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Der Israelit · 1896-05-14 · Heft 38-39 (14.5.1896) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 38-39 (14.5.1896)
Date
1896-05-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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758 ^VMMWMWWW ling, Bibliotheca Espanola - Fortugueza - Judaica, stillschweigend zu berichtigen, da er Vieles durch Autopsie prüfen konnte, was Kupferling nur dem Titel nach bekannt war. Von der Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit diesem Werkes kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, das; es größere oder kleinere Proben aus fast allen genannten Werken enthält. Die Auswahl allein verräth schon den Meister; Sachkenntnis; und seiner Geschmack für das Charakteristische haben dabei die Feder geführt und sie bietet uns daher ein anschauliches uut> lebendiges Bild dieser so wenig gekannten Literatur. Besonderes Interesse erregen die Proben auS den verschiedenen Bibelübersetzungen, die uns über die Auffassung des h. Tertes von Seite;; der Uebersetzer wichtige Aufschlüsse geben. Die Anmerkungen des Berf. enthalten die entsprechenden Hinweise zu ihrer richtigen Würdigung und zu den Duellen, ans denen sie geschöpft haben. Das Jüdisch-Spanische bietet noch eine besondere Eigenthümlichkeit,;;nd das inacht es von; rein sprachlichen Standpunkt aus interessant, das; es viele altspanische Wörter enthält, die in der heutigen Umgangssprache nickt mehr üblich sind. Da die Inden vor 4»«' Jahren Spanien verlassen haben, so ist es nur natürlich, das; sie die Sprache ihres ehemaligen Heimathslandes so konservirt haben, wie sie damals vor Jahrhunderten gesprochen wurde. Der vierhundertjährige Aufenthalt in sreinden Landen hat ebenfalls reichliche Spuren hinterlassen, fremde Elemente, namentlich viele türkische Wörter, haben sich in ihr eingebürgert. Das; der Berf. auch da ans de;n reichen Schatze seiner Sprachkenntnisse die nöthigen Erläuterungen iit den lichtvollen Noten a;n Rande gibt, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. Alles in Allein genommen, es ist ein Werk, das sich würdig anreiht den früheren Arbeiten des Verfassers und das seinem Ruhmeskranze ein neitcs, herrlichem, nuverwelkliches Blatt hinzufügt. Wahrlich, es ist ein gesegnetes Alter, das solch edle, köstliche Früchte zeitigt; möge es auch ferner ein gesegnetes sein! —n—. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 1. Mai. Das jüdische Mädchenstift, in der Münzftraße 25, das nunmehr seit 6 Jahren besteht, hat die gefährliche Periode der .Kinderkrankheiten — denn auch Vereine haben solche Lebensalterskrankheiten durchzumachen — glücklich hinter sich. Mit sechs Zöglingen wurde die Anstalt eröffnet, jetzt werden fünfzehn und zwar unentgeltlich dort für ihren zukünftigen Beruf, für die Hauswirthschaft ausgebildet. Die Unterrichtsgegenstände erstrecken sich auf Wirthfchaftskunde, Küche, Haushalt, aber auch für die geistige Ausbildung ist genügend gesorgt. Mit dem Stift ist ein billiger Mittagstisch für Frauen und Mädchen verbunden. Bis jetzt konnten sechzehn Zöglinge in verschiedenen Stellungen untergebracht werden. Aus dem soeben veröffentlichten Jahresbericht ergiebt sich, daß die Zahl der Mitglieder 450, die Jahresbeiträge 4733 Mark und das Gesammtvermögen 21,348 Mark beträgt. Im Hinblick auf den guten Zweck, dem dieses Mädchenftift dient, wäre eine regere Betheiligung und erhöhte Zuwendungen besonders erwünscht. __ Aus Baden. Wie Ihnen vor einiger Zeit berichtet wurde, war das Projekt eines Aspls für alleinstehende, kranke und arme Israeliten in; Großherzogtbum Baden in Aussicht gestellt. Nachdem die Satzungen aufgestellt und das Eomitö gewählt war, kan; zur vordersten Reihe die Beschaffung der nothwendigen Gelder. Mit Freuden kann nun constatirt werden, das; eine diesbezügliche Sammlung bei unseren Glaubensgenossen im Lande einen überraschenden guten Erfolg gehabt hat. Es wurde von Vereinen, Gemeinden und Einzelnen die ansehnliche Summe von etwa 35,oo<> Alk. zusammen gebracht und die Sammlung ist noch nicht geschlossen. Ebenso hat Frau Hofrath Salomon Moos Wiltwe in Karlsruhe, deren Mann vor Kurzen; als Universitäts-Professor in Heidelberg gestorben ist, die schöne Summe von 20ooo Mk. für das Asyl bestimmt. Ein solches Vorgehen dieser edlen Frau möchte für diese als auch für andere wohlthätige Stiftungen so namentlich für das projektierte neue Hospital in Ierufalein, Nachahmungen finden. Es steht ,">"2 der Grundpfeiler der Welt DHDn noch fest; möge er mit den übrigen min als Dreibund nie ivanken. W. Rußland. Moskau. Aus Rußland kommt eine höchst erfreuliche Nachricht. Vor einigen Wochen wurde das Programm zur Krönungsfeier des Kaiserpaares in Moskau veröffentlicht. In demselben waren unter den zur Krönung geladenen und befohlenen Persönlichkeiten Vertreter aller Confessionen, sogar der Heiden, aufgeführt; nur die einer Eonfession fehlten, die der Juden. Man erzählte, die Namen der Vertreter der Juden hätten auf dem Programme gestanden; seien aber vom Czaren selbst gestrichen worden. Dieses Vorkommniß wollte man als symptomatisch betrachten. Umso größer wird allerseits in jüdischen Kreisen die Freude sein, daß dem nicht so ist. Der Kronrabbiner Abraham Katalowker in Kischinew wurde am 16. April zum Gouverneur befohlen, und ihm eröffnet, daß vom Ministerium für

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