Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 27-28 (8.4.1896)
- Date
- 1896-04-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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St XXVII. ZahrgMg. M 2? & S8. Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orlhodoite Zudenlhum. Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 8. April 5656 (1896). Leitender Artikel. Sprüche der Wäter. Sechstes Buch. I. 9)laitt$, den ~. April, .orutwaai DD3 map ruBran?w;>a D’con uisr . „Die Weisen haben gelehrt in der Sprache der Mischnah; gesegnet sei, der sie erwählte und ihre Lehre." Indem wir uns zur Erklärung des sechsten und letzten Buches der Väter anschicken, werden unsere Leser es uns verzeihen, wenn das Gedächtniß der Väter dasjenige des Vaters weckt, dessen Todestag alljährlich um diese Zeit wiederkehrt. War er doch der geistige Vater so vieler, die sein zündendes Wort, die seine anspornende Lebensthat wie Kinder um den Vater schaarten, und die daher alle die Wehmuth theilen, welche mit dem.Jahrzeitstage der Eltern immer auf's neue erwacht. Er war der weisen Väter einer, deren wir nicht erwähnen, ohne des Segens zu gedenken, den ihr bloßes Gedächtniß bedeutet, des Segens, der weit über diese Zeitlichkeit hinaus in die Ewigkeit reicht. .NDn D?iyn "ri> mra'? Dirci Die ihm vor nun sechs Jahren entsunkene Feder, die wir aufgriffen, um sie in seinem Sinne weiter zu führen, zittert in unserer Hand, wenn wir den Segen desjenigen in Worte kleiden möchten, der sich für die Weisen und ihre Lehre entscheidet. Unsere großen Weisen sterben nicht, weil sie in der Lehre fortleben, die sie uns hinterlassen. Ihre Lippen bewegen sich noch im Grabe, wenn die Erben ihrer geistigen und sittlichen Errungenschaften im Sinne der Heimgegangenen weisen Väter weiter das Wort führen, das sie ihnen verdanken. p by ^b ^>n rrttw nxi „Das nehme ich mir zu Herzen und deshalb hoffe ich weiter!" Diese Hoffnung läßt uns weiter wirken an dem Werk, das seine gesegnete Hand begründet. Wir fühlen ihre Kraft und ihre Stütze, wo sich die eigene Kraft unzulänglich und hinfällig erweist. Zu den Worten des 89. Psalms, welche Israel unter dem Bild eines Weinstocks darstellen d'-wce lsa bemerken die Weisen im Midrasch Schemot Rabba Cap. 44: ■p qtid D’»y rujnwi rpn nwn pjntp oira . d’pd nnwi ouytMi D”n „Wie der Weinstock lebendig ist und sich auf todte Pfähle stützt, so lebt Israel nur gestützt auf seine verstorbenen Väter." .□rwoin oro "rat? inn Das ist der Segen derer, welche unsere Weisen und ihre Lehren zur Richtschnur ihres Lebens wählen. Diesen Segen seinen! Volke zuzuwenden und zu sichern, war das Lebensziel unseres unvergeßlichen Vaters b‘'m. Durch Gründurg des „Israelit" hat er diesem Bestreben einen Ausdruck gegeben, der weit über das zeitliche Wirken des Begründers hinausreicht: Möge das Verdienst des edlen Heimgegangenen uns beistehen, in seinem Sinne, zum Wohle der Gesammtheit für unsere heilige Sache auch in Zukunft einzutreten psn w p px. Der letzte der Pirke Aboth führt den Namen: mwn pp „Das Capitel von der Aneignung der Thora." Es enthält Wahrheiten, deren Beherzigung in hohem Grade geeignet ist zur Aneignung der Thora durch emsiges Studium anzuspornen. Obwohl dieser Perek nicht zur Mischnah gehört, sondern einen Abschnitt aus der Boreitha enthält, so ist er doch ganz im Sprachidiom der Mischna abgefaßt. Rach der Auffassung der meisten Erklärer entspricht der Ausdruck uv der einleitenden Formel: pm un und leitet die folgenden Sätze damit ein, daß, obwohl dieser Perek nicht zur Mischna gehört, die Weisen ihn dennoch in der Sprache der Mischna uns übermittelt, und schon durch diese, ihm eigenen