Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 35 (4.5.1896)
- Date
- 1896-05-04
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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';? ■* T. '• T •■ '■ -• Vv- 700 und immer löste er seine Aufgaben zur Zufriedenheit seiner Fürsten und zum Vortheile seines Staates. Nur der Neid aus seine Stellung und auf die Gunst, die er genoß, die Verleumdungssucht uiib der Judenhaß konnten ihn zeitweise aus seinem Glück bringen und Mißtrauen gegen ihn erregen. Das Herabsteigen vom hohen Glücke, die Entfernung aus den Hofkreisen betrachtete der edle Charakter aber nicht als ein Unglück, er begrüßte den Wandel als eine Wohlthat, um dann wieder die Liebe zum Thorastndium befriedigen zu können, wie er dies witzweise in dem Satze ausdrückte: ’jrp om foono Niion „nur beim Mangel läßt sich's besser lernen". Seine Gelehrsamkeit bewies er in zahlreichen Schriften, besonders aber in seiner Bibelerese, bei deren Abfassung wir ebenso seinen ruhigen Fleiß, den er durch die Kürze der Zeit dafür bewies, al* auch seine Geistesschärfe und wahre freie Auffassung der Thatsachen bewundern. Der junge Redner zeigte in der Vorführung der Abarbanel'schen Werke große Vertrautheit mit der einschlägigeit Literatur, ltnb wußte dem Gegenstände das gebührende Interesse znzuwenden. Dafür ward ihm auch der gebührende Dank von Seiten seines Auditoriums unzweideutig gespendet. Als achter und letzter Redner im Semester haben wir Rabbinats-Candidat Dr. Neubert dahier zu verzeichnen. Er wählte das schwierige Thema: „Die Unsterblichkeitslehre im Judenthume", zn dessen Behandlung ihn allerdings seine theologischen uub philosophischen Kenntnifse wohl befähigten. Er Nichte dasselbe vom naturwissenschaftlichen, philosophischen und theologischen Standpunkte zu beleuchten, und führte dafür eine reiche Auswahl von Argumenten und Belegen vor. Das Hauptgebiet bildete das jüd. Schriftthum; zahlreiche Stellen aus Bibel und Talmud, aus der gesetzes- und religionsphilosophischen Literatur dienten als Belege, und es zeigte sich, daß diese Lehre zu den Fundamentalgrundsätzen des Jndenthums gehört. So schwer auch das Thema, resp. die Beweisführung dafür für das Verständnis; i;n allgemeinen ist, so vermochte der verehrte Redner doch seine Darstellung faßlich und verständlich 31t geben und auch den Laien in die schtvirrigste Materie einzuführen und zu belehren. Der mehr als ftüubigc Vortrag bekundete ebensosehr des Redners reiches Wissen aus dem Gebiete der betr. Wissenschaft, als auch fein klares Denken und Forschen. Der Vortrag fand daher die gebührende Anerkennung, welche tu dem reichen Beifall zunt Ausdruck gelangte. So kam der Verein durch die in ihn; gehaltenen Vorträge seiner Aufgabe getreulich nach und die akademischen Mitglieder Connteu sich bei dem Semesterschluß mit dem befriedigenden Bewußtsein trennen, durch ihre Vereinsthütigkeit für iiitjere heit. Sache das Beste beigetragen zu haben. Zu bedauern bleibt nur, daß der Begründer und Hauptförderer des Vereins, Herr Dr. Karlebach aus Lübeck durch seinen Weggang von hier seine .straft und sein begeistertes Eintreten für den Verein demselben tticht mehr verleihen kann; lvir werden ihm aber dafür ein um so dankbareres Andenken bewahren, unb wünschen ihm um so aufrichtiger ein :>:m rbs! Für den Verein selbst aber wünschen wir ein ferneres Aufblühen und Erstarken, und daß er auch unter seiner neuen Führung wachse und gedeihe! O e st e r r. - U n g a r. M onarchie. Prag. (Vernrt Heilung eines antis e m 11 i s ch e n R e b a c t en rs.) Der Redactenr des Lemberger Antisemiteilblattes, Ehreitberg, wurde wegen Verweigerung der Aufnahme des Denrentis des Dr. Lindail bezüglich der Behauptung des Abgeord. Ebvtkvwski, Dr. Lindall habe irr einer Lernberger Volksschrile christlichen Schulkindern Religionsunterricht ertheilt, zil 24 Stunden Arreststrafe und zur Zahlung der Gerichtskostell vernrtheilt. Attßerdem wurde über sein Blatt bis zur Veröfferltlichirng der Berichtigung die Sperre verhängt. > Derrnischles. »4 Darmftadt. Ctfo ot;nette, her uov eiiiifleii ragen hier ucrftoUu'ne ricluev non „Waldmeisters Brautsahrt", war zeitlebens ein Gegner des AirtisemitwmnS lind intim mit hervorragenden 9»"den befreundet. Wie Roguette and) einmal persönlich mit eingegr issen, um die Vage der Jude zu verbessern, erzählt Dr. Jonas Lehmann im „B, Börsen-Eorrr solgeirdermahen: „8n .Vus?land säilug man damals Juden tobt, rnrd ein Utas beraubte die .üdH'aer ihrer Landgüter. Aoquette, an deir ich rrrich deshalb auf Veranlassung meines Vaters Dr Lehmann 7 Ll rvairdte, that LllleS, waS in feinen .Nrästen stand, um das LUnhäugnin abzuwenden. ES gelang ihm, zu bewstken, das; eine sehr hochgestellte Persönlichkeit eine diesbezügliche Bittschrift deur ('jar persönlich übergab, da auf auberem Wege der staiser nicht zu erreichen war. Aoguette, der für sich selbst nie eine Gunst beansprucht hatte, zauderte hier keinen Augenblick, da e8 galt, Unglücklichen beizristehen. Wahrlich, eine solche Selbstlosigkeit dürfte vergeblich ihresgleichen suchen!" Briefkasten der Redaktion. Herrn W. in B. DaS Hotel „ Sunt wilden Mann" in WornrS befindet sich seit Anfang dieses HahreS in nichts irdischen Händen. I. E« in A. r ES ist Beides am Sabbat nicht gestattet. Lebensversicherungs-Gesellschaft zn Leipzig, ge gründet 1830 (alte Leipziger). Das Jahr 189:"» ist sowohl in Bezug auf das siuanz elle Ergebnis; ivie aus den Zllgang an innen Versicherungen Tür die Gesellschaft wieder ein hervorragend günstiges gewesen. Der 189'» erzielte Ueberschuß ist der grösste, den die Gesellschaft in einem Jahre je erzielt hat. Cr beläuft sich i