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Der Israelit · 1896-04-08 · Heft 27-28 (8.4.1896) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 27-28 (8.4.1896)
Date
1896-04-08
Page
– (sequence 25)
Language
German
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WWWWWW WWWW für das miiM Orthodoxe MuderrthumÄ -OM Q S E S [91». 5 «. April 1896.] i /W8M' ff yrrm ] . -Ze\ ~ Wurrnam. Von Wolf Iofephfohn. ie Duden in j (Nachdruck verboten.) Die Zerstreuung, die das Loos unseres Stammes seit zwei Jahrtausenden geworden ist, hat die Splitter des jüdischen Volkes über die ganze Erde verstreut und wir finden überall, wo die Kultur hingedrungen ist, unsere Brüder Antheil nehmen an der Entwickelung der Civilisation und nach besten Kräften für das Wohl des Staates arbeiten, dem sie angehören. Die Geschichte bieder einzelnen Theile zu schreiben wäre eine hochinteressante Aufgabe und würde manchem Gegner den Beweis liefern, wie groß die Lebensfähigkeit unseres Volkes einerseits, die Anpassungsfähigkeit und der Patriotismus desselben für sein neues Vaterland andererseits ist. Zu den bezeichnendsten Fällen dieser Art gehört die Geschichte der jüdischen Ansiedelungen in Surinam. Dieses Land wechselte seit der Entdeckung wiederholt seine Herren; um die Mitte des 17. Jahrhunderts war es zum Theil im Besitz von England, zum Theil in dem von Holland. Dies letztere besaß außerdem in Südamerika umfangreiche Kolonien in Brasilien, die es den Portugiesen, resp. deren spanischen Herren entristen hatte, als es sich gegen die grausame Tyrannei Philipps II. von Spanien empörte. In diese Kolonien wanderten, um die Mitte des 17. Jahrhunderts eine Menge von Inden aus Holland ein, zu denen eine Anzahl von spanischen Flüchtlingen kam, jenen Marannen, die obwohl schon seit Generationen Christen, doch den Zeitpunkt herbeisehnten, wo sie zu dem angestammten Glauben ihrer Väter zurückkehren durften. Diese Einwanderer siedelten sich in den holländischen Kolonien in Brasilien an und begannen Plantagen einzurichten, wozu sie, wie damals aller Pflanzer thaten, Negersklaven verwendeten. Aber die jüdischen Ansiedler waren noch nicht recht in ihren neuen Sitzen warm geworden, als die Portugiesen sich gegen die holländische Herrschaft empörten und die niederländischen Besitzungen, sowie die Juden in einige Städte zusammendrängten und dort belagerten. Die Juden nahmen lebhaften Antheil an dem Kampfe und vertheidigten sich heldenmüthig. Doch endlich gaben die Holländer nach und zogen sich aus Brasilien zurück und ihre jüdischen Unterthanen mußten froh sein, daß ihnen die Sieger freien Abzug mit allen ihren Besitzthümern gewährten. Sie wandten sich theils nach Holland zurück, theils gingen sie nach Cayenne, dem heutigen französischen Guyana, damals in holländischem Besitz und wurden hier gern willkommen geheißen. Die westindische Compagnie ertheilte 1659 den Juden eine sehr günstige Charter und räumte ihnen völlig gleiche Rechte mit den anderen weißen Ansiedlern ein. Dafür arbeiteten sie denn auch mit allem Eifer an der Entwickelung der Kolonie, und als 1668 das heutige Surmam von den Engländern an die westindische Kompagnie abgetreten wurde, siedelten sie sich in dem neuen Landestheil ebenfalls an. In Surinam begannen die Juden nun rasch einen maßgebenden Einfluß sich zu erwerben, sie schufen

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