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Der Israelit · 1896-04-13 · Heft 29 (13.4.1896) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 29 (13.4.1896)
Date
1896-04-13
Page
– (sequence 12)
Language
German
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' *.~4, - 584 Köln Unsere jüd. Geincinde, ja das gesaminleJndeuthum hat einen schrnerzlichen, unersetzlichen Verlust erlitten. Gestern Abend, bald nach co^L'-Ausgang, verschied sanft nach kurzem Kranksein unser allverchrter Lehrer, Herr Joseph Wolf y“2f unter dem Namen Reb Wolf weit über das Weichbild unserer Stadt hinaus bekannt, geliebt und verehrt. Wer je Gelegenheit hatte, den talmndischcn Borträgen des Dahingeschiedenen zu lauschen, seine seltenen Charakter- Eigenschaften kennen zu lernen, dabei aber seine gleichsam sprüchwörtlich gewordene Bescheidenheit zu bewundern, der wird unseren tiefen Schmerz zu würdigen wissen. Ich überlasse es einer berufeneren Feder, eingehender über das Leben und Wirken dieses großen Mannes zu berichten. Aus Schlesien. Der jüngst verstorbene Sanitätsratb Dr. Samuel Meyer in Breslau, der fast seil einem halben Jahrhundert alle wichtigen Vorgänge in der Hauptstadt Schlesiens mit seinem poetischen Gruße begleitet und den Rabbiner Dr. Rosenthat in einer gedankenreichen Webe am Grabe würdig geschildert hat, hat auch in seinem Testamente die Breslauer Vereine vielfach bedacht, als Universalerben aber seines beträchtlichen Vermögens die jüdische Gemeinde in Glogau eingesetzt. Samuel Meyer hatte, ivic alle Poeten, ein tiefes Heimathsgefühl und darum eine begeisterte Liebe für seinen Geburtsort Glogau. Salomon Munt war der Onkel Meyer's; Munk hatte eine solche Schwärmerei für Glogau, daß er oft erklärte, für ihn gäbe cs nur zwei Orte in der Welt, Paris und — Glogau. Meyer hatte eine ganze Reihe von Briefen Munks, darunter einen, den Munk als junger Gelehrter von Weimar aus an seine Mutter geschrieben hat und in welchem der junge Orientalist einen Besuch bei Goethe schilderte. Es war daraus zu ersehen, daß Munk Gunst bei Goethe gefunden hatte, denn der sonst spröde, alte Meister unterhielt sich mit ihm lange. Als nun vor einiger Zeit eine Versammlung der Goethe-Gesellschaft in Weimar ftattfand, erbat sich ein Breslauer Stadtrath und Goethe-Kenner den Brief und nahm ihn nach Weimar mit, und hier stellte sich heraus, daß Goethe unter dem Datum des Brieses in den Tagebüchern gleichfalls eine längere Notiz über den Besuch des jungen Orientalisten ausgezeichnet hatte. Ober»Ramftadt. Ter hiesige israel. Religions-Lehrer Herr M. Slo dki, ist als Eantor nach Pirmasens zum 1. Juni d. I. engagirt. Stuttgart« Hierselbst rettete Brandmeister Jakobi unter eigener Lebensgefahr ein Kind aus den Flammen. — Es hat sich hier ein Comite constituirt, um ein „Israel. Landesasnl für Alleinstehende und Erwerbsunfähige" zu errichten und werden zu diesem Zwecke Erhebungen in allen Gemeinden gepflogen, wieviel Unterkunftbcdürfiige vorhanden! sind und in rvieiveil der Verein aus Unterstützung von Seiten der Gemeinden, Stiftungen und Vereine rechnen dars. Nnßdorf tEin .Kammerdiener des Baron AI b er t W othschild A utis c m 11.) An einem der letzten Sonntage ist in einem Gasthause Hierselbst ein Gast am Honoratiorentische besonders gegen die Juden losgezogcn. Dieser Gast war Herr S tingl, Kammerdiener des Baron Albert Rothschild. Ein Jude, der an der Gesellschaft theilnah v, war hierüber nicht wenig erstaunt. Stingl sagte nämlich, die Juden wollen den Ebristen gleich sein, das gehe nicht, die Juden müssen hinaus, sie sollen auswandern u. s. w. Es fragt sich, ivcnn auch der Jude Rothschild wird arlswandcrn müssen, ob Stingl das Herz haben wird, seinen Herrn zu verlassen, oder ob er es vielst vorziehen wird, die fette Pfründe auch im Eril mit Baron Rothschild zu behalten. {Oeftcvr. Wochenfchr.l Jerusalem. Die „Talmud-Thora-Schule" und Hochschule „Etz-Hniin" hatte im Jahre 1 AH eine Einnahme von -G,6i0 Fies, u id eine Ausgabe von stillst? Fres. An derselben iverden 500 arme und Waisenkinder und 100 Rabbinatseandidateu von 00 Lehrern unterrichtet Diese Institution, die alljährlich mit einem Deficit zu kämpfen bat, ist, da sie eine segensreiche Wirksamkeit entfaltet, der nachhaltigen Unterstützung edler Glaubensgenossen würdig. Briefkasten der Redactiou. Leser in Pr. Stargard: Wir bestätigen den Empfang der „Neuen Westpreuszischen Zeitung", in welcher Henriette Löffler, geb. Arudr, ihre Verlobung mit Herrn Siegfried Löffler anzeigt. Wie Lie uns mittheilen, ist Frau Henriette Löffler seit zwei Jahren verwntivct und Mutter von drei lebenden Kindern. Herr Siegfried Löffler ist der leibhafte Bruder des verstorbenen Mannes der Frau L. Es ist ganz selbstverständlich, daß eure solche Verbindung nach den göttlichen Satzungen unserer heiligen Thora eine Blutschande ist. - Sie können übrigens sicher sein, das; sich fein gewissenhafter jü di über Geistlicher finden wird, der eine Trauung in diesem Falle vollzieht. Damit Niemand ans Umvissenbeit zn einer solchen ^Verbindung die Hand bietet, dafür dürfte diese Notiz genügen. T. <4. in S.: Jsr. Kuranstalt Sode». Briefkasten der Expedition K. R. in N-: Die einmalige Aufnahme tostet 1,^0 Mt. G L. in M : Die in vorigem Jahre erschienenen Theile der „Sprüche der Väter" tosten Nt. 1.00. I«r M n zeig c u. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. M)ir suchen per sofort oder l. Mai c. einnt ReligionSlehrer u. Borbeter, Gehalt 600—700 Mk., freier Wohnung, sowie entsprechenden Nebenverdienst. (1910 Osann, 20. März 1896. Der Vorstand: Nathan Ermann- HDD2 rar® T : T T : rSjDbü ober sonstige Personen in Deutschland, denen eS schwer fällt, stch nnd ihre Familie zn ernähren wird ein anständiger, lohnender Nebenverdienst durch Verkauf eines täglichen Consumartikels nachgewiesen. Franco Offerten unter Nr. 1425 an die Expedition dieses Blattes. 0chadchen gesucht. Offerten unter M. 2123 befördert die Exped. d. Blattes. 211 einer kl. Familie in Zürich rO Wird ein durchaus tüchtiges jüd. Mädchen für Haus und Küche gejucht. Lohn nach Uebereinkunft. Oss. unter .1. L. 7j, 1960 an die Exped. d. Bl. erbeten.

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