Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 69 (27.8.1896)
- Date
- 1896-08-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 69 >>9^DM8V>WW>^M>/WW >> >VI>!!>>>,« » >> ii~iinr y*T XXXVII Jahrgang. Der Israelit. Ein Uentrak-Wrgan für das orthodoxe Audenthum. Begründet von i>r. fe^mann in Ütain}. Donnerstag, den 27. August 5656 (1896). Für Eine MauK abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat G September © auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Erpeüiüon des „Israelit". Leitender Artikel. Paris, Braunschweig, Arad?) Mn Gahrimgsprvjeß im Kchooße der jüd. Deform vom Anfänge bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Historisch dargestellt von nin 7>r<v p. (Nachdruck verboten.) f a t t ö. I Die jüdische Notablettversamrnlrtng im Jahre 1866 Ueber Antrag des Abbtz GregoireJ Pfarrers zu Embermeuil und Devutirten von Nancy, wurde 1791 unter dem republikanischen Regime, den französischen Juden die bürgerliche Gleichstellung ertheilt. Grätz 2) berichtet über die geheimen Triebfedern, welche unter Napoleon I. in Bewegung gesetzt wurden, um eine Reaction gegen die französischen Juden hervorzurufen und sie ihrer Gleichstellung )) S. Q. dessen: Essay sur la regenar. pliisique, politique et moral de Juif 1788; vcrgl. w. u Note 7. 2) Gesck. der Juden XI, p. 270 und 620. — Auch andere in diesem 1 Theil meiner Addandlung enthaltene wesentliche Daten habe ich diesem Bde. von Gr. Gesch. entnommen; den literar. Anstand wahrend, werde ich überall die Quelle angeben, und der Kürze halber mit „Gr " bezeichnen. sGrätz Hirsch (Heinrich) geb. 31. Oct 1817, gest. 7. Sept. 1881 war einer der Hauptbegründer der modernen historischkritischen" Schule, also nichts weniger als orlbs box gesinnt, was ich in Parenthese zu bemerken für angezeigt erachte. —j zu berauben; . . . wie Napoleon von einer heftigen Animosität gegen die Juden erfüllt war, und daß diese Animosität erst durch eine förmliche Verschwörung klerikaler und reaktionärer Partei-Cliquen in ihm hervorgerusen worden war. Bis zu seiner Rückkehr aus dem österreichischen Kriege hatte Napoleon keine Vorurtheile gegen die Juden, sie lagen ihm fern. Erst seit der Rückkehr, während seines Aufenthaltes in Straßburg, find ihm solche förmlich beigebracht worden. Man hat ihm sogar insinuirt, das Schauspiel einer Judenvertreibung zum Besten zu geben; — und Napoleon hat den edlen Straßburgern zugesagt, dte Juden recht bald unschädlich zu machen.- .Doch die Gleichstellung der französischen Juden hatte so feste Wurzeln geschlagen, daß die meisten Staatsräihe bei dem Vorschläge, sie in einen Ausnahme-Zustand zu versetzen, verblüfft waren und ihn als eine Absurdität verlachten. — Diese Staatsräihe waren das Organ der öffentlichen Meinung, darum ist es Napoleon, welcher Constitutionen und Gesetze wie Seifenblasen weghauchte, so schwer geworden, die Gleichheit der Juden vollständig zu ammlliren. Hierauf lüß Napoleon am 30. April 1806 in voller Sitzung des Staatsrathcs, unter seinem Vorsitze, die Judcnfrage verhandeln. Die Sitzung gestaltete sich recht stürmisch, Staatsrath Bougnot sagte u. A.: „Daß den Juden das Vollbürgerrecht entziehen, einerverlorenen Schlacht auf dem Felde der Gerechtig. k e i t g l e i ch k ä m e." — Napoleon gerieth dadurch in gereizte Stimmung. Ton und Inhalt von Bougnot's Rede waren ihm gleich zuwider. Es verdroß ihn, daß seine Voreingenommenheit gegsn die Juden als unberechtigt angesehen wurde. Er war daher gegen Bougnot leidenschaftlich erregt, und sprach heftig gegen — die Juden. „Es wäre klug, meinte er. nur 80,000 Juden am Ober- und Niederrhein