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Der Israelit · 1896-09-03 · Heft 71-72 (3.9.1896) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 71-72 (3.9.1896)
Date
1896-09-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1380 Anstoßend an diese Gruppe ist die Spezialausstellung von Mikweh Israel, der Ackerbauschule der Alliance bei Jaffa. In Gläsern sahen wir vor uns Proben von 12 verschiedenen Getreidearten und Hülsenfrüchten, darunter Weizen, der nach dem Urtheil von Kennern vorzüglich sein soll, Mais Durrha, Gerste, Susam Erbsen, Linsen, Luzinen, Bohnen rc. Ferner stehen da einige Proben verschiedener Weinsorien, die in der Schule gewonnen werden und unter denen die Muskatellerqualität ganz hervorragend ist. Von den übrigen Leistungen der Schule, ihren Gemüsegärten und ihrer Viehzucht war es nicht möglich, anders als Photographien auszustellen, diese sind aber reichlich vorhanden und auch Bilder von den Lehrern, wie von den Schülern findet man und kann außerdem in zwei vorhandenen Plänen, Arbeiten eines Zöglings, die Einrichtung und den Bau der Schule ftudiren. Dieselbe soll anfangs mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt haben, jetzt aber entwickelt sie sich sehr gut und ca. 100 Schüler, die sie unentgeltlich ausbildet, leben und erhallen Unlerrricht in der Anstalt, deren Kosten zum größten Theile von den Erträgniffen der Gutswirthschaft gedeckt werden. Von der Ausstellung von Mikweh führt uns unsere Cicerone zu der Vorführung der Produkte, die in den 27 Dörfern erzeugt werden. Herr Dr. Löwe wies uns in erster Linie auf die Weine hin, die hier in hübschen Flaschen mit geschmackvollen Etiquetts zur Ausstellung gelangten. Es sind dies dieselben, die wir in oer Weinstube schon geprobt hatten, und als wir hörten, daß im heiligen Lande von Juden schon 50,000 Hectoliter jährlich erzeugt werden, die nicht im Lande selbst konsumirt werden, weil die Muhamedaner keinen Wein trinken, verstanden wir, wie nützlich diese Ausstellung ist. Ob der Weizen, der uns in vorzüglicher Qualität gezeigt wurde, einzusühren ist, dürfte bei dem hoh n Zoll zu bezweifeln sein, dagegen ist dies nicht unwahrscheinlich bei dem Susam, der bekannten Oelfrucht. Die andern in den Dörfern gebauten Getreidearten, sowie die Linsen und Luzinen sind für den eigenen Gebrauch oer Bauern bestimmt, doch fiel uns die schöne Qualität der Luzinen auf. „Hier meine Herren, ist eine Spezialität, die man dort im Orient am wenigsten erwartet und die nichtsdestoweniger schon jetzt stark ausgeführt wird," meint Herr Dr. Löwe uns ans einen Aufbau von Seife in verschiedenen Arten hinweisend und führte daun weiter aus, daß diese Seife aus reinem Olivenöl hergestellt, absolut koscher sei und sich im Verbrauch sebr ausgiebig erweise. Es waren sowohl billige Waschseife, wie feinere Parsümseife vorhanden und besonders letztere mit Rosen und Mandeln parfümirt, scheint se'-r preiSwerth zu sein. Dieses Produkt wird aus den Rückständen der Oelsabrikation gewonnen und unser liebenswürdiger Führer zeigte uns die beiden Qualitäten Speiseöl, die man in Palästina fabricirt, hochfeines Olivenöl und billiges Susamöl. An der Seife schließen sich die Parfüme an, Orangenblüthenwaffer, Rosenwaffer und ein nach Art des Kölnischen Wassers hergestelltes, das selsamer Weise den Namen Eau de Cologne des vallees de Jordan führt. Alle drei probirten wir und fanden sie gut, besonders das Kölnische Waffer ganz vorzüglich, es sind Produkte der Fabrik für ätherische Oele rc. in JZsod Hamaaloh. Herr Dr. Löwe erzählte uns, daß dieses Dorf, das am Meromsee liegt, seit einigen Jahren in einen ausgedehnten Garten verwandelt sei, in dem die Düfte der Rosen, Veilchen und Orangen die Luft erfrischen. Ganz erstaunt waren wir sogar eingemachte Gemüse Mixed Pickles aus einer Fabrik in Sichron Jaacob zu finden, die sehr appetitlich aussahen, wie uns denn auch gesagt wurde, daß Jntereffenten sich schon viel nach dem Preise dieser Gemüse erkundigt hätten, aber leider keine Auskunft erhalten konnten, weil die Preise noch nicht feststünden. Weniger überrascht waren wir als Produkt des Landes, wo „Milch und Honig fließt," Honig aus dem jüdischen Dorfe Wadel Chanin zu sinden, der sich durch seine große Süße und besonders durch seinen feinen Rosenduft auszeichnet. Als Anfang einer Universität in Jerusalem bezeichnet uns Herr Dr. Löwe einen Aufbau von Flaschen, verschiedene Arten von Liqueuren und Fruchtsäften enthaltend, denn es wäre damit für einen guten Trunk gesorgt. Diese Ausstellung von Friedmann weist in der That Spezialitäten auf, die wohl auch einzuführen sein werden, da sind Fruchtsäfte aus Rosenblättern, aus Granatäpfeln, aus Salsaparilla, Liqueure nach Art des Curacao, Chartreuse, Chinawein 2C. Die Krone dieser Abtheilung soll ein Karnalkräuterbitter sein, der von Kennern für etwas ganz Exquisites geschildert wird. Soweit über die Ausstellung der jüdischen Bauer n, aber auch die Industrie in Jerusalem ist nicht vergessen worden Eine große Auswahl von Olivenholzwaaren, billige wie theuere Gegenstände von 50 Pfg. bis zu 75 Mark, stehen hier zürn Verkauf und die Verkäuferin erzählte uns mit gerechtem Stolze, daß sie im Juni ca. 2000 Mark an diesen Maaren umgesetzt Hube. Auch sehr niedliche Steinarbeiten, sowohl aus weißen, als schwarzern Stein, sogenannten Mosesstein vom todten Meer sind hier zu haben und ebenfalls die bekannten, reizenden Karlen und Albums mit gepreßten Blumen aus dem heiligen Lande. Herr Dr. Löwe mies uns eine Sederschüssel, die zum Preise von 30 Mark bereits ll Mal verkauft war, die aber in der That ein Meisterwerk der Holzschnitzerei vorstellt. Wenn die Geschäfte so weiter gehen, so werden die armen jüdischen Drechsler in

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