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Der Israelit · 1896-08-27 · Heft 69 (27.8.1896) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 69 (27.8.1896)
Date
1896-08-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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-r;,--/‘•’-.----.''J' - "S'-* V •/- '“‘■Z rr> ‘;f *'". XXXTtl, Jahrgang. Zweite Mage zu 69 -es „Israelit“* Hittheilnngen aus den jüdischen Ermen» Dereinen und für dieselben. (SLnrrntliche jüdischen Wanderbettelvereine und Kassen für Durchreisende sind gebeten, unS Mit theilungeu über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer THLtigkeit machen, zukommen zu lassen.) Mainz, im Elul. Vielfachen Anregungen folgend, eröffnen wir hiermit diese Rubrik. Dieselbe soll all' dasjenige enthalten, was für die obengenannten Vereine wffsenswerth erscheint. Namentlich hat es sich als ein unabweisbares Bedürfnis; erwiesen, daß die Vrreine die von ihnen gemachten Erfahrungen und Wahrnehmungen gegenseitig a u s t a u s ch e n. Nur auf diese Weise ist es möglich, den wirklich Bedürftigen ausreichend zu unterstützen. Demjenigen dagegen, der sich nicht würdig erwiesen, die Gabe entsprechend zu reduziren oder sie ihm im Nothfalle ganz zu entziehen, um sie einem Anderen, der vielleicht sonst darum zu kurz kommt, zuzuweisen. Sehr oft kommt es vor, oaß ein Verein wichtige Akte:: über einen Wanderbettler besitzt, während der Verein in der nächsten Nachbarstadt über den Betreffenden vollständig uninformirt ist. Diesem Mißstande soll in Zukunft durch obige Rubrik abgeholfen werden. Auch werden an dieser Stelle Nachrichten über solche, die sich als besonders würdig und unterstützungsbedürftig erwiesen, veröffentlicht. An der Kasse des hiesigen Vereins zur Beschränkung des Wanderbettels wurden in jüngster Zeit folgende falsche, gefälschte oder dem Besitzer nicht gehörigeZeugnisse und Papiere entdeckt: Bernhard Nocherz,Kaufmann, Pappenheim, Arbeiter-Zuweisung von Carl Jacob, Stationsvorstand und Bürgermeister. (Wanderscheine.) Sam. D. Nichtmann in München, Zeugniß von I. Stiefelzieher, München. Solomon Friedmann, Annaburg in Curland geboren, gibt vor, etwas erfunden zu haben, reist mit gefälschtem Zeugniß von Dr. Roos, Frankfurt a. M., war in Mainz am 12. Juli 1896. Paul Berger, Kaufmann, Erfurt, Jul. Hirfchfelo, Kaufmann, Erfurt (falsche Namen), Mar Vick, Obornik, Schneider, hat sich ein Zeugniß von Jak. Helsunger in Krakau leihen lassen, worin diesem bezeugt wird, daß er bei H. Pinkasfelo als Commis beschäftigt war. Ludwig Webel, Buchbinder, Darmstadt, Staatsangehörigkeits-Ausweis-Zeugniß von Georg Gölitz, vormals Storch und Röpke, Seiden- und Modewaaren, Bremerhaven bescheinigt dem Kaufmann Simon Cohn, geb. 19. Aug. 1867 zu Memel, daß von 1./9. bis 1./10. 95 als Commis beschäftigt war und tüchtig und fleißig gewesen rc. Elias Altbecker aus Kalisch, Rußland, 51 I., Rabbiner, kam von Frankfurt a. M. nach Amsterdam befördert Bingerbrück, gibt an Studienfreund von Herrn Rabbiner Dr. Schiffer, Karlsruhe, zu sein. Wie uns von Karlsruhe mitgetheilt wird, wurde er aus der Stadt entfernt, weil er am h. Versöhnungstage dabei betroffen wurde, wie er in einem christlichen Wirthshause zu Mittag speiste. Worms, 22. August. Hier wohnt ein Individuum, Heinrich Mar Bähr, Martinsgasse 37, derselbe ist Richtjude und giebt sich bei den jüdischen Gemeinden als Jude aus. Auch ist derselbe in seinen! ganzen Lebenswandel durchaus unwürdig. Fragt man ihn wie er aufgerufen wird, so antwortet er Henoch ben Afrohom. Sein Vater habe, behauptet er dagegen, auf Jüdisch Mosche geheißen. Würzburg, 21. Aug. Ich sende Ihnen beiliegenden Zeitungsabschnitt, eines Bettlers Charakter schildernd, der zuletzt am 1(5. Juli unsere Kasse in Anspruch genomnien. (Abdruck folgt nachstehend.) Demnächst sende ich Ihnen eine Liste sowohl würdiger wie unwürdiger Reisender. Mit aller Hochachtung A. Oppenheimer, Seeretär des isr. Wander-Unterst.-Ver., Würzburg. Bonnbruch, 24. August. Der 23 Jahre alte, israelitische Kaufmann Samuel Levi aus Mannheim, schon sehr oft wegen Betug, Unterschlagung, Bettel, Landstreicherei 2c. vorbestraft und aus den Königreichen Bayern und Württemberg ausgewiesen, entwendete am 11. Juni seinem Vater, dem Kaufmann Levi in Mannheim, Optiker-Waaren im Werthe von 300 Mk. und machte mit der stellenlosen Kellnerin W-lhelmine Wenzel von dort eine Vergnügungsreise nach Heidelberg, Karlsruhe, Straßburg, Baden- Baden rc. Ueberall gaben sie sich als Mann und Frau aus. Die seinem Vater entwendeten Waaren verkaufte er und bestritt aus dem Erlöse die Reise-

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