Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 31 (20.4.1896)
- Date
- 1896-04-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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>>>«,-,>^>«, .i»i ••> 621 einmal mit sieben Jahren Kerkers wegen Raubes und Mordversuches bestraft war. London. Mr. Arnold Wheit, der Führer der Bewegung, welcher die fremde Einwanderung bekämpft, hat auf seine wiederholten Gesuche von Lord Salisbury die folgende Antwort erhalten: Geehrter Herr! „Es liegt mir sehr am Herzen ein Gesetz über die Einwanderung einzubringen, und ich glaube auch, daß ein solches Gesetz Nutzen bringen könnte und von den Arbeitern in vielen Bezirkeu dringen gewünscht wird. Andererseits weiß nun genau, daß die Geschäftslage im Unterhause so ungünstig ist, daß es gar keinen Zweck hätte ein Gesetz jetzt vorzulegen. Ich denke daher, wir warten bis die dringlichen Angelegenheiten erledigt sind." Ihr sehr ergebener Salisbury. Diese Antwort sieht einer höflichen Ablehnung sehr ähnlich, was wir nur freudig begrüßen können. (Nach Schluß -er Re-action.) Wien, 18. April. Der Führer der Antisemiten, Dr. Lueger, wurde heute abermals zum Bürgermeister von Wien gewählt. Bei der Wahl, die der Bezirkshauptmann Friebeis leitete, waren sämmtlicke 138 Gemeinderäthe an wesend. Dr. Lueger erhielt 96 Stimmen, der liberale Dr. Gruel 42. Nach der Frage des Wahlleiters, ob er die Wahl annehme, hielt Dr. Lueger eine Rede, in der er ausführte, das christliche Volk habe in unzweideutiger Weise kundgegeben, wie und von wem es geführt werden wolle. Diesen Willen sollte auch die Regierung anerkennen, umsomehr, als sie selbst das Volk zum Richter angerufen habe. Er habe seine Person opfern wollen, bie Parteigenossen hätten es aber nicht angenommen, in der richtigen Erkenntniß. daß das Festhalten an seiner Person gerade unbedingt geboten sei. Die Auffassung der Wiener Bürgermeisterfrage als ein Duell Lueger-Badeni sei kleinlich; es handle sich auch um keinen Personenkultus (Widerspruch rechte), sondern um wichtige wirthschaftliche Interessen. Die in Ungarn herrschende Partei sei bestrebt, ihre Macht auch auf diesseitige Verhältnisse auszudehnen; dem müsse mit Ruhe, aber auch mit Entschiedenheit entgegengetreten werden. In diesem Sinne nehme er die Wahl an. Er hoffe, man werde dem christlichen Volke geben, was des Volkes ist. (Anhaltender Beifall bei den Antisemiten.) Bezirkshauptmann Friebeis erklärte, er werde den Wahlakt der Statthalterei vorlegen und schließe die Sitzung. Als Lueger auf der Straße erschien, wurde er von der massenhaft angesammelten Menge umringt, die ihm unter Tücher- und Hüteschwenken lärmende Ovationen bereitete. Briefkasten der Expedition. H. 24: Betrag dankend erhalten. Gesunde Nerven. Unter diesem Titel ist soeben in Wilh. Werther's Verlag in Rostock ein ärztlicher Rathgeber für Nervenkranke und Nervenschwache von Dr. Otto D o rnblüth in Rostock erschienen. (Preis gebunden 2,50 Mark.) In dem Büchlein steckt ein gut Theil der Specialerfahrungen, die der Verfasser während einer langen Reihe von Jahren gesammelt Hat, soweit sie für Laien nutzbar sind. Alle Welt ist heute nervös, aber man ist noch weit zurück mit dem Verständniß für diese Art Krankheit, die so viel unterschätzt wird und doch das Leben und die Arbeitsfähigkeit so schwer beeinträchtigt. Namentlich ist man sich im Allgemeinen noch ganz unklar über die reichen Hülfsmittel, die eine vernünftige Lebensweise, die Vermeidung von Schädlichkeiten, der Gebrauch einer vernünftigen Eur gegen das Leiden bieten. Die rneisten Nervösen ermangeln des richtigen Rathes für das, was sie thun und lassen sollen, und stürmen deshalb immer mehr auf ihre Gesundheit ein. Hier soll nun das Dornblüth'sche Buch eingrcifen, nicht um den Arzt zu e>setzen, sondern um den Störungen der Nervengesundheit vorzubeugen, die Mittel zu ihrer Stärkung anzugeben, die ärztlichen Rathschläge zu ergänzen und überhaupt Klarheit über diese Zustände zu verbreiten. Das ganze Bffch ist durchaus praktisch angelegt, iebt vielfache Anregung und liest sich sehr gut, kann also ringend empfohlen werden. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Steiermark. Curort (gleichen berg. Steiermark. Wen-VeiOu Ungaria mit 444 -»hm» Dependance WilhrlWhos und _ Mt* IVD-Restanrant I. Ranges. “WB in reitendster Lage, mit wunderbarster Fernsicht, eigenem Garten und Walde. Daselbst bin ich in der Lage den p. t. Curgästen Zimmer in jeder Größe, mit besinn Comfort eingerichtet und allen hygienischen Ansprüchen entsprechend zu bieten. — Großer Speisesaal mit Terrasse und Cafe-Veranden. — Exquisite Küche bei prompter Bedienung und civilen Preisen. 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