Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 36 (7.5.1896)
- Date
- 1896-05-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448608-2448643--41750-2490722- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
716 Uermischies. Leipzig, 1. Mai. Eine stattliche Versammlung trug heute den im Alter von 52 Jahren verstorbenen Rent'er Salomon Zeitlin auf dem Friedhof der hiesigen Gemeinde zu Grabe. Einer angesehenen russischen Familie entstammend, welche manchen berühmten Namen in ihrem Kreise zählte, strebte und wirkte der Entschlafene ganz im Geiste seines durch zahlreiche Wohlthätigkeitsstiftungen rühmlichst bekannt gewordenen Vaters R. Josua Zeitlin in Dresden. Auch das milde Herz des nun Heimgegangenen hat viel Segen gestiftet. Seiner Hand verdankte mancher Arme Rettung, mancher Studirende Förderung, manche Braut ihr Lebensglück. Er war in hebräischen Schriften wohl bewandert und besaß eine werthvolle Bibliothek. Er war ein Freund der Thora und ein Förderer aller religiösen Bestrebungen. Auch in der Armencommission der hiesigen Gemeinde wirkte er nach Kraft und Gewissen. Der Verstorbene hinterläßt einen vortrefflichen Namen, sein Andenken wird ein gesegnetes sein' n"DS:n. Schirrhofen im Elsaß, 29. April. Der sehr beliebte und allgemein geachtete Lehrer und Sekretär des Bürgermeisteramtes Herr Joseph Levi von hier, ließ sich aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand versetzen. In den hiesigen Zeitungen finden wir folgende Notiz über ihn. „Unser Lehrer, Herr Joseph Levi ist m Folge von Krankheit pensionirt worden. Seine Majestät der Kaiser haben allergnädigst ihm das Allgemeine Ehrenzeichen zu verleihen geruht. Herr Levi war seit dem 1. Mai 1872 in Schirrhofen thätig und hat die Mehrzahl der hiesigen Einwohner ausgebildet. Er war ein braver, pflichttreuer Lehrer und freuen wir uns über die ihm von Allerhöchster Stelle gewordene Auszeichnung. Er hat seinen Wohnsitz nach Hagenau verlegt, wo seine Tochter verheirathet ist. Möge es ihm vergönnt sein noch recht viele Jahre bei guter Gesundheit seine wohlverdiente Pension zu genießen." Bad-Nauheim. Die israel. Kinderheilstätte veröffentlicht soeben ihren Jahresbericht von 1895. Wir entnehmen daraus, daß die Anstalt in der Zeit vom 5. Mai bis 18. Septbr. 52 Kinder, wovon 27 Knaben und 25 Mädchen, verpflegte. Der Heimath nach waren 28 aus Frankfurt a. M., 9 aus Köln, 8 aus Straßburg, 2 Rottenburg a. d. Fulda, 2 Kassel, 1 Kastel, 1 Karlsruhe, 1 Nordenstadt bei Wiesbaden. Die Kinder, von denen 21 an Scrophulose, 15 an Blutarmuth, 4 an Rachitis, 3 au Caries der Knochen, 3 an Herzkrankheiten, 1 an Rheumatismus litten und 5 Reconvalescenten waren, erhielten zusammen in 1294 Verpflegungstagen 983 Bäder. Die Heilerfolge waren fast ausnahmslos günstig. Aussehen und Appetit der Kinder besserten sich sichtlich während der Kur, das Allgemeinbefinden hob sich. Die Gewichtszunahme betrug im Durchschnitt 3 Pfund. Der sehnliche Wunsch ein eigenes Heim zu besitzen, wird in diesem Jahre in Erfüllung gebracht, da bie Pläne zu dem nenen großen Hospital entworfen und alles vorbereitet ist, so daß der Bau im Sommer beginnen kann. Das Haus ist mit 56 Betten vorgesehen und allem hygienischen Comfort eingerichtet. Die dadurch gesteigerten Bedürfnisse erfordern natürlich auch größere und reichlichere Mittel, nnd es ist zu hoffen, daß die seitherigen Freunde und Gönner, sowie auch alle edlen Menschenfreunde zu dem humanen Werk beisteuern. Das Bewußtsein, den armen Kindern, die die Armuth schweren fühten, weil sie krank sind, und die an der Krankheit schwerer tragen, weil sie arm sind, eine Wohltyat erwiesen, ihnen vie Schwere des Schicksals erleichtert zu haben, ist eine frohe Genugthuung für jedes Opfer. — Die Verwaltung der unter der ärztlichen Leitung von Dr. Hirsch stehenden Anstalt ist in Frankfurt a. M. Adresse: M M. Mainz, Börnestraße 52. London, 5. Mai. Die „Times" meldet aus Teheran von gestern, daß in Schiras vorgestern Abend Ruhestörungen vorgckommen seien. Die Bazare seien geschlossen. Die Bank sei gestern Vormittag offen gewesen und winde bewacht. Große Waarenvorräthe seien geplündert worden. In der Nähe von Schiras habe man am Abend das Judenquartier zu plündern versucht, die Juden hätten aber von den Dächern die Räuber mit Steinwürfen vertrieben. Briefkasten der Redaction. Robb. Dr. 8. und H. L. in W.: Wegen Raummangel und verspätetem Eintreffen leider in dieser Nummer unmöglich. Zur Reife-Saison Alljährlich, wenn der Sommer seine leuchtenden Vorboten zu senden beginnt, regt sich in vielen erholungsbedürftigen Herzen die Frage: Wohin werden wir dieses Jahr reisen V Die Antwort ist schwer, pflegt man doch stets große Hoffnungen an den Erfolg der Reise zu knüpfen und muß man doch demgemäß mit Vorsicht den Erholungsort wählen, welcher die möglichst besten Earantieen für die Verwirklichungen dieser Hoffnung bietet. Die Antwort ist schwer, sie ist besonders schwer iür uns Jehudim, die in treuer Anhänglichkeit an unserer heiligen Religion, auf strikte Befolgung der rituellen Gesetzesvorschriften bestehen. Da freut es uns denn schon heute auf ein Unternehmen Hinweisen zu können, das die Bewunderung und den Beifall, vor Allem aber die Unterstützung aller gesetzestreuen Jehudim verdient. Inmitten des schönen Harzes, am Fuße des sagengekrönten Burgbergs, umschlossen on geheimnisvollem dichtem Bergwald, erhebt sich jetzt in Harzburg das „Parkhaus", das Herrn Hecht zum Besitzer, den Professor Geb zum Erbauer hat. Herr Hecht ist als derjenige bekannt, der säon seit mehreren Jahren in Harzburg eine streng koschere Restauration unter Aufsicht des Halberstädter Rabbinats betrieben hat. Der Erfolg seiner bisherigen Thätigkeit hat ihn ermuthigt, einen Prachtbau aufführen zu lassen, in welchem — unter strengster Jnnehaltung der Kaschruth-Gesetze — verwöhnteste Ansprüche ebenso wie die bescheidensten Forderungen befriedigt werden können. Herr Hecht hat Mühe und Kosten nicht gescheut, um sein großartiges Etablissement mit allenr Comfort der Neuzeit auszustatten, um es zu einem Tusculum für Erholungssuchende zu gestalten. Möge der Erfolg, der pecuniäre Erfolg, nicht ausbleiben." Wir behalten uns vor, in einer der nächsten Nummern eine ausführliche Schilderung des „Parkhaus" und seiner prächtigen Ausstattung und Einrichtung zu bringen. Bad Harzburg. „Hötel Parkhaus“ -)&JO Feines Restaurant 11. Pension, eleg. Hötel, 46 Z. m. Balkons, vornehmste Lage. Streng rituell; u. Aufsichr Sr. Ehrw. d. Herrn Rabb. Dr. Auerbach, Halbe,stadt. Bovzügl Verpflegung. (99 a Damenkleiderstoffe. Grösste Auswahl aller Gattungen vom Einfachsten bis zum Elegantesten Musseline lainr garantirt reine Wolle a 65 Pfper Meter Muster auf Verlangen franco in’s Haus. Cachemir doppelbreit garantirt reine Wolle L 75 Pf. per Meter versenden in einzelnen Metern franco ins Haus, neueste Modebilder gratis OETTIMGER & Co., Frankfurt am Main. 8eparat-Abthe!lung für HerrenkieiderstofFe. Bnxkin von Mark 1.35 per Meter an.