Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 67 (20.8.1896)
- Date
- 1896-08-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448608-2448671--42344-2491344- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
■■-■■■■-'■fr;. 1280 von nah und fern, auch von den umliegenden Gemeinden herbei, um ihm die letzte Ehre und das letzte Geleite zu geben. Sechs Rabbiner, darunter einer seiner Schüler, hielten ergreifende zu Thronen rührende Trauerreden, dem Nerluft der Gemeinde und dem des Judenthums würdigen Ausdruck verleihend. iT2sr;r. Rabbiner B—m. Rußland. Warschau, 14. August. Vor Kurzem hatten wir hier das Vergniigeu, von durchaus einwandsfreier und autoritativer Stelle abermals die Bestätigung zu erhallen, daß unsere rituelle Schlachtmethode in humanitärer wie hygienischer Beziehung vor allen anderen den Vorzug verdient. Ferner wurde uns die Genugthuung, zu sehen, das; die unermüdliche unb aufopfernde Thätigkeit, welche Herr Hofrath Dr. Dernbo zur Sicherstellung dieses erfreulichen Resultates während einer Reihe von Jahren entfaltet hat, herrliche Fruchte zeitigt, ihnr selbst zum Ruhme, unserem Volke und unserer Religion zur Ehre. Hier befindet sich nämlich seit Anfang dieses Sommers eine hygienische Ausstellung, in welcher zur Erläuterung von den tüchtigsten Fachmännern vor einem zahlreichen Auditorium Vorträge gehalten werden, lieber „Das Fleisch und Schlachtmethodcn" referirte, wie die „I. Pr." meldet, Herr Dr. Tchorzniczki, ein Pole, welche als hervorragende Eapazität ans diesem Gebiete gilt. Derselbe war früher ausgesprochener, erbitterter Gegner der jüdischen Schächtmethode; um so erfreulicher für uns unb um so ehrender für ihn selbst ist es daher, das; er jetzt, durch die Arbeiten des Herrn Dr. Dembo eines Besseren belehrt, dieser seiner Ueberzeugung in großer Oeffentlichkeit Ausdruck verleiht. Sowie er in seinem Vortrage auf die Schlachtmethoden zu sprechen kommt, ist er ganz Begeisterung für das jüdische Schächten intb macht auch gar kein Hehl daraus, daß die überzeugenden wissenschaftlichen Arbeiten des Dr. Dembo es gewesen sind, welche in dieser Frage die Jrrthümer zerstreut und der Wahrheit zunl Siege verholsen haben. Mit Recht bemerkt die „Hazefirah", das; dieser Erfolg des wackeren Gelehrten als ein Kiddusch Haschem bezeich net werden muß, wie wir ihn in unserer Zeit selten mehr erleben. Möge dieser Erfolg dem unermüdlichen Vorkämpfer ein Trost mehr für manche Anfeindungen und eine erneute Anspornung sein, im Kampfe für Wahrheit und Recht nimmermehr 311 erlahmen! (Wie uns unser Berliner Correspondent mit theilt, weilt Herr Dr. Dembo gegenwärtig in unserer Reichshanptstadt, sowohl um nenerr Studien obzuliegen, wie auch tun sich um den Absatz seines Werkes „Schechitah und Bedikah" zu bemühen. In beiden Dingen wünschen wir ihm den allerbesten Erfolg.) Red. d. Jsr. vermischtes. Stettin. Dos „Kirchl. Amtsblatt für Vorpommern" meldet, daß der Pastor Jaspis in Buchholz sein geistliches Amt niedergelegt und auf die Rechte des geistlichen Standes verzichtet habe. Pastor Jaspis, ein Sohn des früheren langjährigen Generalsuperintendenten von Pommern, wurde vor einigen Monaten öffentlich beschuldigt, Wuchergeschäfte gemacht zu haben. Dafür that er sich aber auch jederzeit, so noch auf der letzten Provinzialst,node, durch seinen Eifer in der Bekämpfung des „jüdischen Wuchers, der am Marke des christlichen Volkslebens zehrt", hervor. Hof in Bayern. Der jüdische Leiter der jüdischen Handelsschule in Dürkheim a. d. Haardt, Herr Leopold Bärmann, hat sich jüngsthin mit einer hiesigen christlichen Dame verheirarhct. Eommcntar überflüssig. Feuilleton. Helldunkel. Eine jüdische Erzählung ans dem Leben Rembrnndts und Wnnalle Ben Israels. Von Professor Dr. Manefeld.J nur (rcinifto unterst. 11b*'rfo0mi^oied)t<• Mich für di? 'ZiiodorlMide lnn-!>o!|alton.] I. Die Stätte des Friedens Dllrch die Kriegssurie alls ihren Ghetti's vertrieben, stlchtell auch deutsche Inden das Asvt Amsterdaul auf lind wurden dort 1 «>:)»; zugelassen. Es war an einem Sonnabende. Eilt etwa ist,Ihriger Knabe, Schanl hieß er, dilrch die Tracht schoil als einer jener Einwanderer kenntlich, treibt sich müßig am Hafen llrnher. Die Schell llild das Mißtraliell, womit er anfänglich jedem Gedränge möglichst weit allszllweicheu bestrebt war, hatten allmächtig einem ihm nellen Gefühle der Sicher heit Platz gemacht, gab cs doch unter der am Wasser wogenden geschäftigen oder auch müßigen Menge ganz anders auffallende Erscheinungen als ihn. Die Kauf teilte lllld Kapitäne hatteil mit der Erledigung ihrer Angelegenheiten zll thnn; Matrosen und Hafenarbeiter förderten ihre Verrichtungen, Müßige schauten zll, aber Keiner külillnerte sieb besonders um den Anderen. Wer dort am Hafen arbeiteil wollte, packte zll; wer Diellstteistilng brauchte, fand sie gewärtig, llild die für des Tages Bedürfnis; nub Freude ge nng verdient hatten, Lazzaroni des Nordens, über ließen Mühe lind Gewinn neidlos bcu Kameraden. Mit immer kühneren Schritten geht der Fremdling hart am Nferrand und blickt zll den Schiffen *) Der als Kunstkenner wie Landschaftsmaler allenthalben mohlbctannte Herr Professor Manefeld hat noch ans Anregung unseres sei. Vaters seine Forschungen ans dein Gebiete der Kunstgeschichte, die tim aus die Beziehungen Rcmbrnndts zu Manasse ben Israels führten, in obiger Erzählung veriverthet und hoffen mir, damit unseren geehrten Lesern einen ebenso interessanten wie lehrreichen Beitrag zur Lehensgeschichte der beide,, großen Männer zu bieten. Red. d. Jsr.