Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 59 (23.7.1896)
- Date
- 1896-07-23
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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$Ber jfspaelit. Central-Organ für das orthodoxe Judenthum. Al alter für die israet. Schule. 23. Juli 1896.^ [91*. 4. Verein isracl. Lehrer Mitteldeutschlands. Protokoll über dessen Konferenz am 24. und 25. Mai 1896 zu Hatte a. S.*) Die Sitzungen des Vereins finden in der Germania- Loge statt. Anwesend waren 20 Mitglieder: Die Herren Rabbiner Dr. Salzer—St. Lengsfeld, Dr. Feßler—Halle, Dr. Salzberger—Erfurt, die Herren Lehrer Steinhardt—Magdeburg. Dr. Spanier—Magdeburg, Horwitz—Defsau.Sommerfeld - Chemnitz,Hofmann— Themar, teß—Weißenfels, Stern—Halberstadt. Frank—Halle. K. tern—Schönebeck, Emanuel—Eisenach, Rothler—Gotha, Goldschmidt—Quedlinburg, Ellgutter—Plonsen i. R., S. Böhm—Bernburg, Holländer—Berkach. Außerdem wohnen der Versammlung bei, Herr Landrabbiner Dr. Freudenthal— Dessau, Herr Lehrer Goldberg—Köthen, Herr Rosenberg— Halle, als Vertreter der Gemeinde Herr Bankier Apclt— Halle, als Delegirter des Deutsch-Jsrael.-Gemeindc-Bundcs, Herr Dr. med. Oppenheim—Halle, als Vertreter der Germania-Loge. Nach den Begrüßungsansprachen der Herren Frank und Rosenberg eröffnet der Vorsitzende, Herr Landrabbiner Dr. Salzer die Versammlung. Er dankt für die Begrüßungen und begrüßt die Anwesenden. Der Herr Vorsitzende spricht alsdann über die Aufgaben und Ziele des Vereins und erstattet Bericht über die Vorgänge innerhalb des Vereins im letzten Vereinsjahre. Die Mitgliederschaft hat sich erfreulicher Weise vergrößert. Doch auch einen schmerzlichen Verlust hat der Verein im letzten Jahre erlitten. Ein langjähriges, eifriges Mitglied und mehrjähriger Vorsitzende des Vereins, Herr Franken—Mühlhau'en i. Th., ist verstorben. Zu Ehren des Heimgegangenen erhebt sich die Versammlung von den Plätzen. — Im Laufe des Jahres ist die langersehnte Vereinigung der israelitischen Lehrer Deutschlands zustande gekommen, und war vom Vereine Herrn Steinhardt—Magdeburg als Delegirter in Berlin. — Der Verein hat sich der Petition des Verbandes an das preuß. Abgeordnetenhaus dahingehend, daß isr Lehrern die Dienstjahre in Privatschulen gleich denen an öffentlichen *) Wir bringen, wenn irgend Raum vorhanden, die Protokolle der Lehrerversammlungcn stets wörtlich zum Abdruck, ohne Rücksicht darauf, ob die darin enthaltenen Reden und Beschlüsse mit unseren Ansichten übereinstimmen. Auch heute behalten wir uns vor, unseren eigenen übrigens bekannten Standpunkt in den oben behandelten Fragen bei Gelegenheit wiederholt zu äußern. Red. ds. Israelit. Schulen angerechnet werden sollen, angeschlossen. Sodann erstattet Steinhardt—Magdeburg den Bericht über den Delegirtentag in Berlin. Einleitend gab der Redner einen interessanten Ueberblick über das Vorgehen einzelner Vereine und einzelner Herren in der bekannten Frage der Zulassung staatlich nicht geprüfter Lehrer. Es wäre bedauerlich, daß dadurch, sowie durch das Auftreten einiger Delegirter, die mit dem Lehrerstande eigentlich recht wenig zu schaffen hätten, schon vor Beginn der eigentlichen Berathungen eine künstliche Erregung unter den Delegirten hervorgeruscn worden sei.. Wenn trotzdem das ganze Resultat der Berathung ein friedliches und günstiges gewesen sei, so habe das lediglich an der entschlossenen und energischen Haltung der Delegirten, die in Wirklichkeit dem Lehrerstande angehörten, gelegen, die in fast allen Fragen mit dem Gemeindebund Hand in Hand gegangen seien. So sei auch der von Herrn Dr. Lazarus—Köln in Cassels Hotel unternommene Versuch. Unfrieden zwischen Gemeindebund und Lehrerschaft hcroorzurusen, gescheitert. In einem der Wahrheit völlig widersprechenden Artikel habe nunmehr das „Lehrerheim" Breslau behauptet, jene Versammlung sei durch die Erklärung des Herrn Dr. Adler, ohne den Gemeindebund dürften die Lehrer nicht tagen, gesprengt worden, und habe ferner den Lehrer-Delegirten vorgcworfen, daß ihre Abstimmungen sich immer nach den Wünschen des G.-B. gerichtet hätten. Das sei durchaus nicht der Fall, wie Redner an einzelnen Beispielen nachweist. Wenn nun allerdings in den meisten Fällen die Abstimmungen zu Gunsten der vom Gemeindebund aufgestellten Leitsätze ausgefallen seien, so habe das lediglich daran gelegen, daß der Gemeindebund in richtiger Weise die Wünsche der Lehrerschaft erfaßt und in seinen Leitsätzen zum Ausdruck gebracht habe. Auch habe den Lehrer-Delegirten daran gelegen ein positives Resultat zu erzielen Redner gibt sodann einen ausführlichen Bericht über den Gang der Verhandlungen und behält sich eine Würdigung der Debatte über die Frage der staatlich nicht geprüften Lehrer für das morgige Verbandsthema vor. Zum Schlüsse polemisirt der Redner in energischer Weise gegen den Reichsverband und besonders gegen dessen Organ „das Lehrcrheim." Es hätten in den letzten Jahren wieoerholt unberufene Vertreter des Lehrftandes unter der falschen Vorspiegelung, die Interessen desselben zu vertreten, sich in