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Der Israelit · 1896-08-17 · Heft 66 (17.8.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 66 (17.8.1896)
Date
1896-08-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXTII Jahrgang. M 66 Israelit. Ein Uentrak-Wrgan für das orthodoLe Äudenthmn. Begründet von Dr. in Mstnr Montag, de« 17. August 5656(1896). Leitender Artikel Gin Wort zum Abschied. Mainz, 16. August. Ein Monarch, der die großen Verdienste eines seiner begabtesten Staatsmänner belohnen wollte, verlieh diesem die Statthalterschaft der Provinz, zu welcher die Residenz gehörte. Nach einiger Zeit vernimmt der Statthalter, daß in seiner fernen Heimathprovinz von Innen und Außen Unruhen drohen, und in dem Bewußtsein, daß Wenige gleich ihnr im Stande seien, dieses Land dem Fürsten zu sichern, entschließt er sich, sein glänzendes ruhiges Anlt mit der mühevollen Verwaltung der Grenzprovinz zu vertauschen. Als er dem Monarchen die Bitte um Versetzung von der Residenz vorträgt, ist derselbe zuerst unwillig, daß er das Glück, in der Nähe des Hofes zu weilen, nicht zu schätzen wisse. Bald aber erkennt der Fürst die edlen Motive seines treuen Dieners und dankbar das ihm gebrachte Opfer bewundernd, gewährt er die Bitte. Unwillkürlich kam uns diese Erzählung in den Sinn, als wir jüngst einer erregten Debatte beiwohnten, warum wohl Herr Dr. Breuer n das glänzende Rabbinat Frankfurt, mit denjenigen Wiens vertausche. Alle Gründe, die da vorgebracht wurden und zum Theil Vorwürfe in sich schlossen, schienen uns weit vom Ziel. Als wir das erstemal von der Absicht des Rabbiners der Frankfurter Religionsgesellschaft hörten, das Rabbinat der „Schiffschul" in Wien zu übernehmen, war es uns klar, daß nichts Anderes den bedeutenden Mann veranlaßte, sein jetziges Amt aufzugeben, als das Bewußtsein, in Wien für unsere heilige Sache wie Wenige wirken zu können. Mehr denn eine Jahreswoche hatten wir das Glück, den charakterfesten und außerordentlich gelehrten und befähigten Mann an der Spitze unserer hervorragenden Nachbargemeinde zu wissen. Aufmerksam haben wir diese Zeiten hindurch einen jeden seiner Schritte verfolgt und immer mehr erkannten wir in ihm den würdigen Nachfolger eines unserer größten Männer. Schmerzlich berührt es uns, daß diese segensreiche Wirksamkeit für unsere engere Heimath jähIunterbrochen werden soll; dessen ungeachtet gehört unsere Hochschätzung dem Führer, der unbeirrt dem Ruse der Pflicht folgt. Kein Vorwurf soll es sein, nein, ein Zeichen unsers Danke«, wenn mir unserer Gegend Scheidenden in kurzen Strichen ein Bild seines Wirkens zeichnen. Eine schwere Ausgabe wartete des Herrn Dr. Breuer, als an ihn der Ruf erging, die verwaiste Gemeinde seines unvergeßlichen Schwiegervaters zu leiten. Nicht, daß es mühevoll gewesen wäre, das Große, was da fest begründet war, zu bewahren. Die Schwierigkeit lag darin, zu dem Glänzenden, was erreicht war. Neues hinzuzufügen, damit nicht der Stillstand, der unsichtbare Feind alles Irdischen, den herrlichen Bau der Gemeinde Samson Raphael Hirsch's bedrohe. Unsere Weisen belehren uns darüber, daß die größten Männer ihren Nachfolgern Raum zu ersprießlichem Wirken übrig lassen. mzs * -nm opo.) Aeußerlich zeigte sich dieses dadurch, daß aus Anregung Dr. Breuers, die non Rabbiner Hirsch erstrebte Abrundung der wünschenswerihen Gemeindeinstitutionen, durch den Bau eines allen Anforderungen entsprechenden Backhauses für Mazzoth erreicht wurde. Ein prunkvoller, mächtiger Hörsaal für die Verkündigung des Thorawortes kam bald hinzu. Auf die Gemüther seiner Gemeindeangehörigen wußte Herr Dr. Breuer durch seine feurige, von innerster Ueberzeugung und wahrer Begeisterung getragene Rede zu wirken. Gar Manches, was da im Gotteshause gepflanzt wurde, blühte draußen herrlich auf und trug köstliche Früchte. Auch die Widerstreben-

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