Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 59 (23.7.1896)
- Date
- 1896-07-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Aentrak-Wrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. lfe$tirauu in IBtninf. Der Israelit Donnerstag, den 23. Juli 5656 (1896). Kür Bnun MEk abonntrt man bei allen Postanstalten für die Monate G Lugust iwä 8eptemder 0 auf den „Israelit". D-efer Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Poft-ZeitungSfchalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Land-- briesträger aufgegeben werden. Die Expedition des „Israelit". Leitender Artikel. Mein Religionsbuch. Von Bezirks-Rabbiner Dr. Ehrmann in Baden (Schweiz). VI. Ist somit Kürze die Würze und Seele jedes Religions- und biblischen Geschichtsunterrichts, wo entspricht ein biblisches Geschichtsbuch dieser bedeutsamen Ansorderung mehr als mein Religionsbuch mit seiner aus nur 17 Daten bestehenden chronologischen Tafel.' Der Lehrer, der den Geschichtsstoff völlig beherrscht, kann zwischen diese 17 Merksteine die ganze biblische und jüdische Geschichte nach seiner Weise placiren, ohne durch die Fehler und Mängel eines biblischen Geschichtsbuches aufgehalten zu sein. Aber selbst wem diese Kürze doch zu knapp dünkt, wird doch finden, wie gut sich diese Tabelle sür ein Repetitorium des ganzen Geschichtsstoffes eignet, wobei sich dann reiche Gelegenheit bietet, Irriges zu berichtigen. Fehlendes zu ergänzen und Ueberflüssiges auszuscheiden. Dem jüdischen Lehrer, welcher den Werth kennt, den unsere großen Vorbilder auf mxp yn bei ihrem Unterricht legen, welcher weiß, daß nn’tp otb, die Beschränkung des Wortes nicht das letzte Erforderniß zur Aneignung der Thora ist, und sich vielleicht nicht nur aus den lernenden Schüler, sondern auch auf den lehrenden Meister bezieht, ein solcher Lehrer schwelgt in dieser Kürze und das Jmponirende, mit dem sie ihm entgegentritt, muß sich von selbst auch auf die zu unterrichtenden Schüler übertragen. Die Tabelle beginnt atoyn rxnao, mit der Er schaffung der Welt und schließt mit w rra pin, mit der Zerstörung des zweiten Tempels. Diese beiden Eckpfeiler geben einer Geschichtsauffaffung Ausdruck, deren detaillirten Nachweis Bände füllen würde. Die ganze Welt- und Menschengeschichte von ihren ersten Anfängen bis zu ihren letzten Ausläufen, mit all ihren Wehen und Krisen, Kämpfen und Siegen, hat danach das eine letzte Hochziel, daß Menschen auf Erden eine Stätte der Gottesverehrung errichten, wie sie Gottes Wille selber vorgeschrieben hat. Dafür registrirt die jüdische Geschichte alle hervorragenden Momente, ihre Fortschritte und Rückfälle und der Griffel entsinkt ihr, nachdem sie den Untergang des Gottesheiligthums verzeichnet hat. Sie hat nichts mehr zu melden als die Jahre, die seitdem über die heiligen Tempeltrümmer hingegangen sind. Aber sie begleitet die Meldung mit der zuversichtlichen Ueberzeugung und der wehmüthigen Bitte: 1828 Jahre seit Zerstörung des zweiten Tempels. Er wird wieder erbaut und fe st begründet w erden, bald in unseren Tagen; Auren, so sei's Got tes Wille! Als scheute mein Religionsbuch diesen seinen Charakter zu verrathen, haucht es diesen Wunsch und diese Bitte nur in den Anfangsbuchstaben: -rs» : ,t hin. Aber gerade die scheinbare Nebensächlichkeit und Selbstverständlichkeit, in welche es diese Hoff-