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Der Israelit · 1896-08-24 · Heft 68 (24.8.1896) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 68 (24.8.1896)
Date
1896-08-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1317 England. London. Die Anwesenheit Lie Hung Chang ttt Europa lenkt die Aufmerksamkeit der europäischen Juden wieder auf die vor vielen Jahrhunderten in dem Reiche der Mitte angesiedelten Glaubensgenossen und man will hier die Vermittlung des Vizekönigs anrufen, um Näheres über dieselben zn erfahren. Die Chinesen unterscheiden bekanntlich nicht zwischen Inden, Christen oder Mohamedanenr und seit 1858 China den Fremden geöffnet ist, haben sich auch eine ganze Anzahl Inden dort angesiedelt. Dagegen ist die alte Niederlassung der Juden in Kai—fung—foo, Distrikt Honau, fast ganz verschwunden, da die dortigen Juden in der anderen Bevölkerung fast aufgegangen sind und als die einzige Nemiinszens an ihrem Ursprung sich des Schweinefleisches enthalten, während sie alles andere vergessen haben. R u m ä n i e n. (?.) Jassy, 16. August. 'Nach Berichten aus Bukarest hat das Justizministerium von den hiesigen Behörden einen Berichteingefordert über die Gründe des noch immer in der Moldau (zumal in unserer Stadt mit ihrer großen und blühenden Gemeinde) bestehenden Gebrauches bei der Eidesleistung eines Israeliten eine solche nur More Judaico b. h. in weißen Sterbegewändern und vor der offenen Bundeslade tc. vorzunehmen, da sich die Fälle, wo sich die Juden weigern, sich einer solchen Proceduc zu unterwerfen, in unserer Provinz mehren. Uebrigens soll es auch am königlichen Hofe großes Aergerniß erregt haben, daß, während man in sder einen Provinz des Königreiches, in der Wallaches nämlich, den More judaico schon längst abgeschafft hat, er in der anderen Provinz, in der Moldau, noch strenge gehandhabt wird, obgleich für beide Provinzen nur ein Gesetzbuch, eine Strafprozeßordnung und auch nur ein Justizministerium existirt. > Vernaschtes. < Berlin. Wie Heinrich Hschölte in seiner „Sclbstschau" 1799 berichlei, schrieb Pestalozzi, der berühmte Pädagoge, an ihn folgenden Brief: Mein edler Heinrich! Mil allen Kräften meines (Geistes nnd meines Herzens arbeite ich seit zwei Jahren dahin, in allen elternlosen Kindern eine sinlichc Gemütsstimmung zu erwecken nnd zu bel den. Ich suche die Kinder bei der ersten Entwickelung ihrer Kräfte zu Geschwistern zu machen und ineiir Haus in dcnr einfache,r Geist einer gr oßen Haushaltung zusammen zu schmelzen. Hierbei bringe ich cs fertig über die Verschiedenheit der .Religion still zrl sein. Ich will den wenigen jüdischen Knaben, dcir herzlichen armen Waisen, für den Glauben ihrer Eltern Liebe ein flößen, und durch Befriedigung ihrer täglichen Bedürfnis^, durch Angewöhnung wohlthuendcr Jert gleiten ihre Herzen geneigt und empfänglich für die rbat der Liebe und die Kraft der Sittlichkeit machen. Das ist ja doch zunächst die Hauptrcligion! Ach, neulich fiel mir eirr kleiner Judenknabe, der in Krakau geboren und die Eltern verloren — um den Hals und rief: Lieber Vater. — Olein. mein Heinrich, wenn Du so unedel sein kannst und das Verlangen stellst, ich soll die armen Waisen zum Christenthume ziviligen, dann fehlt Dir die nöthigc Einsicht. In Glaubcnssachen muß weder Zwang noch Gewalt herrschen! Seit Jahrhunderten lehrt man das Ehristcurhum. Welche Gegensätze bringt cs. sobald cs sich um JudcnJzaudclt, zur Geltung. (v3 sinkt herab zur Niedrigkeit, zue ednnadi, verliert die Hohheit, die Reinheit, die Stärke der Nächstenliebe, wenn es sich nicht von der Judenfeindschast abwcndcn kann, Glauvcnsfcindschaft entsittlicht und verivildert. Mein einziges Ziel ist: die wahre, volle Menschenliebe bcthätigcu. Willst Du mir dabei helfen, so stelle keine Bedingungen — und beseitige das schlechteste der Gefühle — die Judeufciudschast. Heinrich, sanfter, edler Freund, gehorsamer! Ich bin Dein treuer und ergebener Pestalozzi. Stanz, am 7. April 179!). Paris. Auf der Weltausstellung im Jahre 1900 wird auch ein Wclrreligiouskongreß abgehalten werden Mau kann über derartige Veranstaltungen verschieden denken, soviel ist sicher, daß, nachdem einmal das Gift des Antiseinitismus sich immer mehr auszubrcitcn begonnen hak. eine solche Vereinigung, auf der auch die religiösen Mächte des Judenthums würdig vertreten sind, kaum schaden, zur Aufklärung weitverbreiteter Jrrthümer aber manches beitragen kann. 9^ &n f g 1 g g rr. Für den folgenden Theil ist die Red action nicht verantwortlich. Eillhelrathen in ein älteres gutgehend. Geschäft, will ein junger Mann mit etwas Vermögen. Nur ernstgem. u. Fcco.-Oss. unter Zasendunq der Photographie w. unter A. Z. 4503 d. Exped. b. Bl. be,örd. Hsneeh. Bäckergeselle i. rix sof. ob. spät. Stelle. Sanist. od. Fki.rmge frei. Qis. u. J. K. 4505 bef. d. Exp. d. Bl. yX:Co 6 5 m a nn ,&o ItvDö rrk; (Tüchtige Vertreter je. Verkante a. Oetaillisten a. allen Orten Id<»n t-e hIan«1»geancht /77in junger Mann, der sich seit einem 1 Jahr in einem lebh. Herrenu. Damen-Confections-Geschäft als Verkäufer u. Decorateur befindet, und pa. Zeugn. u. Refer. besitzt, wünscht sich in solchem Geschäft, wo Samstags u. isr Feiertage geschl. ist, bei sehr bescbeid. Ansprüchen zu verändern. Off. erb. unt. b. 4942 postl. Barmen. (4499 ••••!••••

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