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Der Israelit · 1896-05-14 · Heft 38-39 (14.5.1896) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 38-39 (14.5.1896)
Date
1896-05-14
Page
– (sequence 9)
Language
German
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HA v>>. AkaÜraana. Erste Bell. M M 38 5- 39 des „Israelit". Leitender Artikel. öas neu äu errichtende israelitische KranKenhans in Jernsalem. Mainz, den 12. Mai. In denr leitendest Artikel der Nr. 36 unseres Blattes wiesen wir auf die dringende Nothwendigkeit der Errichtung eines neuen jüdischen Hospitals in Jerusalem hin. Wir bemerkten dabei, daß darüber die berufensten Sachkenner nur einer Meinung seien und stellten dieAeußernng von ihren Ansichten in diesen Blättern in Aussicht. Heute sind wir in der Lage, die Schreiben der Spitalverwaltungen „Bikkur Cholim" und „Misgab Ladoch," sowie der Oberrabbiner Jerusalems an das „Co mite zur Errichtung eines großen jüdischen Krankenhauses in Jerusalem" in deutscher Nebersetzung wiedergeben zu können. Dieselben lauten: I. Jerusalem, 8. Kislew 5656. Mit lauter Freude haben wir die Botschaft vernommen, daß nach langjähriger Arbeit und Mühe, der Sie sich zur Erreichung Ihres Hochziels unterzogen haben, hier in Jerusalem ein großes, allgemeines Hospital zu errichten, daß endlich nach vielen Kämpfen mit Hindernissen und Erschwerungen aller Art, die sich Ihnen in den Weg gestellt haben, Gott es Sie endlich gelingen ließ, alle diese Hindernisse zu beseitigen und Sie Ihr hohes Ziel endlich erreichen zu lassen. So wird denn die Absicht jener Edlen zur That, indem auch unsere mächtige, liebevolle Regierung n"T Ihrer Thätigkeit wohwollend entgegenkommt und Ihnen die Erlaubniß eingeräumt wurde, das Gebäude zu errichten. Hochzuverehrende Herren! Wohl wiffen wir, wie Sie auch bis dahin nicht ruhten und nicht rasteten, um das Wohl der Kranken Jerusalems zu fördern, so weit nur Ihre Kraft reicht. So schulden wir Ihnen großen Dank dafür, daß Sie den Armenarzt Herrn Dr. Wallach hierher entsandt haben, der seines Berufes mit Hingebung und redlicher Gesinnung wartet, sowohl bei den Kranken, die an ihr Lager gefesselt sind, als bei denjenigen, die hilfesuchend zu ihm kommen. Wir müssen der Wahrheit gemäß erklären, daß sich seine Wirksamkeit in überaus segensreicher Weise geltend macht. Aber Sie wissen es so gut als wir, daß damit Ihre ursprüngliche, ei'entliche Absicht nicht erreicht werden kann. Wohl ist es für den armen Kranken eine überaus große Wohlthat, in seinem Hause Arzt und Medicamente kostenlos zu haben. Aber ist ihm damit allein geholfen? Mehr als den Arzt und seine Heilmittel braucht der Kranke eine gute Verpflegung, eine aufmerksame Abwartung, gesunde Luft und saubere Betten, oft auch Bäder und vieles dergleichen, was selbst ein wohlhabender Kranker in seinem Hause nur schwer haben k .nn, und nun gar der gedrückte Arme! Unsere Krankenhäuser stehen nun Armen dieser Art jederzeit offen; aber wir müffen selber zugeben, daß sie für die große Zahl der Kranken nicht ausreichen. Viele dieser Kranken pochen an die Thüren unserer Spitäler und müffen betrübten GemüthS wieder fortgehen, weil kein Platz für sie da ist. Deßhalb sind die Spitäler der Mission angefüllt mit jüdischen Kranken und wir haben keine Mittel diesem schlimmen Mißstand zu steuern, der eine so große Entweihung des göttlichen Namens nach sich zieht. Ein anderer Mrßftand, den wir nicht abstellen können, ist der Umstand, daß wir die mit ansteckenden Krankheiten behafteten Kranken nicht in gesonderten Räumen unterzubringen in der Lage sind Wir müffen gegen unseren Willen alle Kranken unterschiedlos in einem Raume unterbringen. Im Namen der Gesammtheit, deren sanitären Interessen wir vertreten und im Namen des allerbarmenden Gottes nahen wir uns Ihnen, verehrte, edle Herren, mit der inständigen Bitte: Wollen Sie nicht säumen mit der Verwirklichung dieser Liebespflicht, die nunmehr in Ihrer Hand ruht. Nachdem es Gott nun so gefügt und Sie die staatliche Genehmigung und ebenso einen geräumigen, für den Bau geeigneien Platz besitzen, wollen Sie nicht zögern diesen hohen Gedanken zur That werden zu lassen. Wenn voraussichtlich Ihre Mittel nicht ausreichen, so rufen Sie die Edlen im Volke um ihre Mithilfe an, ihre Spende diesem Heiligthum zu weihen. Es wird sich einem solchen Rufe keine Hand verschließen, damit Sie rasch ans Werk schreiten, je rascher, desto besser. Der gütige Gott möge Ihr Vorhaben gelingen laffen! Mögen Sie dafür des Glückes gewürdigt werden, den Wiederaufbau Zijons und Jerusasalems zu schauen, nach dem Wunsche der Ihr bestes Wohl erflehenden und verehrenden Verwalter und Vorsteher der Spitäler Bikkur-Cholim und Misgab Ladach. Chajim Abraham Robinsohn. Jacob Möir. Mordechai Israel. Joel Moscheh Salomon. Jizchak Aschkenasi. Schence Walkorisk. Menahem St. Cohen. Samuel Pinchas.

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