Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 60 (27.7.1896)
- Date
- 1896-07-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1158 politische Lage der Juden hat sich im abgelaufenen Jahre nicht wesentlich verändert, die kleine Hoffnung auf Besserung der Lage der Juden in Rußland durch den neuen Czarewhat sich zwar noch nicht verwirklicht, besteht immer noch fort. Den auswärtigen Zweigen der Anglo-Jewish-Affociation dankte der Vorsitzende für ihre Beiträge herzlich, hob aber hervor, daß deren Gesammtleistung von 10 ooo Mk. für alle Juden des britischen Reiches und seine Kolonien außerhalb Londons doch klüglich wenig sei und er hoffe, daß diese Summe in der Zukunst überschritten werden würde, wie überhaupt die Fonds und Beiträge der A. I. A. viel zu gering für ihre Aufgabe und Ziele seien. Dem Bericht folgte eine lebhafte Diskussion, an der sich auch der Oberrabbiner Adler betheiligte, aus dessen Rede sehr bemerkenswerth ist, die energische und präzise Stellungnahme gegen Dr. Herzls Plan der Gründung eines jüdischen Staates. Der Verwaltungsrath wurde im wesentlichen wiedergewählt und Claude G. Montefiore abermals zum Präsidenten erhoben. Da dies die 25. Generalversammlung der A. I. A. ist, so werden wir demnächst Gelegenheit nehmen, uns mit ihrer Geschichte und Leistungen eingehender zu befassen. In einer gleich der Generalversammlung folgenden Vorstandsfitzung wurden bewilligt, loo Mk. der Allianceschule in Kairo für die Anschaffung englischer Bücher, 200 Mk. der Allianceschule in Monaster für den Bau eines eigenen Hauses, 6« n u> Mk. dem Schulkomil6 in Saloniki, ebenfalls zürn Hausbau. Mdlle Fortunee Behar wurde der Dank der Anglo Jewish Association für ihre bei der Erwerbung des neueu Hauses der Evelina Rothschildschnle in Jerusalem bewiesene Energie ausgesprochen. Letzte Nachrichten. Aus Bayern. Der Israelit. Lehr er verein für das Königreich Bavern hält Montag, den 3 August, Nachmittags 3 llfjr, im Anschlüsse an die XIII. Haupwelsammlung des Bayer. Volkssckmllrhrer-Vcreins zu München, im Berathungssaale der isr. Kultnsgcmeiiide Herzog-Maxstraße 7/II., seine Generalversammlung; mit folgender Tagesordnung ab: 1. Begrüßung; 2. Berichterstattung des Vorstandes; 3. Vortrag: Rück- und Vorblick, Referent: Vorstand Goldstein in Heidingsfeld; 4. Neuwahl der Vereinsvermaltung. Gönner und Freunde des Vereins sind zur Versammlung höflichst eingeladen. Zu Dürmers Hagahoty. Als Ergänzung zu der literarischen 'Notiz in Nr. 59 Ihres geschätzten Blattes möchte ich folgende Stelle aus aua rare tiratp» nta'tn anführen: tra^ rx n*xt ex xnan b"",?ta"'a nan nx pp^na “jxn -pnc t6 rrfr~ bz)X ntpan na trtn mjn , spsn nxjn na trtt* p'a rno tra rbvnza xn ex tmnp na ntx-fr nnx Tnear Dtveh src: bxi nae»1? tsu,o ppbno awy '-y xnn ynnn , x5 x nanst bz mw1? '■>nt5”in max r'an 'Ta xa x ns v"' mexn xrvx ♦tnnna^ ta^a Zur vollen Klarstellung dürfte jedoch folgende bereits von dxaan 'nan cttirtc a s xnsrn dienen: frv bn'bz: fann rrtrya: cr’a nntja pspn vn ab Sx'Saa fan rra xa'py 'an nayi tan’ PPa nn*;a nrna i"ne* c'apr nptSnan pa -trxn a'aaa nnxtr -p na 'B'py rn 'fr nax nepr fnt nctx nnxtr vayx nttanS ran "t-x 'innen 'an 'fr -ax bx'brx jan atra natx nnin* 'an , paren >nana nap.n prna ♦nntx pspn px ‘nax ta"'a nntien nx ppftpftö Auf Grund dieser die Auffassung unserer *ean rtrn voll und ganz bestätigenden Dosefta fxnbeu die auf deil ersten Augenblick überflüssig erscheinenden Worte Raschi's: px nana Pr nntia n^ai ex yae*a ,papn px nn'.x pa-trat papn ihre ausreichende Erklärung. Es scheint demnach, daß unsere rtrn ’aan sich doch am Besten auf die Interpretation der nvitra verstanden haben. F r a n k f u r t a. M., l 4. Ab 5636. Dr. Breuer. > Vermischtes. Köln Die Verwaltung der hiesigen Synagogengemeinde hat ihr Gemeindestatut in einigen Punkten geändert. Von allgemeinem Interesse ist, daß die bisherige Veranlagung zur Kultussteuer, die bekanntlich durch Einschätzung seitens der Umlage-Kommission erfolgte, abgeschafft und dafür die gleichmäßigen prozentualen Zuschläge zu der Einkommensteuer eingeführt werden. Dieser Beschluß wird mit Befriedigung ausgenommen werde», da Köln wohl nur noch die einzige Gemeinde der preußischen Monarchie war, in der bis jetzt nack dein veralteten Modus der Einschätzung verfahren worden ist. Eine praktische Veränderung ist ferner in dem Nt neu Statut, daß auch hier, wie jetzt b i allen staatlichen und städtischen Aemtcrn, das Steueriahr mit dem 1. April beginnen wird. X. Jerusalem. Aus der jährlichen Generalversammlung des Palästina Exploration Fund wurde ein sehr interessanter Bericht über die neuen Ausgrabungen vorgelegt. Es ist den Bemühungen von Dr. Frederie Bliß und Archibald Dichnie gelungen, große Ihcile des alten Walls von Jerusalem, den einst Trtus bestürmte, bloszulegen. Sir Eharles Wilson kam auf die gegen die Jdentifizirung des ausgegraüenen Mauerstücks mit dem Wall von 76 p. c. erhobenen Zweifel zu sprechen und bemerkte, daß er selbst seinerzeit nicht sicher war, aber d'e weiteren Entdeckungen des Dr. Bliß haben die ursprüngliche Konjunktur bestätigt. Von dein großen. Felsen unter der protestantischen Schule bis zu dem Friedhof der Protestanten dicht am Cenaculum und von da bis;um Teich von Siloah ist der Weg des Walles jetzt klar gelegt. Briefkasten der Redaktion. Ans Wunsch des Herrn Rabb.-Eand. Simon Bamberger aus Würzburg, z. Z. in Zürich, bezeugen wir hiermit, daß derselbe weder Verfasser noch Einsender des Artikels .Aus Baden" in Nr. 56 des „Israelit" — Schächtangelegenheit betreffend — ist.