. erhoben. Nechtsanwalt M., der |m Begleitung von f> Brüdern erschien, mußte das Lümmchen von 6"M erlegen, das nachher auf .'MM. ermäßigt wurde. Uebrigcns soll an den Regierungspräsidenten bereits eine Beschwerde über diese eigenartige Besteuerung abgcsandt sein. S. Frankfurt a M. Am ersten Tage Snccoth werden es vierzig Fahre, katz Herr Julius Friesländer sein Amt als Obereantor an der Suuagoge der hiesigen israel. Religioiisgesellschgst antrat. Mit Gcnugthuung darf er aus die lange Zeit seiner Wirksamkeit zurückblicken, beim cs ist ja vorwiegend sein Werk, daß der Gottesdienst in unserer Gemeinde ein so erhebender ist. Der sinnvolle Vortrag, die schöne Stimme, die würdige Haltung — alles dies giebt dem Gottesdienst eine Weihe, deren tiefem Eindruck sich Niemand entziehen kann. Gab das Amt ihm Verehrer, so hat seine Liebenswürdigkeit ihm Freunde geschaffen, und man darf wohl sagen, daß dieser Freundeskreis weit über den seiner Gemeindebrüder sich erweitert. Es wird der Jubeltag daher nickt nur für die Gemeindemitgliedcr, sondern auch für viele, di»' abseits dieses Kreises stehen, ein Freudentag sein. Wir aber rufen dem noch jugendlichen Jubilar ein herzliches d'v zu Konstantinopel, 0. Sept. Die spanische Judengemeinde von Haskioi richtete an den Sultan eine Eingabe, in der sie feststellt, daß sie von der türkischen Polizei unter Todcsdrohungcil gczivuiigen worden sei, an den Plünderungen theilzunehmcn. Wie verlautet, wurde der Ortschaft Haskioi deshalb eine Kontribution von 3500 Pfund, in acht Tagen zahlbar, aufcrtegt. Belgrad. Nach denr ersten Bericht des serbischen statistischen Amtes leben im Königreich Serbien unter 2,161,961