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Der Israelit · 1896-05-21 · Heft 40-41 (21.5.1896) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 40-41 (21.5.1896)
Date
1896-05-21
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Orthodoxe «Muderrthum^ Mr. 8. 21. Mai 1896.] WM MW LL ■*> (Fortsetzung War einmal ein armer Fellhändler, welcher in den Dörfern herumging, um Viehhäute aufzukaufen. Einmal, es war gerade vor Peßach, hatte er gar keinen Verdienst. Die Feiertage kainen heran, und er halte keinen Heller in der Tasche. Wie er fo auf dem Wege einherging, begann er bitterlich zu weinen. Da kam Eliah der Prophet und fragte ihn: „Warum weinst Du"? — „Weil ich gar nichts auf die Feiertage habe für Weib und Kind". Da gab ihm Eliah einige Goldgulden und sagte: „Da hast Du etwas Geld, mache Jomtow, wie der liebe Gott geboten hat, und für den Rest pachte vom Gutsherrn eine Schankwirthschaft. Aber, wenn ein Jahr vorüber ist, an demselben Tage mußt Du hier zur Stelle erscheinen, und mir Rechenschaft geben." Der Händler hielt Wort. Nach einem Jahre erschien er an dem verabredeten Ort und Eliah der Prophet fragte ihn : „Wie gehts Dir?" — „Gottlob ausgezeichnet. Aber ich bin der Schenke schon überdrüssig, ich möchte gerne ein Gut bewirthschaften". — „So pachte Dir eines, antwortete Eliah". Wie ein Jahr vorüber war, fragte Eliah wiederum: „Wie gehts?" „Sehr gut, Gott sei Dank, aber weißt Du, lieber Prophet, das Zahlen des Pachtzinses ist mir zu beschwerlich. Wenn ich ein eigenes Gut haben könnte!" — „So kaufe Dir eines", versetzte der Prophet. Wiederum war ein Jahr zu Ende gegangen, und der neue Gutsbesitzer erschien abermals zur Stelle, um Rechenschaft zu geben: „Ich kann mich nicht beklagen", sagte er, „mir gehts, gottlob, vorzüglich, aber das fortwährende Steuerzahlen macht mich wüthend; und wenn ich Vrophet. und Schluß.) nur ein wenig rückständig bin, bekomm' ich gleich Executionen auf den Hals geschickt. Es wäre doch viel bester, wenn ich den ganzen Landstrich vom König abkaufen könnte, dann würde ich Ruhe haben". — Eliah willigte ein, und der arme Fellhändler ward bald Selbstherrscher, regierte sein Ländchen und richtete seine Unten Hanen nach Recht und Billigkeit, gleich einem König. Nach Ablauf eines Jahres fragte ihn Eliah: „Nun, wie gehts, Brüderchen? Bis Du endendlich zufrieden?" — „Na, schlecht gehts mir gerade nicht" — versetzte der Selbstherrscher, — „aber viel Scheererei habe rch mit meinen Unterlhanen, die ich als König richten soll. Wie soll ich da wisten, wer schuldig und wer unschuldig ist? Du könntest mir wirklich beim lieben Gott ein Bischen Allwistenheit erwirken, dann wäre ich wohl zufrieden." „So?" erwiederte Eliah. „Das alles genügt Dir nicht und Du bist unersättlich. Nun sollst Du wieder das werden, was Du ursprünglich gewesen bist." Bald darauf ging der unabhängige Fürst wiederum in den Dörfern umher, und kaufte Thierhäute. So bestrafte Eliah die Habsucht. Auf einer reichen Hochzeit kam einmal zur Sudah (Hochzeitsmahl) ein armer Mann in zerrissener Kleidung und setzte sich zu Tische. Da kam einer der geladenen Gäste, setzte sich neben ihn und sagte: „Rücket gefälligst etwas weiter, Freund!" dann kam ein zweiter: „Rücket nur etwas weiter", dann kam ein dritter und ein vierter, bis der arme Mann ganz bei der Thüre saß. Da warf ihn einer der Diener zur Thüre hinaus. Bald darauf trat ein schöner Mann herein, in prächtigem Seiden-

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