Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 32 (23.4.1896)
- Date
- 1896-04-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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630 Jugendliche Heißblütigkeit im Taumel einer sinnereizenden Umgebung kann vor großen Ausschreitungen vielleicht nur durch ein von Zeit zu Zeit sich wiederholendes Hleinenlo Mori geschützt werden. — Wir erblicken daher in dem Bestreben der Pariser israelitischen Jugend auch für den allerärmsten Jehudi ein anständiges bn^v> mp zu beschaffen, einen richtigen Zug jüdischen Geistes, der umso mehr hervorgehoben zu werden verdient, da ja gerade in dieser Richtung soviel in "un rnpriD is^n gesündigt wird. Seit der Gründung der Association de la jeunesse Israelite, haben wir 15 Fälle gehabt, die vor dem mpn tsun der sogenannten l'ansse commune verschont sind. Dank der energievollen verdienstlichen Arbeit einer ziemlich großen Anzahl Pariser junger Leute! DDoy #mn»i isdkt ipin rufen wir ihnen zu. > Wersonalien. Rüfselsheim a. M. Am 'd ist dahier ein Mann aus dem Leben geschieden, dessen Verlust man noch lange betrauern wird. Herr Hermann Adler ist uns durch den unerbittlichen Tod entrissen worden. Wem es vergönnt war, mit diesem “pdj pnx zu verkehren, der kann die Fülle der Tugenden bemeffen, die diesem edlen Manne eigen waren. Wie übte er onon n^»D;n mray rmn im wahrsten Sinne des Wortes. Ueberall suchte er mm p'ino zu sein und lernte selbst wo sich ihm die Gelegenheit bot. Seine miDy stand musterhaft da. Ein Zuspätekommen zur Synagoge kannte er nicht; er machte es sich gleichsam zur Aufgabe immer vor Beginn derselben anwesend zu sein, da man, im anderen Falle, nicht die volle ruiD haben könnte und wie achtete er auf genaue und pünktliche Ausführung der rn^Bn, eine Eigenschaft, die man auf dem Lande leider häufig vermißt. Wo es galt ein "ton mb’DJ zu erweisen, da war er immer der Erste. Wie manche gefährdete Existenz hat er durch zeitige thatkräftige Hilfe gerettet. Sein Haus war den Armen und Bedürftigen immer ein Erholungsort. Lange Jahre bis zu seinem Lebensende, war er erster Vorsteher des hiesigen israelitischen Wohlthätigkeilsvereins. Auch seine geschäftliche Thätigkeit bildete durch ihre äußerste Reellität ein wahres D»n «rrrp. Was war er nur seiner Gemeinde. Trotz vielfacher Verkennung überwand er alle Schwierigkeiten, um in dieser die m<n und ihre rvxö hoch zu halten. Mit großer Hingabe übernahm er viele Jahre sämmtliche an den D’mu v'v' und dabei war er t-crp ^3. Hohe pecuniäre Opfer scheute er nicht, um für die heiligsten Institutionen zu sorgen. Auf ihn kann man wahrlich sagen: iTDnttD vb) pwi by ^un. — An seiner Bahre schilderte Herr Rabbiner Dr. Vondi aus Mainz vor zahlreich erschienenen Freunden in rührenden Worten, die Vorzüge des Verblichenen und schloß mit dem Wunsche, daß der Heimgang dieses pnlt eine Ermahnung zum weiteren Wandel in seinen Bahnen sein möge. jrasün Mühlhausen itt Th. Vor einiger Zeit starb dahier Herr Wolf Heilbrunn rry, gebürtig von Reichensachsen. Er führte stets einen derart frommen und braven Lebenswandel, daß man den Vers: Tiosy "i nnoNn in der Weise auf ihn anwenden konnte, daß sein Sinnen wtb Trachten, sein Denkeil und Fühlen aber auch sein Thun und Treiben von echt jüdischem Geiste durchdrungen war. Mit dem Munde suchte er Liebe und Freundschaft zu verbreiten, mit seinen Händen gab er oft und gerne, kein Armer oder Unglücklicher hat je umsonst an sein mitfühlendes Herz appelliert unb bei keinen: Gottesdienste im Winter und Sommer bei Külte und Hitze fehlte er. Trotz seines hohen Alters, er hatte 80 Lebensjahre hinter sich, war es sei:: besonders Vergnügen immer der erste im Tempel zu sein. Möchten seine Kinder das Andenken ihres seligen Valero dadurch ehre:: und Hochhalten, daß sie seinem Beispiel ::nd seiner Lehre treu Nachfolgen. mmb p'-m "IDT. vermischtes. Paris. Die jüdische Volksküche in der nie ßuffaalt schloß am 14. März ihre Pforten, um sie erst am 15. Oetober wieder zu eröffnen. Während der letzten fünf Monate wurden 107276 Portionen vertheilt, davon 39,000 gratis. -- Zu Peßach wurden hier in diesem Jahre 54,000 Pfund Mazzes an bedürftige Israeliten verschenkt, welche mehr als 2000 Familien zu Gute kamen._ (Nach Schluß der Redactiou.) Wien- Ueber den Tod des Baron H i r s ch wird noch Folgendes berichtet: Hier siel seinen Bekannten sein schlechtes Aussehen auf. Baron Hirsch klagte zwar nicht über ein besonderes Leiden, legte aber eine gewisse Unruhe an den Tag und sah blässer aus als sonst Heute Früb kam die Nachricht von seinem Tode gerade nach Wien, als das Kuratorium der Hirsch-Stiftung unter Vorsitz des Direktors Joly vom Bankverein eine Sitzung abhielt. Direktor Joln begibt sich heute Nachmittags nach O-Gyalla. In Budapest erhielt heute Früh Frau Bischitz, die bekannte Vorsteherin der ungarischen Wohlthätigkeits-Anstalten Hirsch's, eine von einem Wirthschaftsbeamten in O-Gyalla Unterzeichnete Depesche, welche lakonisch meldete: „Baron Hirsch heute Nachts hier in O-Gyalla gestorben." Ein anderes heute in Budapest eingctrosscnes Telegramm berichtet, daß Baron Hirsch gestern Abends bei einem Gutsnachbar, Namens Ehrenfeld, dem Schwiegersöhne des Reichstags- Abgeordneten Paul Ordody, zu Gast war. Er verweilte dort bis 1 Uhr Nachts, war guter Laune und sprach auch dem Champagner zu, den ihm jEhrenfeld credenzte. Gegen 3 Uhr Früh erlag er bei seinem Gastfrennd einem Herzschlage. Frau Bischitz hat der Frau Baron Hirsch, die sich zur Zeit in Paris aufhätt, telegraphisch vom Tode des Gatten Kenntniß gegeben. Die Leiche des Verblichenen dürfte nach Paris gebracht werden. r. l