Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 40-41 (21.5.1896)
- Date
- 1896-05-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXVII. Jahrgang. M 40& 4t Der Israelit. Sin Aentrat-Hrgan für das orthodoXe IudentHum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag , de« 21. Mai 5656 (1896). iiiiiJi*—1 Unsere nächste Nummer, wiederum eine Doppelnummer, erscheint Donnerstag, den 28. Mai. Für Eine MneU abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat Juni auf den Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter deS Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Ergedition ües,Israelit". Leitender Artikel. WestpHätische Ausschußweisyeit ) Mainz, den 20. Mai. Der Ausschuß des Verbandes der Syn a gog en-G emein d e n Weftphalens hat wieder einnral durch eine seiner sattsam bekannten papiernen Thaten für die Erheiterung des jüdischen Lesepublikums in dankenswerther Weise gesorgt. Nachdem fünfzig rabbinische Gutachten einstimmig erklärten: „Daß das westphälische Gebetbuch K verschiedene Grundwahrheiten des Judenthums verleugnet, daß daher genanntes Gebetbuch für e inen j üdischen Gottesdienst, sowie für die häusliche Andacht niemals verwendet werden darf, und daß man einem danach abgehaltenen Gottesdienst nicht beiwohnen darf" ist es dem Ausschuß gelungen, 16, sage sechszehn Herren zu finden, die zum großen Theil Rabbinerstellen inne haben, und ebenfalls ihr Gutachten, aber in dem Sinne abgegeben haben: „daß das neue Gebetbuch in keiner Weise mit den Lehren des Jude nt hu ms in Widerspruch steht." *) Vergl. Nr. 78/79 des vorigen Jahrgangs. Unter diesen sechszehn Herren finden sich zwei, von welchen der Herausgeber selber einräumt, daß sie eine gutachtliche Aeußerung überhaupt ablehnen, bleiben also nur 14. Aber auch diese Zahl schrumpft noch zusammell, wenn man das Gutachten des Herrn Dr. Kaiserling in Abzug bringt, weil von demselben nilr ein Brief veröffentlicht ist, in welchem er sagt, daß er prinzipiell nur dann Gutachten abgebe, wenn sie von seiner Gemeinde verlangt werden. Damit wären wir dann glücklich bis zu der Zahl 13 angelangt. Wollten wir diese mit dem kritischen Maßstab messen, welche die westphälische Ausschußweisheit an die 50 das westphälische Gebetbuch verurtheilenden Rabbinen legte, so würden auch die 13 noch reducirt. Danach wären Rabbinen von Separatgemeinden nicht competent, als Gutachter aufzutreten. Es müßte somit der Prediger der Israel. Tempelgemeinde in Hamburg ausgeschieden werden, den dazu der westphälische Ausschuß bei dieser Gelegenheit erst zum Rabbiner befördert hat, um genügend rabb i tt i s ch e Gutachten zu besitzen. Bei dem Frankfurter Lehrer Dr. A. Brüll, hat der Ausschuß vielleicht bona fide qdjariöelt, wenn er ihn unter die Rabbinen rangirte, da sich derselbe selbst als Rabbiner zeichnete. Er scheint Rabbiner in partibus infidelium zu sein. Doch wir brauchen die Legitimation des Herrn Dr. Brüll zur Führung des Rabbinertitel hier nicht zu prüfen, da wir den Maßstab des Ausschusses eben nicht anlegen möchten. Wir wollen ihm sein Dutzend rabbinischer Gutachten ungeschmälert lassen. Wenn pai pav, wenn Quantität und Qualität dieser Gutachten dem Ausschuß genügt, so hat er eine Genügsamkeit bekundet, von der ein Diogenes noch hätte lernen können, und die wir neidlos anerkennen. .psp VddV >xb, pan i\je>V dm In Wirklichkeit hat übrigens auch wohl Nie-