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Der Israelit · 1896-09-03 · Heft 71-72 (3.9.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 71-72 (3.9.1896)
Date
1896-09-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVII. Jahrgang. M 71 & 72 Der Israelit. m Uenlrak-Wrgan für das orthodoxe Tudenthum. Begründet von Dr. felmann in Lkt«1nz Donnerstag, den 3. September 5656 (1896). Wir geben heute eine Doppelnummer, da des heiligen Neujahrsfestes wegen die nächste Ausgabe unseres Blattes erst Freitag den 11. September erfolgt. Leitender Artikel Knnchn Usrhütl Krslh und die IsmlitWeNeWoiisgkskllMi jujftanftfurt n.lfl. Von Director Dr. Mendel Hirsch. I. In den jüngsten Wochen brachte eine seit Kurzem in unserer Neichsaauptstadt erscheinende jüdische Zeitung mehrere Artikel, die sich mit der hiesigen Israelitischen Religionsgesellschaft beschäftigen. Wir würden von denselben keine Notiz nehmen, auch nicht von dem zweiten Artikel, der den Versuch macht, die hehre Persönlichkeit des vor acht Jahren Heimgegangenen großen Forschers, des auch von seinen Gegnern verehrten wissenschaftlichen Vertreters und anerkannten Führers der gesetzestreuen Judenheit in den Staub zu ziehen. Samson Raphael Hirsch gehört der Geschichte an. Seine Größe ist jedem journalistischen Anwurfe entrückt. Wäre dem jedoch auch nicht so, so wäre doch um seinetwillen jedes Wort der Widerlegung überflüssig. Denn derselbe geehrte Herr, der in dem zweiten Artikel frei aus der Phantasie eine solche Carrikatur zeichnet und den traurigen Muth hat, den Namen Samson Raphael Hirsch darunter zu schreiben, halte zuvor die Freundlichkeit gehabt, in einem ersten Artikel von dessen Bedeutung und Stellung in der Geschichte des Judenthums, seiner religiösen und wissenschaftlichen Ueberzeugung und seinem Wirken eine in ihren Grundzügen so gelungene Skizze zu geben, daß er damit seiner späteren Verlästerung selbst das beste j Correktiv vorausgeschickt hatte. Wir hätten selbstverständlich kein Interesse, der Genesis dieser plötzlichen Wandlung nachzugehen, ebensowenig wie wir daran denken würden, die Entstellungen und unwürdigen Verleumdungen, samint deren angeblicher Begründung richtig zu stellen, wenn sich nicht der ganze Schmähartikel bei näherem Zusehen als ein wohldurchdachter Versuch herausstellte, die Israelitische Religionsgesellschaft, diese gesetzestreue jüdische Gemeinde Frankfurts, zu einem Ausgeben ihrer selbst, zu einem moralischen Selbstmorde zu verlocken. Zwischen dem Erscheinen des ersten Artikels nämlich und dem des zweiten schien eine Veränderung innerhalb der Israelitischen Religionsgesellschaft Thatsache geworden zu sein. Da galt es denn, wenigstens den Versuch zu machen, Spaltungen in den Kreis der Religionsgesellschaft zu tragen, ihr Vertrauen zu sich selbst zu erschüttern und Zweifel an der Berechtigung ihrer selbstständigen Existenz zu erregen. Dazu aber war es nothwendig, den Mann, der als der eigentliche intellcctuelle Schöpfer der in kleinsten Anfängen gegründeten Religionsgesellschaft dasteht, zu discreditiren, ihn von seinem hohen Piedeltal herabzuzerren. Da mußte denn die in so warmen Tönen gehaltene Ennnerung an die Größe eben dieses Mannes — noch dazu von einer Seite, die offenbar nicht auf dem Boden des gesetzestreuen Juventhums steht — dem einen oder anderen höchst unangenehm sein. Diese Erinnerung mußte ja deren Mitglieder nur mit erneuter Begeisterung sich um die von ihrem großen Führer einst erhobene und hochgehaltene Fahne schaaren lassen und konnte nur zu immer größerer inneren Erstarkung der Religionsgesellschaftbeitragen. Auch Anonymus erkannte sofort seinen Mißgriff und vollzog rasch entschloffen und ohne mit den Wimpern zu zucken

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