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Der Israelit · 1896-04-30 · Heft 34 (30.4.1896) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 34 (30.4.1896)
Date
1896-04-30
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Wrthodoxe MuderrthumÄ lNr. 6 :;o. April i5ssf»S fESftF' fiiäiMil Hpanische jju6en in S*A Mosnien. ^Ötifnoub eines längeren Aufenthaltes in den occupicrleit Provinzen Bosnien und Herzegowina hatte ich häufig (Gelegenheit mit den Abkömmlingen jener ans Spanien erilirtcn Juden zusammenzutresfen, die im XV. Jahrhundert eine bemerkenswerthe Nolle in ihrer Heimath gespielt hatten. Durch die vollständige Abgeschiedenheit von der übrigen Enlturwclt haben die Spaniolen Bosniens viele Eharaklerzüge gewahrt, welche bei den Anderen ihrer StammeSgenosten in Folge Einwirkung der Alles nivelierenoen Cultur bereits gänzlich geschwunden sind. AuS diesem Grunde setzte ich mir die Ausgabe, noch bei Feiten einige Daten bezüglich der historischen, sprachlichen und religiösen Anschauungen dieser spanischen Juden zu sammeln, um dieselben vor der Vergessenheit zu retten. Dieses Völkleiu verdient unsere Beachtung in hohem Grade, weil ans reiner Mitte viele strahlende Größen der fpceiell jüdischen un) allgemeinen Gelehrsamkeit hervorgegangen sind. "Wun der edle Ehr. Fr. Schubart in seiner Vaterlandschronik schreibt: „Die wahre Aufklärung, die ihren strömenden Glan; in die Ewigkeit hiilausrvirst, haben rvir — nicht den Griechen irnd Römern, sonderit beit Juden zu verdanken/' so dachte derselbe in erster Reihe an die Größen der spanischen Periode. Doch die Feiten ändern sich. Dieser spanischjüdische Volksstamm, ivelcher unter der Sonne der Freiheit so Tüchtiges und Glänzendes hervorgebracht hat, ist in neuerer Feit von dem hohen Piedestal, welches er einst eingenommen, tief, sehr tief herabgestiegen. Der Weinberg, ivelcher köstliche Trauben verheißen, hat nach den Worten des Propheten Jesaias blos kleine und sauere Herlinge gezeitigt. Natürlich trugen hieran die politischen Verhältnisse die Hauptschuld. An der Hand der geschichtlichen Daten wird uns dieser Rückschritt, diese Deeadenz der ans der Balkan-Halbinsel ansässig gewordenen spanischen Inden als das naturgemäß nothwendige Ergebnis einer streng in einander greifenden, lückenlos sich sorterzeugenden Ursachenkette erscheinen. Bekanntlich lebten die Juden in Spanien bis zur Regierung Ferdinand des Katholischen und seiner fanatischen Gemahlin Jsabetla von Arragonien in Frieden und Ruhe. Doch als zum Schutze des katholischen Glaubens die schreckensvolle Inquisition eingesührl ivurde, änderte sich auch ihre bisher so günstige Lage. Dein finsteren Glaubensivahne der blutgierigen Großinquisitoren Thomas Thorquemada und Peter d'Arbues fielen Taufende von Unschuldigen zum Dpser. Infolge der unsäglichen Marter und Peinigungen traten viele spanische Jude scheinbar zum Christenthum über, in ihren Verstecken und Schlupfwinkeln übten sie jedoch, gleich den Christen Roms, die Satzungen ihrer angestammten Lehre. Diese scheinbaren Apostaten — Marrannen genannt — erfreuten sich noch zum Theile des Schutzes der spanischen Gesetze. Schließlich wurden sie nach einem Jahrtausende währenden Aufenthalte in Spanien, zu dessen

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