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Der Israelit · 1896-06-29 · Heft 52 (29.6.1896) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 52 (29.6.1896)
Date
1896-06-29
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1006 noch, aber die deutschen scheinen ursprünglicher zu seien, wie schon Aschen die deutjchen Traditionen über die andern Riten stelle. — Mit Bezug auf die Psalmodie sängen die Deutschen neben „gregorianischen Tönen" (Modi) auch in der noch älteren Weise des „ambrosianischen Gesanges." Man finde in den Sammlungen der christl. Kirche ambros. Melodien, die mit Iynagogen- Melodien identisch seien. Dieser Umstand erkläre sich vielleicht daraus, daß der gelehrte Mönch und Musikschriftsteller Notker Labeo an der vom Karl d. G. begründeten Musikschule zu St. Gallen sich von einem Juden aus Jerusalem über die Alterlhümer des Tempels unterrichten ließ, was aus die musik. Traditionen dieser alten Musikschule von Einfluß gewesen sein dürste. Ein getreues Bild eines ambros. Gesanges gebe die häufig auch bei anderen Texten wiederkehrende Melodie zu während die Tonweise des täglichen new eine gregorianische Psalmodie darstelle. Als Erkennungszeichen für gregorianische Psalmweisen, in. der Synagoge könne man im allgemeinen gelten lasten, wenn der musikalische Schluß des Psalms, dem Anfänge entspricht, wie dies beim 'ivn der Fall sei. indem der Schluß ny-i myo 'PPn ganz der Melodie des Verses ppn bis n*?D entspricht. Viele, ursprünglich antiphonisch getheilt gewesene Melodien seien im Lause der Jahrhunderte dem Vorbeter allein überlasten worden. Als Ueberbleibsel einer derartigen alten Antiphonie sei die Melodie zu vov paj bei Einleitung des Tischgebetes zu betrachten, die sich bei manchen mit ÄHp endigenden Verhikeln als Einzelgesang erhalten habe, der dann von der Gemeinde wiederholt werde, wie z. B. H njia» Vn vom ersten Neujahrsmufaf angesangen wird mit der 2. Zeile. Folgendes Bild bürfie die Identität beider Melodien veranschaulichen: Als Typus der freiersundenen rythm. Melodien bezeichnet Redner einige „Pismon- Melodien." Unter den 30 Pismomm, die er historisch erklärt, hebt er besonders 3 hervor, die merkwürdiger Weise einen Verfasser und dieselbe Melodie haben, während die andern übertragene, zumeist böhmische Volksmelodien aufweisen. Die Melodie des Salomon b. Jehuda ha Bawli 980 zu seinem Pismon i:jn ujn % sei als die älteste unter den Original-VismonMelodien zu erachten. Das dem Texte nach älteste Pismon *prr von Jose b. Jose (vor dem 9. Jahr.) werde nach der yo»--Melodie von Neujahr gesungen, stelle aber eine P'almodie dar. Zur Eniw ick elungsge schichte des modernen Synagogengesangs übergehend, bemerkt Redner, daß nach der Schlacht bei Leuthen 1757 in der Synagoge zu Berlin zum erstenmale ein (von M. Mendelssohn gedichtetes) deutsches Lied zum Vortrage gebracht worden. Mit dem Anfänge des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der man auch über die Emancipation der Juden nachzufinnen begonnen und politische und kirchliche Freiheitsbestrebungen allgemeine Verbreitung gesunden, habe der Synagogengesang in Deutschland einen Aufschwung gewonnen, der in Snlzer und Lewandowski den höchsten Gipfel erreicht hat, jener, der unvergleichliche, gottbegnadete Sänger und erster Wegweiser auf dem Gebiete der Tonkunst, dieser, der mächtige, vielseitige Tonschöpfer, wie der Heros unter den Synagogen- Komponisten. der seine ganze Produktionkraft vornehmlich in den Dienst der Synagoge gestellt. Einem talmudischen Worte nach, soll mit der Zerstörung des Tempels das Lied verstummt sein, der Blick auf jene beiden Sangeshelden zeige aber, daß sobald Israel seine Geschichtsblätter ausschlage, um sich seiner herrlichen Tonkunst zu erinnern, auch die Sailen der alten Harfe Davids wieder erzittern. -yn *.aiBai '.ptwa üPNttf "na upn5? pa: .ttr;p pa -pp pp- -c pm pciy nscn dn WM" Anzeigen. Mr den folgen /Ltm erh. D“W, neuerer AuSv? gäbe zu kauf. ges. Off. in. Angabe d. Preises, Ort u. Jahr des Verlags unt. Chip. B. 3469 a. d. Erp. d. Dl. erb. den Theil ist die Redactron nicht Bockerrheim-Frankfrrrt a. M. 8»nn1«r1nn» für israelit. Nerveuleideude. — Wasserheilanstalt. — Electrotherapie. — In der Nähe eine» hübschen Waldes. — Am Fuße des Taunus. — Arzt im Haufe. — Bei komfortabler Einrichtung mäßige Pensionspreise. Näheres enthalten die Prospekte. (4268 Dp. med. CP*. Roseubarr« in Zpraukkurt a. M verantwortlich. N°n einem Weinu. Brant- “O Weingeschäft in einer großen Stadt Badens wird für Comptoir und Reise ein jüngerer, tüchtiger.brancheknndiger Mann gesncht. (Samstags geschlossen). Offerten u. 3361 an die Erp. d. Bl. Bad-Ems. Billigstes israel. Speisehaus u. Pension. Pension pro Tag schon von M. 4. Gute Referenzen stehen zur Seite. (3189 S. Thalheimer, Römer straße. ^Lingnt erhaltenes *2/ mit Ueberf««. OWD wird zn tauf* ges Offerte« nnter 8. 3471 bef. die Erped. d Bl. 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