Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 38-39 (14.5.1896)
- Date
- 1896-05-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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751 Jahre mit einander verheirathet. Sie waren nie und sind auch jetzt nicht mit Glücksgütern gesegnet, um so rühmender muß es hervorgehoben, daß irnx die bekanntlich D'avrn ’ja D\iem sind, der Eheleute Metzger in liebevoller Weise sich annehmen. Aus weiter Ferne gehen ihnen Geldspenden zu, und namentlich haben unsere wohlhabenden Brüder, deren Angehörige auf dem hiesigen poty n\a bestattet werden, stets eine offene Hand für die alten, bedürftigen Metzger. Auch unsere Regierung hat schon mehrere Male dem ehrwürdigen Greisenpaar namhafte Unterstützungen zukommen laffen, jedoch reichten diese zur Unterstützung des Ehepaars nicht aus. Bei meinem Abschiede von diesem durch die Last der Jahre und der Armuth gebeugten und gebrechlichen Ehepaare, frug ich daffelbe, ob ich ihm irgend welchen Wunsch noch erfüllen könnte. Einen Wunsch haben wir, antwortete das Greisenpaar lächelnd, den Sie aber uns nicht erfüllen können, Gott allein kann dieses thun und wir hoffen auch, daß er es thun wird. Wir wünschen das hundertste Lebensjahr mit einander zu erreichen, vorher aber wollen wir noch das 70jährige Hochzeitsjubiläum feiern und von unserm guten, lieben Kaiser einen Orden und viel Geld erhalten. Oe st e rr.-Ungar. Monarchie. (n) Budapest, 8. Mni. Gestern hat Kaiserin Elisabeth mit ihrem Hofstaate auch die in der Milleniums-Ausstellung befindliche Sammlung von kirchlichen Antiquitäten und Reliquien aus dem Königreiche Ungarn und seinen Nebenländern besichtigt. Zu diesen kirchlichen Gegenständen gehören auch die von jüd. Gemeinden und Privaten ausgestellten kostbaren Goldunb Silbergeräthe für den synagogalen und häuslichen Gebrauch. Die hohe Frau ließ sich von ihren Führern genau erklären, zu welchen Zwecken die Israeliten eigentlich alle diese Gegenstände brauchen, da fast die meisten derselben ihr ganz unbekannt waren. Da gibt es z. B. silbernej Becken mit Kannen zum Waschen der Kohanim, goldene und silberne Kidduschbecher, Gewürzbüchsen (Beffamimbüchsen), Becher für den Propheten Elias bestimmt, und dann die verschiedenen Schmucksachen zum Schmücken der Thora, Vorhänge (Parocheth) und Oberdeckel für die Bundeslade rc. Die hohe Frau war ganz erstaunt, als sie hörte, was für ein wichtiger Faktor die Synagoge für die Förderung der Gold- und Silberschmiedekunst ist. (v"r>) Szabadka, 4. Mai. Da unser verehrter Rabbiner Herr M. Kutna schon hochbetagt ist, so wurde ihm in der Person des Herrn Dr. Josef Klein ein ungarischer Prediger an die Seite gegeben. Derselbe hat gestern fein neues Amt angeireten. Nach dem üblichen Gottesdienste fand ein Bankett statt, an dem sich auch die Honoratioren der Stadt und des Comitats betheiligten. Rußland. Bialhstok, 22. April. nvn oix mnta tzn* xb! Ich habe heute einen schweren, schmerzlichen Verlust zu beklagen. Der Tod schwingt feine unerbittliche Axt und fällt rücksichtslos die himmelanstrebenden Bäume. Noch klagt die russische Judenschaft über die Ceder des Libanon, Rabbi Jizchak Elchanan Spektor und schon wieder ist ein neuer Verlust zu beklagen. Der Rabbiner von Krok, Darm Sun yxjn mn y'sr Sns ppr j/tsfln» >zn ist verflossenen j"» in ein besseres Jenseits abberufen worden. Er erreichte nur ein Alter von 38 Jahren. In Krok bei Kowno hatte er 12 Jahre als Rabbiner segensreich gewirkt. Er war einer der hervorragendsten Gelehrten in der rabbinischen Literatur. Als er noch ein Knabe war, wurde er schon der „mao 'Hp" genannt, und die „nnn 'nxa" behaupteten, daß er ein Sui ucr „ein Fürst des Geistes", eine Größe an Gelehrsamkeit werden würde und ihre Worte sind in Erfüllung gegangen. Sein Streben war nur noarn min unter unseren Brüdern zu verbreiten. Seiner Gemeinde ein treuer Hirte, war er auch ein talentvoller Publicist in der hebräischen Zeitschrift „p^on" und alle Leser bewunderten seine logische Schärfe und wie er das Gebiet der jüdisch-religiösen Wissenschaft beherrschte. Vor einigen Wochen ist er wegen seiner Krankheit nach Kowno gereist und dort hauchte er seine edle Seele aus. vomx^axi apy» hSe> Sun pxjn sin x"D’to hielt eine ergreifende Gedächtnißrede; außerdem gaben noch zwei andere Rabbiner in erschütternden Worten ihrem Schmerze beredten Ausdruck! na* rona^ pn». Joseph Melni k. England. Boston Der Bericht der städtischen Wohlthätigkeits-Kommission stellt fest, daß die armen Juden die öffentliche Mildthätigkeit viel weniger in Anspruch nehmen, als die arme christliche Bevölkerung. Von 851 christlichen Familien in 358 Häusern in Eastend der Stadt wurde 8,10% unterstützt, dagegen von 2791 jüdischen Familien in 933 Häusern nur 2,98%. Diese überall wiederkehrende Thatsache findet ihre Erklärung in der gegenseitigen Hilfsbereitschaft unserer Glaubensgenossen, die den Armen zu helfen bestrebt sind und ihn nicht der öffentlichen Almosenpflege anheim fallen lassen. So wurden z. B. am letzten Peßach hier ca. 10,000 Pfund Mazzes gratis vertheilt.